Pavillon im botanischen Garten von Málaga.
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Der auf einer Anhöhe gelegene botanische Garten in Málaga verfügt über einen Aussichtspunkt, von dem man eine herrliche Aussicht über die Stadt genießen kann.

Umstrittenes Spektakel

Weihnachtszeit in Málaga: Licht- und Musikshow im botanischen Garten

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Der botanische Garten „La Concepción“ in Málaga soll mit Beginn des Advents bis nach dem Dreikönigstag seine Besucher an den Abenden mit Musik, Projektionen und Lichterketten verzaubern. Das audiovisuelle Spektakel erntet aber auch Kritik, und zwar von gleich mehreren Seiten.

Málaga - Vom 27. November bis 9. Januar soll es im Jardín Botánico La Concepción in Málaga so richtig weihnachten. An den Abenden wird klassische Musik ertönen und die Anlage wird in einem bunten Lichtermeer erstrahlen. Die Details des audiovisuellen Spektakels hat die Stadträtin für Umwelt, Gema del Corral (PP), vor einigen Tagen im Rathaus präsentiert. Mit der Durchführung der Licht- und Musikshow war im Vorfeld bereits Proactiv Entertainment betraut worden. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit schon in botanischen Gärten verschiedener Städte wie etwa Berlin, Frankfurt, London oder Paris derartige Spektakel organisiert. Jenes in Málaga, versichern die Verantwortlichen von Proactiv Entertainment, werde die Besucher überraschen und verzaubern.

MálagaStadt in Andalusien
Fläche398 Quadratkilometer
Einwohner578.460 (Stand 2020)
ProvinzMálaga

„Christmas Garden“: Zwei Millionen Lichtquellen und Musik von Tschaikowsky

Die „Christmas Garden“ getaufte Show wird entlang einer mehr als zwei Kilometer langen Route durch die Anlage an die zwei Millionen Lichtquellen anbieten. Dazu wird ein eigens hierfür erstellter Soundtrack, nicht etwa mit Villancicos, den typischen spanischen Weihnachtsliedern, sondern mit Musik von Tschaikowsky zu hören sein. Auf Konstruktionen wie die Casa Palacio oder der Pavillon an der Aussichtsplattform werden Bilder von im Garten beheimateten Tieren wie Eichhörnchen oder Eulen projiziert. Und unterwegs werden einem in Form erleuchteter Silhouetten illustre Besucher der Anlage begegnen wie die spanischen Könige Isabel II. und Alfonso XIII. oder die österreichische Kaiserin Sissi.

Die Geschichte des botanischen Gartens in Málaga, der Hauptstadt der Costa del Sol, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht, wird denn auch als roter Faden der visuellen und akustischen Show dienen. So werden an einem der Teiche der Anlage aus dem Tagebuch von Amalia Heredia Livermore (1830-1902) vorgetragene Passagen zu hören sein, in denen diese im Garten erlebte Episoden schildert. Die philanthropische Baronin von Casa Loring, Alma Mater der historischen, nach ihrer Tochter Concepción benannten Gartenanlage, widmete sich zeitlebens vor allem der Förderung der Kunst und Kultur in Spanien.

„Christmas Garden“: Garten sollte ein Hort der Ruhe zum Genuss der Natur sein

Das Spektakel im Botanischen Garten hat indes nicht nur Befürworter. Die Oppositionsparteien PSOE und Unidas Podemos, die Umweltschutzvereinigung Ecologistas en Acción sowie der Förderverein Amigos del Jardín Botánico hatten sich gegen die weihnachtliche Show ausgesprochen, da die Flora und die Fauna beeinträchtigt werden könnten und der botanische Garten eigentlich ein Ort der Ruhe sein sollte, zum ungestörten Genuss der Natur. Die Biologen der Anlage sehen das anders. Sie verweisen darauf, dass derartige Veranstaltungen weltweit in vielen botanischen Gärten stattfinden und auch jener in Málaga immer wieder mal etwa für nächtliche Erlebnisführungen ausgeleuchtet wird und in der Vergangenheit auch schon Konzerte und sogar größere Musikfestivals beherbergte.

Die Stadtregierung wiederum rechtfertigt die Show damit, dass sie den botanischen Garten einem breiteren Publikum näherbringen werde, das die Anlage ansonsten nicht besuchen würde. Außerdem werden die Besucher der Show, die erst nach den regulären Öffnungszeiten erfolgt, in geschlossenen Gruppen entlang einer festen Route geführt. Die abhängig vom Tag für zwölf oder 14 Euro erhältlichen Eintrittskarten  – zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr – sind denn auch zeitgebunden. Außer am 24. und 31. Dezember sowie am 5. Januar sollen täglich sieben Führungen geboten werden, mit Einlass im halbstündigen Rhythmus von 18.30 bis 21.30 Uhr. Um 23 Uhr sollte der letzte Gast den Garten verlassen haben - damit die Eichhörnchen ihre Nachtruhe finden und die Eulen auf Beutejagd gehen können.

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