Ein Tiger in einem Käfig in Almuñécar an der Küste von Granada.
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Tigerdame Nerea aus einem Zoo in Almuñécar an Garnadas Küste zieht um nach Alicante.

Raus aus dem Zoo

Tiergeschichte mit Happy-End in Spanien: Eine Tigerdame zieht um

  • vonSandra Gyurasits
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Der Zoo von Almuñécar an der Küste von Granada ist schon seit fünf Jahren geschlossen. Nun hat auch der letzte Tiger ein neues Zuhause gefunden und zieht nach Alicante um. Aber nicht alle Tiere haben das gleiche Glück. 

  • Tigerdame Nerea aus Almuñécar an der Küste von Granada wird von dem Tierschutzzentrum AAP in Alicante aufgenommen.
  • Noch 20 Tiere aus dem geschlossen Zoo befinden sich in Almuñécar. Braunbär Zambo ist zu alt, um zu reisen.
  • Tierschützer der Stiftung Faada hatten zuvor den Zustand der Tiere und des Zoos kritisiert.

Almuñécar – Der letzte Tiger des vor fünf Jahren geschlossenen Zoos in dem Park Peña Escrita in Almuñécar hat ein neues Zuhause gefunden. Nerea, so der Name des Weibchens, wurde am 11. Dezember in das Tierschutzzentrum der Internationalen Stiftung AAP Primadomus nach Villena in der Provinz Alicante transportiert, wie das Rathaus von Almuñécar an der Küste von Granada. mitteilte. 13 Stunden dauerten Vorbereitung und Reise. Der städtische Veterinär Antonio Casas betäubte das Tier und führte die notwendigen Untersuchungen sowie das Lesen des Mikrochips und eine Blutabnahme durch, bevor der Tiger in einen Spezialtransporter verfrachtet und begleitet von drei weiteren Fahrzeugen nach Alicante gebracht wurde.

Almuñécar
Höhe24 Meter
Fläche83,36 km²
Bevölkerung26.377 (2018)
ProvinzGranada

Vor der Abreise hatte Nereas Pfleger noch einen Tipp für die neuen Betreuer. Nerea möge besonders gerne Kaninchen, Schweineschulter und Wildschwein. Am 31. Dezember wird das Tigerweibchen 15 Jahre alt, zehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Almuñécar an Spaniens Küste. Sie ist die letzte Raubkatze, die nach den Löwen vor drei Jahren den ehemaligen Zoo verlässt.

Das erwartet Nerea in ihrer neuen Umgebung in dem Zentrum von AAP Primadomus in Alicante

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Dem Happy-End von Nerea war jedoch ein Streit vorausgegangen. Die Stiftung für Tierschutz Faada aus Barcelona hatte am 30. November öffentlich den Zustand des ehemaligen Zoos und seiner Tiere kritisiert. Die Organisation prangerte an, dass große Mengen an Tierknochen sowie Kadaver am Park gefunden worden waren und forderte eine Erklärung vom Rathaus.

Das Rathaus reagierte verärgert und bezeichnete die Behauptungen als unwahr, verleumderisch und beleidigend. Bürgermeisterin Trinidad Herrera (PP) kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen, weil das Image von Almuñécar beschädigt worden sei. Inzwischen haben sich aber die Gemüter wieder beruhigt und Gespräche wurden wieder aufgenommen.

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Tiger Nerea wird in Almuñécar für den Transport nach Alicante vorbereitet.

Derzeit befinden sich nach Angaben des Veterinärs Casa noch rund 20 Tiere in Peña Escrita. Die meisten von ihnen werden wohl bis an ihr Lebensende in Almuñécar bleiben, weil viele schon zu alt für einen Transport sind, wie der Braunbär Zambo, die Zwergziegen, Wild- und Mähnenschafe. Einzig die beiden Emus und die Säbelantilope hätten eine Chance, einen neuen Platz zu finden, doch die bürokratischen Hürden sind hoch. Die Tiere müssten mehrmals betäubt werden, um die geforderten Untersuchungen vornehmen zu können.

Die Stiftung Faada und das Rathaus hatten nach der Schließung des Zoos im September 2015 wegen fehlender Lizenzen und des schlechten Zustands der Tiere eine Vereinbarung getroffen. Faada sollte bei der Unterbringung der Tiere in artgerechten Einrichtungen helfen.

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Im Januar 2017 wurden dann die ersten Tiere von der Organisation AAP für exotische Säugetiere wie Affen und Löwen in Holland und von dem Auffangzentrum für Wildtiere Natuurhulpcentrum in Belgien aufgenommen. Im Mai 2017 folgten Mongolische Wildpferde, Erdmännchen und Stachelschweine.

Im Juli 2018 konnten sieben seltene Pottok-Ponys aus dem Baskenland im Park del Garraf in Barcelona untergebracht werden. Sechs Bären dürfen ihren Lebensabend in Ungarn verbringen – bis auf den alten Zambo. Für ein Flusspferd, zwei Bisons, ein paar Füchse und Wölfe kam die Hilfe jedoch zu spät. Sie starben in dem Zoo.

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