Eine gewaltige Feuerbrunst in einer Naturlandschaft. Feuerwehrleute
nähern sich ihr.
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Die gewaltige Feuerbrunst in Huelva wird von heftigen Böen angefacht. Die Feuerwehr führt einen verzweifelten Kampf.

Schlimmster Brand des Sommers

Huelva in Flammen: Waldbrand vernichtet in Andalusien 10.000 Hektar

  • vonStephan Kippes
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Ein Waldbrand in Huelva hält die Feuerwehr in Spanien tagelang in Atem. 10.000 Hektar Wald fielen den Flammen zu Opfer, 3.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

  • Waldbrand von Huelva gilt als schlimmster Brand in Spanien in diesem Sommer.
  • Das Ausmaß der Zerstörung ist ernorm: Über 10.000 Hektar betroffen.
  • Die Feuerwehr kann am Montag nach vier Tagen den Brand stabilisieren.

Huelva – Huelva brennt weiter. Abermals rücken die Feuerwehr zu Luft und Boden gegen den bisher schlimmsten Waldbrand dieses Jahres in Spanien vor. Vier Nächte lang hat der in Almonaster la Real ausgebrochene Brand verschlungen, was ihm in dem unwegsamen Gelände in den Weg kam. Über 3.100 Menschen aus sechs Gemeinden mussten ihre Häuser bereits verlassen und in Notunterkünften versorgt werden. Rund 10.000 Hektar Natur verbrannten, das Gebiet von 13 Gemeinden gleicht mitunter einer Aschelandschaft. Auch in Estepona brannte es.

Das Feuer brach bereits am Donnerstag gegen 14.15 Uhr in dem Gebiet Olivagras bei Almonaster la Real aus, hielt die Feuerwehrleute nicht zuletzt wegen der böigen und in der Richtung oft wechselnde Winde das ganze Wochenende in Atem, vor allem am Samstag erhellte eine riesige Feuerwand die Nacht. Bisweilen mussten die Feuerwehrleute alle 15-Minuten ihre Taktik der Brandbekämpfung neu an die launische Winde von Huelva anpassen.

Waldbrand in Huelva: 500 Feuerwehrleute und 25 Löschflugzeuge im Einsatz

Derzeit bekämpfen die über 500 Rettungskräfte – vorwiegend Feuerwehrmänner und Soldaten der Katastrophenschutzeinheit UME - am Boden und 25 Flugzeuge aus der Luft den Brand an seiner Südflanke. „Das Gebiet um Zara macht uns am meisten Sorgen“, sagte Landwirtschaftsministerin Carmen Crespo. Die gewaltige Feuerbrunst erinnerte sie an die Brände in Portugal 2017 und in Kalifornien 2018.  Der Brand von Huelva stellt den Waldbrand vor drei Wochen im Vall de Gallinera in den Schatten.

Soldaten des Katastrophenschutzes UME beobachten ein Löschflugzeug, das den Brand in Huelva bekämpft.

Das Feuer in Huelva frisst sich durch Schluchten und verschlingt die Eucalyptus-Bäume, die im Nu in Flammen aufgehen. „Es ist ein furchtbar komplizierter Brand“, sagte Landesministerpräsident Juan Manuel Moreno, der die Kommandozentrale Infoca im Forstschutzzentrum Centro de Defensa Forestal (Cedefo) in Valverde de Camino aufsuchte.  „Aber alles was wir an Manpower und Material haben ist hier, man wird auch nirgendwo mehr Erfahrung und Talent bei dieser Art der Feuerbekämpfung finden als in dieser Kommandozentrale“, sagte Moreno.  

Moreno dankte den Bürgermeistern der Orte, die sowohl den Brand von Huelva bekämpften als auch sich um die Bürger kümmerten, die ihre Häuser verlassen mussten. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungen und Institutionen verlaufe reibungslos. „Wir rudern alle in die gleiche Richtung“, sagte Moreno.   

Trotz der ungünstigen meteorologischen Bedingungen ist es der Feuerwehr Montagmittag gelungen, den Brand zu stabilisieren. Noch ist das Feuer nicht für kontrolliert erklärt worden. Am gestrigen Sonntag fachten gegen abends immer wieder Windböen von 25 bis 50 Kilometern pro Stunde das Feuer an. Bei der Notrufzentrale gingen bereits 600 Anrufe unter der Nummer 112 ein, die mit dem Brand zusammenhängen.

Nicht nur in Huelva brannte es an diesem Wochenende. Auch in Cáceres musste die Feuerwehr drei Brände löschen, in Murcia brannte es zwischen Mula und Bullas und in Estepona ging das Laguna Village in Flammen auf.. Das Levante-Gebiet an der Costa Blanca nördlich von Alicante erleidet im August unter einer Serie von kleinen Waldbränden.

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