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Filmfestival in Málaga: Jubiläumsausgabe mit Comeback des roten Teppichs

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Von: José Antonio Nieto

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Präsentation des Programms des Filmfestivals von Málaga.
Die 25. Ausgabe des internationalen Filmfestivals von Málaga wird vom 18. bis 27. März veranstaltet. © Javier Ramirez/Rathaus Málaga

Das internationale Filmfestival von Málaga feiert nicht nur sein 25-jähriges Jubiläum. Zelebriert wird auch die Rückkehr zur Normalität. Mit den üblichen Fotocalls der Kinostars auf dem roten Teppich, auf die man zuletzt wegen Corona noch verzichten musste.

Málaga - Das internationale Filmfestival von Málaga war 1998 ins Leben gerufen worden, um die spanische Filmindustrie zu pushen. Indem man den relevantesten neuen Produktionen – noch vor ihrem Kinostart – eine Plattform für eine medienwirksame Vorpremiere bietet. Und zwar nicht nur Spielfilmen, sondern auch Dokumentar- und Kurzfilmen. Das Festival „expandierte“ mit der Zeit auch nach Lateinamerika und bezog dessen Kino mit ein. Was dem Event eine kleine, aber entscheidende Namensänderung einbrachte. Seither nennt es sich offiziell nicht mehr „Festival des spanischen Kinos“, sondern „Festival des Kinos auf Spanisch“.

Filmfestival in Málaga: Eröffnungsgala im Sportpalast statt im Theater - mit bis zu 3.000 Zuschauern

In diesem Jahr steht mit der 25. Ausgabe für die Organisation nicht nur ein wichtiges Jubiläum an. Es ist nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie auch die erste Ausgabe des Filmfestivals in Málaga, die zu ihrem gewohnten Zeitpunkt, nämlich zum Beginn des Frühjahres, ausgetragen wird. Womit sie eine Rückkehr zur Normalität symbolisiert, gegenüber den beiden vorangegangenen Ausgaben, die 2021 erst im Juni, 2020 sogar erst im August, und in beiden Fällen mit den üblichen Covid-Auflagen veranstaltet werden konnten.

Die Vorzeichen des diesjährigen Filmfestivals in Málaga, das vom 18. bis 27. März ansteht, sind indes schon ganz andere. So werden zum Beispiel die Kinofans ihre Filmstars anders als zuletzt wieder über den roten Teppich defilieren sehen. Und die Eröffnungsgala ist vom Teatro Cervantes, wo sie bislang stattfand, in den Palacio de Deportes Martin Carpena verlegt worden. Den Auftakt der Jubiläumsausgabe soll nämlich ein möglichst zahlreiches Publikum miterleben können und der Sportpalast weist mit einem Fassungsvermögen für 3.000 Personen schließlich die dreifache Kapazität des Theaters auf.

Szene aus dem Spielfilm „Alcarrás“ von Carla Simón
Der Spielfilm „Alcarrás“ der auf der Berlinale jüngst mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, wird in Málaga erstmals für das spanische Publikum zu sehen sein. © Lluis Tudela/dpa

Filmfestival in Málaga: „Alcarrás“ von Carla Simón außer Konkurrenz - wegen Berlinale-Triumph

Filmisch wird im Rahmen der Eröffnung der Streifen „Código Emperador“, ein Thriller von Jorge Coira mit Luis Tosar in der Hauptrolle, für einen Auftakt voller Spannung sorgen. Während „Llenos de gracia“, eine Komödie von Roberto Bueso mit Carmen Machi als Protagonistin, die im Rahmen der Klausur des Festivals in Málaga ausgestrahlt wird, nach zehn Tagen die Anspannung aller Beteiligten wieder lösen soll. Besonders nervös dürften die Macher und Darsteller der für den offiziellen Wettbewerb auserwählten Filme sein, die um die begehrten Trophäen wetteifern, allen voran die Biznaga de Oro (Goldener Jasminstrauß) für den besten Film, sowie die Silbernen Jasminsträuße unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch sowie die besten männlichen und weiblichen Haupt- wie Nebendarsteller.

Ohne diesen besonderen Nervenkitzel wird Carla Simón, Regisseurin und Co-Drehbuchautorin des Films „Alcarrás“ das Filmfestival erleben können. Ihr Streifen wird in Málaga zwar wie geplant seine Spanien-Premiere haben, bevor er am 29. April in die spanischen Kinos kommt. Anders als zunächst vorgesehen, wird er aber außer Konkurrenz ausgestrahlt. Der Grund hierfür liegt in Berlin: Beim Filmfestival Mitte Februar in der deutschen Hauptstadt war „Alcarrás“, erst der zweite Spielfilm der mehr als vielversprechenden Filmemacherin, zum besten Beitrag gekürt worden. Nach „La Colmena“ von Mario Camus, der 1982 mit dem Goldenen Bären prämiert wurde, ging die Trophäe erst zum zweiten Mal nach Spanien. Und Carla Simón ist die erste Regisseurin aus Spanien gewesen, die auf der Berlinale triumphieren konnte.

Ob der Berliner Vorschusslorbeeren waren die Organisatoren des Filmfestivals besorgt, dass Carla Simón in Málaga alle Preise abräumen und den konkurrierenden Filmemachern gar keine Chance lassen könnte. Mit den Produzenten von „Alcarrás“·einigten sie sich daher kurzfristig darauf, den Film aus dem offiziellen Wettbewerb herauszunehmen. Ganz abwegig ist die Vorahnung eines totalen Triumphs von Carla Simón auch nicht, denn schon vor fünf Jahren stellte sie in Málaga mit ihrem viel beachteten Debütfilm alles in Schatten. „Verano 1993“, wie „Alcarrás“ ein Familiendrama, sahnte 2017 beim Filmfestival gleich fünf Preise ab, darunter die Biznaga de Oro für den besten Film. Damals kam Simón auch mit Rückenwind aus Deutschland an die Costa del Sol, da sie auf der Berlinale im Vorfeld zwei Auszeichnungen erhielt, darunter jene für das beste Erstlingswerk.

Das komplette Programm gibt es auf der offiziellen Seite des Filmfestivals Málaga.

Zum Thema: Interessante Netflix-Serien aus Spanien.

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