Einige ausgedörrten Baumstümpfe am Rande eines Stausees.
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Die Provinz Málaga leidet aktuell wie fast ganz Spanien unter einer extremen Trockenperiode.

Wegen anhaltender Dürrre

Wassermangel in Málaga: Gemeinden reagieren - und bitten Verschwender zur Kasse

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Die für die Jahreszeit üblichen Niederschläge sind in Málaga in den letzten Monaten weitgehend ausgeblieben. Das Wasser wird knapp und die Gemeinden müssen sich etwas einfallen lassen. Der Hebel soll vor allem bei jenen angesetzt werden, die ihren Konsum trotz der ernsten Lage nicht drosseln.

Málaga - Der März soll in ganz Spanien, auch in Andalusien, den lang ersehnten Regen mitbringen. Bleibt abzuwarten wie viel. Die Niederschläge müssten schon sehr ergiebig sein, um das Defizit der letzten Monate auszugleichen. In Málaga etwa hat es im Herbst und auch im bisherigen Winter viel zu wenig geregnet. Und die Stauseen im Hinterland der Costa del Sol weisen einen immer niedrigeren Pegel auf. Im Süden der Provinz ist Wasser schon immer ein relativ knappes Gut gewesen, aber im Norden hat man damit in der Vergangenheit eigentlich nie streng haushalten müssen. Das war zumindest früher so, die Situation hat sich infolge des Klimawandels, der Spanien besonders hart trifft, mittlerweile aber radikal geändert.

In immer mehr Rathäusern beginnt man sich ernste Sorgen über die Versorgungslage zu machen. Und auch darüber nachzudenken, wie man der Verknappung der Wasserreserven entgegenwirken kann. Ganz oben im Norden Málagas ziehen nun vier Gemeinden aus der Comarca de Antequera – Alameda, Humilladero, Mollina und Fuente de Piedra - eine drastische Initiative in Erwägung, die zuvor auch schon in Alhaurin de la Torre angekündigt worden war. Und zwar wollen sie ihre jeweiligen Anwohner zu einem sparsameren Wasserkonsum erziehen. Wie? Mit der Androhung einer Erhöhung der Wassertarife, nämlich derart, dass ein übermäßiger, als verschwenderisch zu bezeichnender Konsum spürbar verteuert wird.

Wassermangel in Málaga: Verschwenderischer Verbrauch wird in der Wasserrechnung bestraft

Die Kalkulation der genannten Rathäuser ist folgende: Pro Person müsste man mit 200 Liter am Tag auskommen, bei einer vierköpfigen Familie würde sich das auf 800 Liter summieren. Auf dieser Grundlage würde man den Haushalten ohne Verteuerung einen Verbrauch von bis zu 75 Kubikmeter pro Quartal zugestehen. Liegt er aber darüber, würde sich das in der Wasserrechnung mit einer Erhöhung um 25 Prozent niederschlagen.

Möglichst verhindern soll dies eine Informationskampagne, wie sie bereits im letzten Jahr zur Sensibilisierung der Bürger für das Problem durchgeführt wurde, als die Versorgungslage kritisch zu werden begann, damals aber erst im Mai und nicht schon im Februar. Zeigt die Kampagne aber keine Wirkung und fahren die Bürger ihren Konsum nicht herunter, dann wird die Tariferhöhung kommen, versichern die Bürgermeister der vier Gemeinden. Und nicht nur das, denn es stehen auch Sanktionen - zwischen 200 und 3.000 Euro - im Raum für eine unangebrachte Verwendung des Wassers aus dem öffentlichen Leitungsnetz, etwa zum Wasschen des Autos oder zum Abspritzen von Häuserfassaden.

Wassermangel in Málaga: Ronda zieht zum Frühjahr Restriktionen des Konsums in Erwägung

Etwas weiter im Süden von Antequera, in Ronda, hat das Rathaus derweil einen Notfallplan ausgearbeitet, der greifen soll, wenn auch in den nächsten Wochen ertragreiche Regenfälle ausbleiben sollten. Dann sollen in der Gemeinde unter anderem Brunnen abgestellt sowie das Bewässern von Gärten und das Füllen von Pools verboten werden. Restriktionen des häuslichen Verbrauchs werden indes erst als letzte Maßnahme erwogen, wenn es gar nicht mehr anders ginge.

Tariferhöhungen, Konsumbeschränkungen oder Sanktionen für Verschwender dürften schon bald noch in vielen weiteren Gemeinden zur Regel werden, denn die aktuelle Trockenperiode gilt als die schlimmste der letzten acht Jahrzehnte. Was nicht mehr nur die Landwirtschaft, sondern auch den Tourismussektor in Málaga alarmiert. Und wenn nichts unternommen wird, um die Grundwasserreserven zu schonen, dürfte zum Sommer vielerorts womöglich gar nichts mehr aus den Wasserhähnen tröpfeln.

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