Eine Bronzeskulptur in Valencia stellt eine sich aufbäumende Person dar.
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Hier noch in Valencia, mittlerweile in Moraira an der Costa Blanca: Der „Gigante de Sal“ - Kunst zum Nachdenken.

Skulptur mit Symbolkraft

Kunst an der Costa Blanca: Hoffnung nach Katastrophen wie Corona

  • Anne Thesing
    VonAnne Thesing
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Wie Kunst an der Costa Blanca zum Nachdenken anregen kann, zeigt eine Riesen-Skulptur im Küstenort Moraira - zwei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie und mitten in unruhigen Kriegs-Zeiten.

Teulada-Moraira - Es ist ein tiefer Schmerz, den der „Gigante de Sal“ (Salzriese) ausdrückt. Aber auch das stolze Aufbäumen, das diesem Schmerz folgt, stellt er mit Gestik und Mimik dar. „Der Riese ist aus unserem Wunsch entstanden, die Stärke des Menschen zu personifizieren, nach kollektivem Unheil wie wir es auf so intensive Weise vor jetzt zwei Jahren mit Beginn der Corona-Pandemie erlebt haben, wieder aufzustehen“, sagten die spanischen Künstler Coderch und Malavia, nachdem der aus Bronze gefertigte Riese an Morairas Burgpromenade am 12. März, aufgestellt worden war. Die Gemeinde freut sich über ein neues Fotomotiv, das den Namen Morairas über die Costa Blanca hinaus in die Welt hinaustragen soll, aber auch und vor allem über die Botschaft, die die Skulptur in diesen schweren Zeiten, die durch den Ukraine-Krieg noch eine ganz andere Dimension erfahren, vermitteln will.

TeuladaGemeinde in Spanien
Fläche32,24 km²
Höhe185 m
Bevölkerung10.722 (2018)
ProvinzProvinz Alicante

Kunst an der Costa Blanca: Zwei Jahre nach Corona

Nach Moraira an der Costa Blanca ist der Riese genau zwei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie gekommen – am 14. März 2020 war in Spanien der Notstand erklärt worden –, nachdem das Kunstwerk ein Jahr lang an der Marina de Valencia gethront und auch schon Städten wie München, Capri oder Toulouse einen Besuch abgestattet hatte. Inspiriert hatte sich das in Valencia arbeitende und wohnhafte Künstlerduo Coderch und Malavia am Tänzer Fred Herrera und seiner Interpretation des japanischen Tanzes Butho, der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden war und die Wiedergeburt der Gesellschaft nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima reflektieren sollte. Auch das eine Situation, in der die Kraft der Gesellschaft, die der „Gigante“ symbolisiert, die Fähigkeit, sich nach großen Katastrophen wieder aufzurichten, wichtiger war denn je. Eine Kraft, die auch die Corona-Pandemiezeiten und, mit unfreiwilliger Aktualität, nun auch die Kriegs-Zeiten erfordern.

Kunst am Meer: Costa Blanca zeigt prämierte Skulptur

Wobei der Gigante nicht nur zum Anschauen einlädt. Die Menschen sollen sich der Skulptur nähern, mit ihr interagieren, betont das Rathaus von Teulada-Moraira. Die Idee der Künstler sei es gewesen, die Kunst aus den Galerien und Museen herauszuholen und auf die Straße zu bringen, so wie jetzt an der Costa Blanca. Dafür taten sich Joan Coderch und Javier Malavia bereits 2015 zusammen – mit Erfolg und immer mit der Prämisse, den Menschen mit seinen Emotionen ins Zentrum ihrer Kunst zu stellen. Ausgezeichnet wurden sie mit verschiedenen ihrer Werke, unter anderem vom International ARC Salon, einem der wichtigsten Kunstwettbewerbe der USA. In Spanien erhielten sie für ihre Skulptur „Hamlet“ den Reina-Sofía-Preis für Malerei und Bildhauerei.

Kunst an der Costa Blanca: Trotz Corona und Krieg nach vorne schauen

„Es ist eine Ehre, den Gigante de Sal an diesem magischen Ort in Teulada-Moraira stehen zu haben. Wir möchten, dass Sie ihn sich zu eigen machen, dass er Teil des Ortes und eine Referenz wird, um in schwierigen Zeiten nach vorne zu schauen“, sagte Bürgermeister Raúl Llobell mit Bezug auf Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg. Allein in den zwei Stunden, in denen der Riese aufgestellt wurde, hätten sich schon über 100 Personen mit ihm fotografieren lassen – ein gutes Zeichen, dass diese Art der Kunst auch in der Urlaubersaison Besucher der Costa Blanca nach Moraira locken werde, das auch darüber hinaus einiges zu bieten hat. Zunächst einmal sei der Aufenthalt des Gigante in Moraira unbegrenzt, hoffentlich bleibe er für immer, sagte Llobell.

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