„Denn das Leben ist schön“

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Zutaten für eine zünftige Zarzuela: Tanz, bunte Kostüme, Folklore und schöne Menschengruppen. Hier aus „Doña Francisquita“. Foto: Teatro de la Zarzuela

Marco Schicker – Madrid. Kennen Sie über das Land hinaus bekannte spanische Opern oder Opernkomponisten? Bestimmt nicht, denn es gibt sie praktisch nicht. Warum ließ ein Volk, das ständig singt, für alles ein Liedchen, eine Copla, eine Sevillana und sowieso einen intensiven Hang zum Dramatischen hat, es zu, dass ihre großen Gestalten von Ausländern zu musikalischem Ruhm geführt wurden?
Don Juan verführt seine 1.003 Spanierinnen als Don Giovanni des „Teutschen“ Mozart. Der vertonte auch Figaros Hochzeit in Sevilla, von Da Ponte zugetextet. Der dortige Barbier singt nach Rossinis Pfeife, Carmen verführt nach Bizets Vorgaben auf Französisch und Ritter Cid wird von Massenet verklärt, nicht von einem Valencianer. Don Carlos, immerhin der, wenn auch verstoßene Sohn des großen Königs Felipe II., ist ein Stück von Schiller, das Verdi zum klingenden Monument erhob. Donizettis Liebestrank wird in Sevilla ausgeschenkt, Fidelio von Beethoven in der Festung San Jorge in Triana gefoltert und Wagners unheimlicher Parsifal spielt an einem noch unheimlicheren Ort in Spanien.

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