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Altea: Hilfe für Ukraine-Opfer mit Musik - Belgischer Poet organisiert Benefiz-Konzert

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Von: Judith Finsterbusch

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Vor einem Konzertsaal mit Kuppeldach stehen Palmen.
Das Benefiz-Konzert für die Ukraine-Flüchtlinge findet im Palau in Altea statt. © Ángel García

Nicht nur Kleidung und Medikamente benötigen die Opfer des Ukraine-Kriegs dringend, auch Geld wird benötigt. Mit einem hochkarätigen Benefiz-Konzert in Altea sollen Spenden gesammelt werden.

Altea – Die Solidarität mit den Opfern des Ukraine-Konflikts ist auch an der Costa Blanca enorm, Spanier wie auch ausländische Residenten bringen sich so ein, wie sie es am besten können. Der belgische Poet Germain Droogenbroodt macht da keine Ausnahme, er hilft auf seine Art – mit Kultur – und hat für Sonntag, 20. März, gemeinsam mit dem Rathaus ein Konzert unter dem Motto „Musik für die Ukraine“ im Palau von Altea organisiert.

Konzert für die Ukraine-Opfer in Altea - Spontane Beteiligung der Musiker

Viele Menschen geben Sachspenden ab, aber es fehlt an Geld“, sagt Droogenbroodt, der an der Costa Blanca unter anderem für seine poetischen Abendkonzerte bekannt ist, die er seit Jahren im Sommer in seiner Stiftung Ithaca in Altea organisiert. „Bei den Abendkonzerten sind im Laufe der Jahre gute Kontakte zu hervorragenden Musikern entstanden, viele haben sich sofort bereiterklärt, für die Ukraine-Opfer aufzutreten“, so der Belgier.

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Und so stehen trotz der spontanen Aktion viele große Namen aus der klassischen Musik auf der Liste für das Konzert in Altea: Unter anderem Gitarrist Vicent Ballester, Sopranistin Maite Alberola mit Francisco Cholbi am Piano, das Pianisten-Duo Van Dúa bestehend aus Pamela Pérez und Pedro Mercado, Flötistin Anna Alvado Fuster mit Pianist Luis Alvado Hernández, Pianist Roberto Díaz Nogales mit den Saxophonisten Joan Savall Guardiola und Israel Rivera Castillo und der Kammerchor der SFA Altea unter Leitung von Jaume Francesc Ripoll Martins.

Ein Mann sitzt an einem Tisch, auf dem mehrere Gedichtbände liegen.
Poet Germain Droogenbroodt aus Altea hilft den Opfern aus der Ukraine so, wie er es am besten kann: mit Kultur. © Ángel García

Benefiz-Konzert in Altea: „Wir müssen etwas tun für die Menschen in der Ukraine“

„Die Bilder, die wir täglich in den Nachrichten sehen, sind erschütternd. Wir müssen etwas tun für die Menschen in der Ukraine, es herrscht dort so viel Not“, meint Droogenbroodt. Erst dieser Tage hatte der Belgier aus Altea Kontakt zu dem ukrainischen Lyriker Dmytro Tchystiak, der in Kiew lebt. „Er hat mir geschildert, wie schlimm die Lage vor Ort ist, jederzeit könnte eine Bombe auch auf sein Haus fallen. Es herrscht Angst“, sagt der Poet von der Costa Blanca.

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Bei dem Konzert in Altea verzichten alle Künstler auf ihre Gage, das Rathaus stellt den Palau kostenlos für das Benefizkonzert zur Verfügung – Platz ist für 700 Menschen. Zwischen den musikalischen Beiträgen wird Germain Droogenbroodt Gedichte in mehreren Sprachen rezitieren, schon jetzt versucht er auch, über sein „Gedicht der Woche“, das er seit Jahren dank der Zusammenarbeit mit Übersetzern auf der ganzen Welt in über 36 Sprachen verschickt, seinen Beitrag zu leisten. „Die Gedichte erscheinen zum Beispiel auch in China, die Übersetzerin, mit der ich dort zusammen arbeite, war aber der Meinung, dass die USA den Krieg angezettelt hätten. Ich will mit den Gedichten auch einen Beitrag gegen die Falschinformationen leisten“, sagt Droogenbroodt und hat für die aktuelle Woche eine Poesie des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko ausgewählt, der einst selbst in russischer Gefangenschaft war.

Musik genießen und Gutes tun - Konzert-Erlös geht an Ukraine-Flüchtlinge

Für das Konzert in Altea hofft Droogenbroodt nun auf viele Besucher, die „die Musik genießen und dabei etwas Gutes tun“. Der ganze Erlös aus dem Eintrittsgeld wird an die ukrainischen Flüchtlinge gespendet, von denen jetzt auch viele an der Costa Blanca ankommen – also an Frauen und Kinder. Welchem Hilfsverein das Geld überwiesen wird, müssen die Organisatoren noch mit dem Rathaus abklären, wahrscheinlich aber geht die Spende ans Rote Kreuz oder an das Kinderhilfswerk Plan International.

Schon vor dem Konzert treffen sich die Besucher um 18 Uhr auf dem Kirchplatz in der Altstadt von Altea, um dann gemeinsam in einem Schweigemarsch zum Palau zu laufen. Die Eintrittskarten kosten 10 Euro, wer das Konzert nicht selbst besuchen kann, aber trotzdem helfen möchte, kann auch ein Ticket für die „leere Reihe“, die Fila 0 kaufen und dafür mindestens den Eintrittspreis von 10 Euro zahlen - oder auf eigenen Wunsch auch mehr. Eintrittskarten gibt es in der Casa de Cultura, der Rathaus-Außenstelle in Altea la Vella, am Palau-Schalter vor dem Konzert und online beim Kulturamt der Stadt. Beginn des Konzerts ist um 19 Uhr.

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