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Beständige Harmonie: Deutsche Pianistin genießt Musikerinnenleben in Spanien

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Von: Stefan Wieczorek

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Zwei Damen in eleganten Kleidenr stehen vor Klavierflügel und Kirchenwand.
Deutsche Pianistin Karin Krause (rechts) spielt mit Olga Khodzhatullina am 30. Oktober vierhändig Klavier. © Conjunto Crescendo

An die Costa Blanca zog Karin Krause nicht nur die Sonne. Am 30. Oktober tritt die Klavierlehrerin aus dem Ruhrgebiet in einem internationalen Ensemble im Palacio de la Música von Torrevieja auf.

Torrevieja – Ein prima Weg, um in einer neuen Heimat Fuß zu fassen, ist die Musik. Das weiß niemand besser als Karin Krause, die nun seit über zehn Jahren den Süden der Costa Blanca bewohnt und mit Klavierkunst verwöhnt. Am Sonntag, 30. Oktober, ist es wieder so weit: Im Musikpalast von Torrevieja sitzt die Deutsche mit der Russin Olga Khozhatullina am Klavier, und der Georgier Zurab Kala vom örtlichen Sinfonieorchester spielt Cello. Veranstalter des Konzerts der Kulturvereinigung Conjunto Crescendo sind die Stadt und das Kulturinstitut Joaquín Chapaprieta. Pianistin Krause ist, das kann man wohl sagen, voll angekommen in ihrem musikalischen Leben in Spanien.

Deutsche Pianistin genießt Musikerinnen-Leben in Spanien

Eigentlich könnte sie ja richtig Pause unter der Sonne Spaniens machen, die emeritierte Musikerin und Klavierlehrerin, die aus der Ruhrgebietsstadt Dorsten stammt und an der Musikhochschule Köln studierte. Aber Karin Krause kann einfach nicht anders als weitermusizieren, wobei ihr bunter Mitspielerkreis wächst und wächst – passend zum Namen Conjunto Crescendo, wachsende Einheit. Nehmen wir ihre Klavierpartnerin Olga Khozhatullina, mit der sie sich hier in Spanien – kaum kennengelernt – zum vierhändigen Spielen hinsetzte. „Wie wir zueinander fanden, kann ich gar nicht mehr sagen“, sagt die deutsche Pianistin von der Costa Blanca. Es ergab sich halt so, wie es die Musik wollte.

Andere spannende Kooperationen der in Spanien lebenden Deutschen ergaben sich mit Torreviejas Konzertmeister Stanislav Tkach, dem Kontratenor Maxy Hernández oder der Sopranistin Olga Shtreys. Der Palacio de Música ist laut Karin Krause überaus geeignet für Kammerkonzerte wie das kommende. Ein vielfältiges Programm haben die Russin, die Deutsche und der Georgier vor. „Einige bekanntere und weniger bekannte Werke, von Strauss etwa. Die Träumereien von Schumann, Tschaikowskis Nocturne, Schuberts Ave Maria – also querbeet, kann man sagen.“ In Deutschland hatte Krause ihre Konzerte noch jeweils auf wenigere Komponisten konzentriert. Doch eine breitere Auswahl gefalle der Pianistin heute besser.

In Spanien eher ein „Bravo“: Auch im Alter Klavier lernen

Dass die Pianistin in ihrem neuen Leben in Spanien so leicht Anschluss fand, lag nicht zuletzt am musikbegeisterten Publikum. „Das ist hier im Grunde genauso wie in Deutschland, nur ruft in Spanien eher jemand mal ‚bravo‘“, lacht Krause. Skandinavier, Engländer, Russen, Deutsche, „und zwei Italiener, die immer kommen“, gehörten zu ihren Zuhörern an der Costa Blanca. Wer die Kraft der Klaviermusik selbst erkunden mag, könne Krause nach Unterricht fragen. „Man kann auch im Alter einsteigen“, sagt die ausgewanderte Musiklehrerin, „muss aber wissen, dass man beständig dranbleiben muss“.

Konzert im Palacio de la Música (Calle Unión Musical Torrevejense 45) am Sonntag, 30. Oktober, um 19 Uhr:

Tickets gibt es bei Karin Krause, Telefon 693 660 743, sowie montags und mittwochs 17 bis 19 Uhr in der Calle Palangre 20 und im Musikpalast ab zwei Stunden vor dem Konzert an der Abendkasse.

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