Eine Osterprozession vor der Katherdale von Almería.
+
Die großen Osterprozessionen mussten in Andalusien in diesem wie auch schon im vergangenen Jahr noch abgesagt werden.

Prozessionen wieder erlaubt

Religiöse Prozessionen in Andalusien: Comeback nach Corona

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
    schließen

Die andalusische Landesregierung erlaubt wieder die Veranstaltung von Prozessionen. In fast allen Diözesen der Region werden auch schon die ersten vollzogen. Nur der Bischof von Granada will damit noch warten.

Málaga - Die fünfte Coronavirus-Welle ist in Andalusien schon fast Geschichte. Die Infektionszahlen sind schon wieder stark zurückgegangen und der Immunisierungsgrad der Bevölkerung ist bereits sehr hoch. Vor diesem Hintergrund sah die Landesregierung den Zeitpunkt gekommen, die religiösen Prozessionen in der Region wieder zuzulassen. Konkrete Regeln hat sie für diese nicht festgelegt, lediglich eine Reihe von Empfehlungen sprach sie aus. So sollen für den Wegverlauf möglichst breite Straßen gewählt und die Strecken verkürzt werden, um mit weniger Thronträgern auszukommen. Und tragen sollten die Throne auch nur bereits komplett geimpfte oder wieder genesene Personen.

Prozessionen in Andalusien: Granadas Bischof hält Aufhebung des Verbots noch für verfrüht

Dass Prozessionen wieder ausgetragen werden dürfen, bedeutet indes nicht, dass sie auch veranstaltet werden müssen. In der Frage haben schließlich auch noch die Bistümer der einzelnen Diözesen ein Wörtchen mitzureden. Und deren erste Reaktionen auf die Aufhebung des Prozessionsverbots fielen zum Teil recht unterschiedlich aus.

Der Erzbischof von Granada, Javier Martínez, hält die Veranstaltung großer Prozessionen zum jetzigen Zeitpunkt noch für verfrüht. Die Prozession zu Ehren der Virgen de las Angustias, die am Sonntag, 26. September, in der Provinzhauptstadt erfolgen sollte, hat er jedenfalls, da die Gesundheit Vorrang haben müsse, abgesagt. Zu dieser würden zwischen 150.000 und 200.000 Personen zusammenkommen, eine Massenansammlung, die nicht zu verantworten sei. Und all diese Menschen unter Kontrolle zu haben, könne er von den Ordnungshütern nicht verlangen. Die Laienbruderschaft, die die Prozession organisiert, steht ihm bei, während die Stadtregierung von Granada die Entscheidung des Erzbischofs zwar respektiert, aber nicht teilt.

Prozessionen in Andalusien: Málagas Bischof hebt nach anfänglichem Zögern sein Veto auf

In Málaga wiederum zögerte Bischof Jesús Catalá ebenfalls und hielt zunächst weiter an einem Prozessionsverbot fest. Nachdem aber weitere andalusische Bistümer wie jene in Cádiz, Córdoba, Huelva oder Sevilla die Prozessionen wieder zuließen, vollzog auch er diesen Schritt. Und die Laienbruderschaften scheinen bereits sehnsüchtig darauf gewartet zu haben, denn einige von ihnen haben sich sogleich an die Planung gemacht. Die Hermandad de los Remedios ist am Abend des 19. September bereits mit ihrer Heiligenfigur durch die Altstadt von Málaga gezogen. Während die Reales Cofradias Fusionadas für den 3. Oktober und die Hermandad del Rosario aus Málagas Stadtteil Churriana für den 17. Oktober jeweils die Genehmigung zur Durchführung einer Prozession beantragt und diese auch bewilligt bekommen haben.

Sein Veto gegen die Veranstaltung von Prozessionen hat schließlich auch Almerías Bischof, Antonio Gómez, aufgehoben. Und auch hier standen die Laienbruderschaften zum Teil bereits in den Startlöchern. Die Hermandad de Pasión hat für Samstag, 25. September, bereits die erste Post-Corona-Prozession in der Provinzhauptstadt angekündigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare