Eine Gruppe von Feuerwehrleuten kämpft sich durch die Flammen beim Waldbrand in der Sierra Bermeja in Málaga.
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In der Sierra Bermeja in Málaga wütete im September einer der schwersten Waldbrände von Spanien.

Waldbrand in Andalusien

Schwerster Waldbrand Spaniens: Soforthilfe für Sierra Bermeja in Málaga

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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In der Sierra Bermeja in Málaga wütete einer der schwersten Waldbrände Spaniens. Nun wird das Ausmaß der Schäden deutlich. Das abgebrannte Geniet braucht dringende Schutzmaßnahmen.

Estepona – Der Waldbrand, der im September in der Sierra Bermeja im Norden Málagas wütete, gilt als einer der schwersten in der Geschichte Spaniens. Wie groß das Ausmaß des Schadens ist, haben Sachverständige der Landesregierung von Andalusien nun anhand von Satelliten- und Drohnenbilder ausgewertet. Der Brand vernichtete auf einer 2.700 Hektar großen Fläche die Pflanzendecke und hinterließ quasi kahlen Boden – mit drastischen Folgen.

Estepona
Fläche137 km²
Bevölkerung67.012 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMálaga

Bei den nächsten Regenfällen würde Boden abgetragen werden, was zu schweren Überschwemmungen führen könnte, die auch die Küstengemeinden wie Estepona erreichen, da die Ramblas durch das Brandgebiet führen und im Meer münden. Die Sturzbäche würden verkohlte Vegetation, Steine, Schlamm und Pflanzenreste mit sich reißen und Erdrutsche auslösen.

Schwerster Waldbrand Spaniens: Bäume könnten plötzlich umstürzen und Menschen verletzen

In der Sierra Bermeja besteht nach Angaben der Landesregierung ein hohes Risiko für starke Regenfälle, da sich in der oberen Atmosphäre isolierte Tiefdruckgebiete bilden, die zu sintflutartigen Regenfällen führen, wie oft geschehen in der Vergangenheit. Zudem besteht die Gefahr, dass durch das Feuer geschwächte Bäume in der Nähe von Straßen und Wanderwegen plötzlich umstürzen und Menschen verletzen könnten.

Um weitere Katastrophen zu verhindern, lässt die Landesregierung Sofortmaßnahmen in der Sierra Bermeja in den nächsten neun Monaten durchführen. Zunächst werden die Wanderwege und Straßen vor umstürzenden Bäumen gesichert. Der Boden soll mit Reisigbündeln und Mauern aus Holz und Stein vor Erosion geschützt werden. Kleine Dämme sollen Sediment zurückhalten. Bäumen werden abgeholzt, um Waldbrände in Zukunft zu verhindern, dem geschädigten Ökosystem zu helfen, sich zu erholen, Schädlingen vorzubeugen und die Ästhetik des Waldes zu verbessern.

Schwerster Waldbrand Spaniens: Dem Wald helfen, sich selbst zu erholen

Die Kosten für die Notmaßnahmen wurden mit 4,6 Millionen Euro angegeben, die zum Großteil aus EU-Fonds stammen. Die Arbeiten werden in den öffentlichen Wäldern der Sierra Bermeja in den Gemeinden Estepona, Genalguacil, Casares und Jubrique durchgeführt.

Schwerster Waldbrand Spaniens in der Sierra Bermeja: Schutzmaßnahmen dringend erforderlich.

Die Landesregierung zähle auf die selbstheilenden Kräfte der Natur und setze schwere Forstmaschinen nur ein, wenn es zwingend notwendig sei, sagte die Landesministerin für Landwirtschaft Carmen Crespo (PP) bei einem Besuch des Brandgebiets vergangene Woche. Die Vorgehensweise sei mit dem wissenschaftlichen Komitee zur Sierra Bermeja abgestimmt. Man versuche, es der Natur so leicht wie möglich zu machen, sich zu erholen, sagte Crespo. Immerhin schaffen die Arbeiten in der Sierra Bermeja rund 200 neue und vor allem grüne Jobs.

Schwerster Waldbrand Spaniens: Umweltschützer fordern, Sierra Bermeja zum Nationalpark zu erklären

Die Umweltschützer fordern unterdessen, dass die Sierra de Bermeja zum Nationalpark erklärt wird. Das würde bedeuten, dass der Schutz des Gebiets durch gesetzliche Richtlinien garantiert ist. Die Organisation Ecologistas en Acción organisierte am 27. November eine Demonstration in Estepona, an der mehrere Vereinigungen, Parteien und Bürger teilnahmen. Sie forderten zudem mehr Mittel zur Vorbeugung von Waldbränden und eine bessere Pflege des Waldes.

Nach Angaben des Umweltministeriums in Madrid brannte am 8. September ein insgesamt 9.581 Hektar großes Gebiet in der Sierra Bermeja und im Valle del Genal ab, 95 Prozent der betroffenen Fläche befinden sich in Naturschutzgebieten. Vor allem Wälder von See-Kiefern fielen den Flammen zum Opfer.

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