Blick von oben auf einen Hafen mit Yachten.
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Die Projekte zur Errichtung neuer Sporthäfen in Torrox und Almuñécar werden beide von privaten Investoren vorangetrieben.

Lukratives Tourismussegment

Bootstourismus in Andalusien: Neue Sporthäfen in Torrox und Almuñécar geplant

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Mit einem neuen Sporthafen will Torrox an der Costa del Sol in das Segment des Bootstourismus einsteigen. Almuñécar an der Costa Tropical peilt derweil sogar schon den zweiten Hafen in der Gemeinde an.

Málaga/Granada - Die Küstengemeinden der Provinzen Málaga und Granada wollen verstärkt auf den nautischen Tourismus setzen. Die Gemeinde Torrox, bislang noch ohne Anlagestellen für Bootseigentümer, soll einen Sporthafen erhalten, bereits der zwölfte an der Costa del Sol. Die Gemeinde Almuñecar soll sogar einen zweiten Sporthafen bekommen, es wäre indes erst der dritte an der Costa Tropical. In beiden Fällen gehen die Initiativen von privaten Investoren aus.

Für die Gemeinde Torrox, sei das Vorhaben von enormer Bedeutung, versichert Bürgermeister Oscar Medina. Schon seit dreieinhalb Jahren arbeite das Rathaus darauf zu. Medina verspricht sich von dem Projekt einen Qualitätssprung für den lokalen Tourismussektor, insbesondere im Luxussegment. Der geplante Hafen werde tausende Arbeitsplätze schaffen – die indirekten mitgerechnet – und den Wohlstand fördern, ist der Bürgermeister überzeugt. Dass der Hafenbau der ökologischen Nachhaltigkeit zuwider laufen könnte, glaubt er hingegen nicht.

Bootstourismus in Andalusien: Hafenprojekt in Torrox von Großkonzern angestoßen

Vorgestellt wurde das Projekt in Torrox von der andalusischen Verkehrsministerin Marifran Carazo. Nachdem es zur Genehmigung der APPA vorgelegt worden war, eine der Landesregierung unterstehende, mit der Verwaltung der Häfen in der Region betraute Behörde. Erstellt wurden die Pläne im Auftrag des multinationalen Konzerns Acciona. Dieser ist es nämlich, der die für die Errichtung des Hafens erforderlichen 80 Millionen Euro aufbringen will, ohne eine staatliche Beteiligung. Als Standort für den Sporthafen war von den Betreibern die Playa de Calaceite, nahe der Gemeindegrenze mit Nerja ins Auge gefasst worden.

Einen weiteren Sporthafen, neben jenem im Bezirk La Herradura, soll auch die Gemeinde Almuñécar bekommen. In Almuñécar geht die Initiative ebenfalls auf private Investoren zurück, und zwar auf eine Gruppe von Unternehmern aus Granada, die in diesem Fall die mit 70 Millionen Euro veranschlagten Kosten alleine schultern wollen. Und Luis Torres, einer dieser Unternehmer, versichert, dass der neue Hafen der Umwelt nicht schaden werde. Er werde in einer Zone entstehen, an der kein Strand existiert und könne dort gar die Entwicklung neuer Flora und Fauna begünstigen, meint Torres.

Bootstourismus in Andalusien: Hafenbau soll Almuñécar Hunderte Jobs verschaffen

Erstrecken würde sich der Hafen vom Wellenbrecher am östlichen Ende der Plata Fuentepiedra bis auf Höhe des Wasserparks Aquatropic, zu erreichen wäre er somit über den Paseo Reina Sofía. Den ökonomischen Impakt in Form von Arbeitsplätzen haben die Investoren auch schon kalkuliert: für den Bau des Hafens würden rund 400 Jobs geschaffen werden, für den Betrieb nach seiner Fertigstellung 15, zuzüglich bis zu 240 indirekter Arbeitsplätze.

Der Hafenbehörde APPA ist dieses Projekt auch schon vorgelegt worden. In Almuñécar präsentiert wurde es ebenfalls von Marifran Carazo. In beiden Fällen stehen indes noch längere behördliche Prozesse an, in die auch noch andere, übergeordnete Administrationen involviert sind. Selbst wenn alle Instanzen grünes Licht geben, würden die Arbeiten frühestens in einem, vielleicht sogar erst in zwei Jahren starten. Die Präsentationstour hat die Landesministerin aber trotzdem schon mal absolviert, denn in Andalusien wird ja schließlich am 19. Juni gewählt.