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Tourismus in Málaga: Hoteliers schlagen wegen anhaltender Dürre Alarm

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Von: José Antonio Nieto

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Swimming-Pool eines Landhotels in einer Bergregion.
Im Herbst wie auch im bisherigen Winter hat es viel zu wenig geregnet. Wenn sich dies nicht bald ändert, drohen zum Frühjahr oder Sommer Beschränkungen des Wasserkonsums. © Aehcos

2022 sollte für den Tourismus an der Costa del Sol das Jahr der endgültigen Erholung nach Corona sein. Am Horizont ziehen indes erneut dunkle Wolken auf, diesmal wegen der Verknappung der Wasserreserven, die zum Sommer Konsumbeschränkungen befürchten lassen.

Málaga - Zwei ziemlich miese Jahre hat der Tourismussektor der Provinz Málaga wegen Corona hinter sich. Das Jahr 2020, in dem die Pandemie ausbrach, war katastrophal. 2021 brachte zwar eine deutliche Besserung, blieb aber noch immer weit hinter den Zahlen von 2019 zurück. 2022 sollte das Jahr der endgültigen Erholung sein, in dem die Tourismusbranche den langen, dunklen Tunnel endlich wieder verlässt. Voller Optimismus blicken die Hoteliers der Costa del Sol zurzeit aber nicht in die Zukunft. Ganz im Gegenteil. Ihr Verband Aehcos schlägt, um den Erfolg der Sommersaison besorgt, sogar Alarm.

Diesmal aber nicht etwa wegen neuer Virusvarianten, sondern wegen eines anderen, in der Provinz Málaga wie im Rest von Andalusien immer spürbareren Problems: der Mangel an Niederschlägen, und zwar schon seit Monaten. Als sehr ernst schätzen nicht nur die Hoteliers die Lage ein. Die andalusische Regierung räumt bereits ein, dass schon zum Frühjahr Versorgungsengpässe auftreten könnten und der Konsum womöglich beschränkt werden müsse, sollte es im März nicht ausgiebig regnen. Und der Chef der Landesregierung, Juanma Moreno, meint sogar, dass es 100 Tage am Stück konstant regnen müsste, um hinsichtlich des verfügbaren Wassers zur Normalität zurückzukehren.

Tourismus in Málaga: Wasserreserven in den Stauseen der Provinz werden immer knapper

Aktuell sind die Stauseen der Provinz Málaga im Schnitt nur zu knapp einem Drittel gefüllt. Der Embalse de La Concepción, aus dem die touristischen Hochburgen der westlichen Costa del Sol wie Marbella versorgt werden, liegt mit 39,5 Prozent zwar etwas darüber, weist dafür aber die geringste Kapazität aller Stauseen in Málaga auf. Umgekehrt ist der größte Stausee, der Embalse de La Viñuela, von dem die Tropenfruchtplantagen der Axarquia abhängen, am geringsten, nämlich zu weniger als 15 Prozent gefüllt.
Alle Stauseen zusammen verfügen zurzeit gerade Mal über rund 200 Kubikhektometer Wasser. Allein in den Sommermonaten reicht der Bedarf der Küstengemeinden fast an 100 Kubikhektometer heran – zumindest wenn die Touristen, wie von der Branche herbeigesehnt, in den vor Corona üblichen Massen anrücken.

Die Zukunft nicht nur des Agrarsektors, sondern auch des Tourismus, also der beiden wichtigsten Pfeiler der Wirtschaft in der Provinz, stünden ob des akuten Wassermangels auf dem Spiel, befürchtet der Vorsitzende von Aehcos, José Luque. Die Schuld daran gibt er den staatlichen Instanzen. Diese könnten zwar nichts für die anhaltende Dürre, sehr wohl aber für die Defizite der Wasserinfrastruktur. Schließlich seien diese Mängel schon seit langem bekannt und Projekte zu ihrer Behebung lägen seit Jahren vor, nur mit der Umsetzung lassen sich die politischen Institutionen viel zu viel Zeit. Umso dringlicher sei es, nun endlich zu handeln, mahnt Luque an.

Tourismus in Málága: Hotel- und Gaststättenverband werfen der Politik Nachlässigkeit vor

Der Vorsitzende von Aehcos fordert zum Beispiel die Errichtung weiterer Anlagen zur Entsalzung von Meerwasser, da die Kapazitäten von jener in Marbella bei weitem nicht ausreichten. Außerdem müsste das marode Leitungsnetz an der Costa del Sol erneuert werden. Die meisten Wasserleitungen seien bereits mehrere Jahrzehnte alt und wären für eine weitaus geringere Bevölkerungszahl angelegt worden. Als Beispiel führt Luque die rund 100 Kilometer lange, entlang der Küste von Torremolinos bis Manilva führende Hauptleitung an, an der sich pro Jahr an die 50 Rohrbrüche ereignen.

Die Nachlässigkeit der staatlichen Instanzen in dieser Hinsicht kritisiert auch der Vorsitzende von Málagas Gaststättenverband Mahos, Javier Frutos. Es könne nicht sein, dass die Politiker die Mängel an der Wasserinfrastruktur immer nur dann zur Kenntnis nehmen, wenn es mal wieder eine längere Zeit nicht regnet, klagt er.

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