Das Porträt eines Wildschweines mit Blick auf den Betrachter des Fotos.
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Das Wildschwein ist kein gern gesehener Gast in den Wohnsiedlungen von Mojácar. Aber Töten ist keine Lösung, sagen Tierschützer,

Schweine an der Küste

Tierisches aus Andalusien: Wildschweine auf Stippvisite in Mojácar

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Auch Wildschweine haben die Küste von Andalusien für sich entdeckt. In Mojácar wühlen sie in den Grünanlagen der Strandpromenade oder in privaten Gärten herum. Töten ist aber keine Lösung, sagen Tierschützer.

Mojácar – Sie kennen sich aus an der Küste von Andalusien, wühlen ungeniert in fremden Gärten, lärmen, hinterlassen einen Haufen Schmutz und richten Schäden an. Die Ausgangssperre ab bisher 22 Uhr und die Ruhe auf den Straßen locken offenbar Wildschweine bis in die Wohnsiedlungen in Mojácar Playa an der Küste von Almería. Auch in den Grünanlagen an der Strandpromenade sind eindeutige Wühlspuren zu sehen. Willkommen sind die Wildschweine nicht.

WildschweinSus scrofa
Höhe55 – 120 cm (Erwachsener, Schulterhöhe)
Länge90 – 200 cm (Erwachsener, Ohne Schwanz)
Tragzeit115 Tage
Stellung in der NahrungsketteAllesfresser
ErhaltungszustandUngefährdet
GewichtMännlich: 75 – 100 kg, Weiblich: 60 – 80 kg

Anwohner berichteten gegenüber der Zeitung „La Voz de Almería“ von Schüssen aus einem Auto und einem toten Wildschwein in der Nähe der Tankstelle. Offenbar handelte es sich um ein Muttertier, wie Anwohner der Tierschutzvereinigung Eleos meinen. Spaziergänger hatten eine Gruppe von Frischlingen um das tote Tier herum beobachtet.

Wildschweine vor der Haustür in Mojácar: Schuld ist der Mensch, der die Tiere füttert

Eleos verurteilte das Töten von Wildschweinen und schlug alternative Methoden vor, um den Bestand der Wildtiere zu kontrollieren. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, Futterstellen außerhalb von Wohngegenden aufzustellen, sagte Eleos-Präsidentin María Presa. Als effektiv habe sich ebenfalls erwiesen, die Tiere mit einem Verhütungsmittel zu impfen. Das hätten Studien aus Spanien belegt. Presa bezog sich dabei auf ein Projekt aus Katalonien aus dem Jahr 2018. Veterinäre der Universität Barcelona verabreichten Wildschweinen die Antikonzeptiva und stellten fest, dass sich die Population in einem Jahr um 400 Exemplare verringert hatte.

Das Problem Wildschwein in Mojácar ist nicht neu. Die Tierschutzorganisation und das Rathaus von Mojácar sind sich einig, dass die Ursache das Füttern der Tiere ist. Viele Menschen auf dem Land hätten den Schweinen zu fressen gegeben und sich später darüber beschwert, dass es immer mehr wurden, sagte Presa. Die Tiere hätten die Scheu vor den Menschen verloren und würden sich sogar anfassen lassen in der Hoffnung, etwas Essbares zu bekommen.

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