Hollywood-Star aus Málaga

Antonio Banderas wird 60: Zum Geburtstag mit Coronavirus angesteckt

  • vonJudith Finsterbusch
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Weniger Hollywood, mehr Málaga. Antonio Banderas wird 60 und will nicht mehr den heißen Latin Lover oder den Degen schwingenden „Zorro“ mimen, sondern den „wirklich wichtigen Dingen“ den Vorrang geben. Dazu gehört ein Projekt in seiner Heimatstadt Málaga, das von Corona unterbrochen wurde. Ausgerechnet zu seinem Geburtstag hat sich der Schauspieler mit dem Coronavirus angesteckt.

  • Antonio Banderas hat sich mit dem Coronavirus angesteckt und feiert seinen 60. Geburtstag in häuslicher Quarantäne.
  • Seit einem Herzinfarkt 2017 gibt es einen „neuen Antonio Banderas“.
  • Von wegen Latin Lover: Antonio Banderas gilt als Kämpfer.

Málaga - Antonio Banderas ist einer der größten europäischen Hollywood-Stars. Der Leinwand-Latin-Lover aus Andalusien im Süden von Spanien, wird am Montag, 10. August, 60 Jahre alt. Seinen Geburtstag verbringt der Schauspieler allerdings in häuslicher Quarantäne: Nach eigenen Angaben hat sich Banderas mit dem Coronavirus angesteckt.

PersonAntonio Banderas
Geburtsdatum10. August 1960, Málaga
Größe1,74m
Goya-PreiseEhren-Goya 2014, bester Hauptdarsteller 2019
KinderStella Banderas

Antonio Banderas wird 60: Coronavirus-Infektion zum Geburtstag

Auf seinem Twitter-Account postete Antonio Banderas an seinem Geburtstag ein Foto, das ihn als Kind zeigt. Dazu schreibt er: „Ich möchte öffentlich mitteilen, dass ich mich dazu verpflichtet sehe, meinen 60. Geburtstag in häuslicher Quarantäne zu verbringen, da ich positiv auf die Krankheit Covid-19 getestet wurde, die vom Coronavirus ausgelöst wird.“ Der Hollywood-Schauspieler fügt hinzu, dass es ihm „relativ gut“ gehe. „Ich fühle mich ein bisschen müder als normal. Aber ich vertraue darauf, dass ich mich so bald wie möglich erholen werde, wenn ich die Anweisungen der Ärzte befolge“, schreibt Antonio Banderas. Die Zwangspause will der spanische Schauspieler nutzen, um „zu lesen, zu schreiben, mich auszuruhen und Pläne zu schmieden, um den gerade angebrochenen 60 Jahren einen Sinn zu geben“.

Mit dem Film-Mekka in Los Angeles hat Banderas derzeit sowieso wenig bis gar nichts am Hut. „Schuld“ ist der 26. Januar 2017. Vor dreieinhalb Jahren erlitt Antonio Banderas beim Sport in seinem Haus in der südenglischen Grafschaft Surrey unweit von London einen Herzinfarkt, der sein Leben total veränderte.

Antonio Banderas: „Herzinfarkt hat mir das Leben gerettet“

Antonio Banderas aus Málaga wird am 10. August 60 Jahre alt - und feiert den Geburtstag wegen einer Coronavirus-Infektion in häuslicher Quarantäne.

„Der Infarkt hat mir das Leben gerettet. Plötzlich räumst du den wirklich wichtigen Dingen Vorrang ein“, bilanzierte Schauspieler Antonio Banderas in mehreren seiner jüngsten Interviews. Es gebe inzwischen einen „neuen“ Antonio Banderas. „Vielleicht ist es nicht mal so schlecht, den (alten) Banderas zu töten“, sagte der Schauspieler („Die Maske des Zorro“) jüngst der Zeitung „El Periódico“.

Er ist überzeugt: „Den Infarkt habe ich mir ganz alleine eingebrockt. Weil ich Dinge gemacht habe, die mir nicht gefielen, und weil ich Projekte verteidigt habe, an die ich nicht geglaubt habe, nur weil der Produzent neben mir saß.“ Nur 15 seiner etwa 60 Filme seien wirklich gut gewesen. Eine Rolle spiele auch das Alter, räumte Antonio Banderas ein. „Ich werde jetzt 60. Da kann ich nicht mehr den Jungen herauskehren, der gern den Zorro spielt.“

Antonio Banderas bezeichnet sich selbst als Workaholic

Das bedeutet aber nicht, dass Antonio Banderas seit dem Anfall eine ruhige Kugel schiebt. Der Ex-Ehemann von Hollywood-Kollegin Melanie Griffith bezeichnet sich weiter als „Workaholic, der ohne Arbeit nicht leben kann“, auch wenn ihm drei Stents eingepflanzt wurden. Er spielte zuletzt unter anderem die Hauptrolle im Filmdrama „Leid und Herrlichkeit“ (2019) seines Entdeckers Pedro Almodóvar und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen für den besten Darsteller, unter anderem in Cannes, sowie den spanischen Goya-Preis.

Die meiste Zeit widmete Antonio Banderas in den Monaten vor der Pandemie aber dem - wie er sagt - „Projekt meines Lebens“. Im November eröffnete er in seiner Geburtsstadt Málaga das von ihm gestiftete Teatro del Soho. Bei der Premiere und in späteren Aufführungen des Musicals „A Chorus Line“ trat er selbst auf. Und das tat ihm gut: „Durch das Tanzen habe ich zehn Kilo verloren. Ich fühle mich gut“, verriet er erst vor ein paar Monaten. „Ich rauche nicht mehr, ich esse nicht mehr jeden Tag Fleisch und mache mir nicht mehr so viel Stress.“ Ehrgeizig bleibt Banderas aber: Mit „A Chorus Line“ will er sich so bald wie möglich in New York präsentieren.

Antonio Banderas: „Die Scheidung ließ mich unter schrecklichem Stress leiden“

Unter „schrecklichem Stress“ habe Antonio Banderas vor allem 2014 während der Scheidung von Griffith nach 18-jähriger Ehe gelitten - auch wegen der gemeinsamen Tochter Stella del Carmen (23), die sich seit zwei Jahren als Schauspielerin versucht. „Die Scheidung war für mich sehr hart. Wir hatten 20 Jahre lang unser eigenes Universum aufgebaut, und plötzlich ging alles in die Luft.“ Mit Melanie (62) verbinde ihn aber noch eine enge, „wunderbare Freundschaft“.

Antonio Banderas war derweil nach der Scheidung nicht lange allein. Schon seit Ende 2014 ist er mit der 20 Jahre jüngeren deutsch-niederländischen Anlageberaterin Nicole Kimpel zusammen. Die beiden waren eines der Paare, die von der Coronavirus-Pandemie monatelang getrennt wurden. Während Kimpel den Lockdown in Genf mit ihrem Vater und ihrer Zwillingsschwester verbrachte, war Banderas nach eigenen Angaben 70 Tage allein in seinem Haus in Marbella. „Ich habe Wäsche gewaschen, gebügelt, den Boden mit Lauge geputzt“, erzählte er im Juni der Zeitung „El País“.

Antonio Banderas war schon immer eher ein Kämpfer als ein Latin Lover

Alles andere als ein Don Juan. Antonio Banderas war allerdings im wirklichen Leben schon immer mehr ein Kämpfer als ein Latin Lover, ein Lebens- und Überlebenskünstler. Der Sohn eines Polizeibeamten und einer Lehrerin verließ schon mit 18 das Elternhaus in Málaga mit umgerechnet nur 90 Euro in der Tasche, um in der Hauptstadt Madrid den Durchbruch als Schauspieler zu schaffen.

Berichten zufolge wurde er Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre neun Mal aus Pensionen geworfen, weil er mit den Zahlungen für die Unterkunft in Verzug geriet. Aber dann kam Pedro Almodóvar. Mit dem schrillen Provokateur drehte Antonio Banderas unter anderem „Labyrinth der Leidenschaften“ (1982) und „Matador“ (1986), bevor das Duo 1988 mit der Komödie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ weltweit den Durchbruch schaffte. Der Streifen wurde unter anderem für einen Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert - und diente Banderas als beste Visitenkarte für Hollywood.

Antonio Banderas und sein Entdecker, der Regisseur Pedro Almodóvar.

Antonio Banderas spielte an der Seite großer Hollywood-Stars

Der Andalusier sprach damals nicht ein einziges Wort Englisch, er packte aber dennoch die Koffer und zog nach Los Angeles. Für seine erste Rolle in „Mambo Kings“ (1992) studierte Antonio Banderas - ganz Kämpfer - den Text phonetisch ein, ohne ihn wirklich zu verstehen. Es klappte aber. Der Ruf von Top-Regisseuren wie Bille August („Das Geisterhaus“, 1993), Jonathan Demme („Philadelphia“, 1993) oder Alan Parker („Evita“, 1996) ließ nicht auf sich warten.

Antonio Banderas drehte auch an der Seite der attraktivsten Frauen seiner Generation. Zum Beispiel mit Pop-Ikone Madonna in „Evita“, mit Catherine Zeta-Jones in „Die Maske des Zorro“ (1998) oder mit Angelina Jolie in dem Melodram „Original Sin“ (2001). Vor der Kamera lernte er auch Melanie Griffith kennen - bei der romantischen Komödie „Two Much - Eine Blondine zuviel“ (1996).

Antonio Banderas Erfolgsrezept? „Man muss Geduld haben und auf die Details achten. Ich habe mir alles immer hart und ganz allein erarbeitet, Schritt für Schritt, habe überall Castings gemacht, und auch viel Mist ertragen müssen“, erzählte er im Gespräch mit „La Opinión de Málaga“. Um fit zu bleiben, trinkt der „geständige“ Hypochonder nach eigenen Angaben viel Tee und macht viel Yoga. Und nach Ende des strengen Coronavirus-Lockdowns joggt er wieder jeden Tag - auch wenn er auch in Málaga von Paparazzi gejagt wird. Sich unters Messer zu begeben, um Altersfalten zu beseitigen, lehnt er strikt ab. „Erst wenn dein Körper nicht das tut, was dein Gehirn will, dann kannst du sagen: Houston, wir haben ein Problem.“ (fin mit dpa)

Rubriklistenbild: © Álex Zea/dpa

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