Wandern in Andalusien

Ein Ausflug zum „Santo de Pizarra“ ist ein einzigartiges Erlebnis

  • vonNicolas Hock
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Die Christus-Statue „Santo de Pizarra“ über dem Dorf Pizarra in der Provinz Málaga erinnert ein wenig an den berühmten „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro. Eine Wanderung dorthin bietet schöne Aussichten und führt zum Großteil durch einen schattigen Wald.

  • Christus-Statue „Santo de Pizarra“ ist das Wahzeichen des Dorfes Pizarra.
  • Erste Statue wurde bereits im Jahr 1921 aufgestellt.
  • Wanderung zum „Santo“ bietet tolle Panonamablicke.

Pizarra - Schon der Anblick von unten ist beeindruckend. Der „Santo (dt.: Heilige) de Pizarra“ erinnert ein wenig an den berühmten „Cristo Redentor“ von Rio de Janeiro. Mit ausgebreiteten Armen steht die drei Meter hohe Christusfigur auf dem 449 Meter hohen Gipfel der Sierra de Gibralmora und überblickt einen Großteil des Tals des Río Guadalhorce. Die Statue wurde vor 25 Jahren auf dem Berg oberhalb des rund 35 Kilometer nördlich von Málaga gelegenen Dorfes Pizarra aufgestellt, doch die Ursprünge reichen noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. 1921 ließ der in dem Dorf residierende Graf von Puerto Hermoso, Don Fernando Soto Aguilar, eine Christus-Figur in Bronze dort errichten.

Erste Statue im Spanischen Bürgerkrieg zerstört

Diese wurde jedoch während des Spanischen Bürgerkriegs im Jahr 1936 zerstört. Mehr als 50 Jahre lang zierte anschließend nur ein einfaches Holzkreuz den Ort. Auf das Drängen der Einwohner von Pizarra hin schuf der aus Andújar in der Provinz Jaén stammende Bildhauer Miguel Fuentes del Olmo schließlich die jetzige Statue. Eingeweiht wurde sie am 28. Februar 1995, dem Día de Andalucía, und seitdem ist sie nicht nur das neue Wahrzeichen von Pizarra, sondern wegen der schönen Aussicht von der Bergspitze auch Zielpunkt vieler Wanderer.

Der kürzeste Weg zum „Santo de Pizarra“, für den man maximal eineinhalb Stunden benötigt, der bei zügigem Tempo aber auch in weniger als einer Stunde zu schaffen ist, beginnt auf dem Picknickplatz „Raja Ancha“ neben dem Fußballplatz des Dorfes. Am Eingang zum Picknickplatz befindet sich zwar eine Wanderkarte mit der Wegbeschreibung zum Santo, doch zwischen den Tischgruppen aus Holz gibt es eine Vielzahl an kleinen Pfaden, sodass der richtige nur schwer auszumachen ist. Eine gute Orientierung bietet jedoch ein Holzgeländer, das sich auf der rechten Seite des Grillplatzes befindet, wenn man in Richtung Berg blickt.

Über in eine Felswand gehauende Treppen geht es nach oben

Dem Geländer, das parallel zum Zaun des angrenzenden Fußballplatzes verläuft, folgt man mehrere hundert Meter bis zu seinem Ende. Danach behält man für einige Minuten dieselbe Richtung bei, bis man auf einen breiten Weg mit steinernen Stufen gelangt, der zu einer großen Felswand hinaufführt. In dieser Felswand gibt es einen Spalt mit in den Stein gehauenen Treppen, die sogenannte „Raja Ancha“ (dt.: breiter Spalt), die auch dem darunter gelegenen Picknickplatz seinen Namen gegeben hat. Die Treppen in dem Spalt steigt man hinauf, bis man zu einer kleinen Aussichtsplattform oberhalb der Felswand gelangt.

In Sichtweite von der Plattform steht der erste Wegweiser zum Santo, auf dem zu lesen ist, dass es nur noch 1,5 Kilometer zum Gipfel sind. Zunächst geht es ein gutes Stück nach rechts und somit in die dem „Santo“ entgegengesetzte Richtung durch den Wald. Beirren sollte man sich davon aber nicht lassen. Nach einiger Zeit beschreibt der Weg nämlich eine scharfe Linkskurve und steuert anschließend direkt auf das Ziel zu. Der Wald ist bald zu Ende, sodass es auf dem letzten Teilstück keinen Schatten mehr gibt. Dies ist allerdings kein Grund, die Wanderung nicht auch im Sommer zu machen, da der unbewaldete Abschnitt relativ kurz ist.

Herrliche Aussicht vom „Santo de Pizarra“

Am „Santo“ angekommen, ist die Aussicht wirklich beeindruckend. Der Blick reicht von der Sierra de Mijas über die Sierra Alpujata, die Sierra de las Nieves und die Sierra Prieta bis hin zum 1.191 Meter hohen Huma und zum Torcal von Antequera. Zudem sieht man neben Pizarra die Ortschaften Alhaurín el Grande, Coín, Tolox, Alozaina, Casarabonela und Álora. Auf zwei Schautafeln sind alle Gebirgszüge und Orte verzeichnet, die man von hier aus erkennt, sodass man nicht nur das einzigartige Panorama auf sich wirken, sondern auch seine eigenen Ortskenntnisse überprüfen kann.

Von oben überblickt man das Dorf Pizarra und dahinter die Berge der Sierra Prieta und die Ausläufer der Sierra de las Nieves.

Wem die Wanderung zu kurz war, kann diese auch noch um ein Stück verlängern. Direkt neben dem „Santo“ weist ein Schild zu den rund 2,5 Kilometer entfernten Resten einer ehemaligen maurischen Verteidigungsanlage hin.

Zwischenstopp an der Höhle

Auf halber Strecke zwischen dem „Santo“ und Pizarra kann man ferner eine Pause an einer nicht weit vom Weg entfernten Höhle einlegen. Diese trägt den Namen Cueva Oscura (dt.: dunkle Höhle) und ist ausgeschildert.

Rubriklistenbild: © Nicolas Hock

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