Ein Mann öffnet in einer Urbanisation in Marbella die Klappe eines Recyclingcontainers für Altglas.
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In Spanien gibt es zu wenige Informationen zum Thema Recycling findet Wolf-Dieter Zorn.

Umweltschutz an der Costa del Sol

Recycling in Spanien: Deutscher zum Umgang mit Wertstoffen an der Costa del Sol

  • vonLena Kuder
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Wolf-Dieter Zorn beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Recycling. Der Deutsche pendelt seit 20 Jahren zwischen Deutschland und Andalusien. Fleißig trennt er seinen Müll, um ihn in die Recycling-Container der Urbanisation Costabella in Marbella zu stecken. Er findet, dass es zu wenige Informationen zum Thema Mülltrennung in Spanien gibt.

Marbella - Grüner Container, gelber Container, graue versenkbare Behälter – das Thema Recycling kann in Spanien für Verwirrung sorgen. Zumindest gibt es an der Costa del Sol die Möglichkeit, Papier, Plastik und Glas zu trennen. In einigen Urbanisationen in Spanien können gar Altkleider und Schuhe in einen Container gesteckt werden. Gelegentlich gibt es auch Sammelbehälter für Speiseöl.

Marbella Stadt in Spanien
Autonome GemeinschaftAndalusien
Provinz Málaga
LandkreisCosta del Sol Occidental
Fläche116,82 Quadratkilometer
Einwohnerzahl68.268 (Stand 2020)
AmtsspracheKastilisch
BürgermeisterMaría Munoz Uriol (PP)

Recycling in Spanien: Für den Deutschen Wolf-Dieter Zorn ist dies ein wichtiges Thema

Wolf-Dieter Zorn liegt das Thema Recycling sehr am Herzen. Seit 20 Jahren pendelt er zwischen Deutschland und Spanien. Immer wieder beobachtet er, dass einige Anwohner nachlässig sämtlichen Abfall in einen Müllsack stecken. Dabei versuchen er und seine Frau, konsequent Müll zu trennen. Vor allem Papier werde dringend benötigt, erläutert Zorn. Ähnlich sei es mit Glas. Zorn arbeitete in Deutschland viele Jahre für die Glasindustrie und weiß, wie wichtig es ist, Glas einzuschmelzen. Es werde enorm viel gebraucht.

Das weit verbreitete Argument „Es wird ja alles verbrannt“ zieht bei ihm nicht. In Spanien wüssten die meisten zu wenig über das Thema Recycling, meint er. Fleißig hat er in Costabella Kartoffel- und Eierschalen gesammelt, um sie in die versenkbaren Tonnen mit der Aufschrift „Orgánica“ zu werfen. Dabei deponieren die Leute in den versenkbaren Tonnen ihren Restmüll. Bis heute gibt es an der Costa del Sol keine Biomüll-Tonnen.

  • Überblick über Sondermülldeponien an der Costa del Sol:
  • Punto Limpio Estepona, Calle del Pinsapo, Tel.: 952 809 000
  • Punto Limpio Marbella, Calle Carbón, Tel.: 952 761 137
  • Punto Limpio, Las Lagunas/Mijas, Calle Mijas, Tel.: 952 492 178
  • Punto Limpio Movíl, Fuengirola, Feriagelände, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr

In Spanien mangelt es an Informationen zum Thema Recycling

Zorn habe sich an die Hausverwaltung n der Urbanisation Costabella in Marbella gewandt, um mehr Informationen zum Thema Recycling zu erhalten, da er oft beobachtet, dass Anwohner nicht recyceln. Diese habe ihn knapp mit der Erklärung vertröstet, dass eben in Spanien nicht jeder für das Thema Recycling sensibilisiert sei. „Ich hatte gehofft, dass es einen Merkzettel gibt, der angibt, welcher Müll in welche Tonne gehört“, so Zorn. In einem Zeit-Artikel vom 27. Januar weist der Naturschutzbund darauf hin, dass es verschwenderisch sei, wenn es der Biomüll nicht in die Biotonne schafft, sondern im Restmüll landet. Aus Biomüll wird Biogas und Dünger, Restmüll wird verbrannt, heißt es in dem Artikel.

Das deutsche Bundesumweltamt schätze, dass der deutsche Restmüll zu 40 Prozent aus Biomüll besteht, doch kaum mehr als jeder zweite Haushalt habe überhaupt eine Biotonne. Zorn hat eine kompostierbare Tüte dabei, die eine österreichische Firma aus recycelten Materialien hergestellt hat und die heute bei den Discountern Lidl und Aldi sowie in den Supermärkten der Kette Super Sol ausliegt. Für ihn stellt sich nach wie vor die Frage, in welche Tonne diese recycelten Tüten gehören. Über diese kleinen Schritte freue er sich. „Die jungen Leute wissen oft gar nicht, was es bedeutet, wenn sie ihr Handy oder anderen Elektroschrott wegwerfen“, sagt Zorn. „Darin stecken viele Wertstoffe.“

Thema Recycling: Große Diskrepanzen zwischen der jüngeren und der älteren Generation

Zorn finde es wichtig, andere daran zu erinnern, nachhaltig zu handeln. Klar gebe es Diskrepanzen zwischen bewusst lebenden Menschen, die betonen, dass sie die Welt von ihren Kindern nur geliehen haben und sie ihnen wieder intakt zurückgeben müssten, und anderen ignoranten Mitbürgern. Doch für ihn sei es wichtig, Menschen immer wieder auf das Thema Umweltschutz hinzuweisen, weil viele eben gedankenlos lebten und handelten. Wobei Zorn glaubt, dass die Kinder die korrekte Müllenstorgung schneller erlernen als ihre Eltern.

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