Frauen am Herd

Auch die Kulturgeschichte der Gastronomie ist machistisch geprägt – Doch in Spanien ändern sich die Zeiten

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„Die Köchin“, Gemälde von Bartolomé Esteban Murillo, zu sehen im Museo del Prado, Madrid. Fotos: Prado, privat, El Xato

Kennen Sie Eugénie Brazier? Bestimmt nicht. Aber von Paul Bocuse haben Sie natürlich schon gehört. Der französische Küchengott des 20. Jahrhunderts war Schüler im „La Mère Fillioux“, seine wichtigste Lehrerin war die Chefin, die 1895 in Lyon geborene Brazier. Doch von ihr spricht niemand mehr. Die Frau als Köchin auf Häusliches zu beschränken oder als Magd zu marginalisieren, hielt sich bis tief ins 20. Jahrhundert.
Auch wenn es heute unter Spitzenköchen immer mehr Frauen gibt, sind doch nur neun Prozent der Michelin-Sterne weiblich. Vor wenigen Tagen, im Jahre des „Herrn“ 2019, wurde erstmals eine Frau zur weltbesten Sommelier gekürt, obwohl Frauen bekanntermaßen und wissenschaftlich belegt den sensibleren Gaumen haben. „Die Geschichte der Frauen in der Gastronomie ist eine Geschichte des Unsichtbarmachens, es ist auch eine Geschichte des Machismo.“ Das sagte Pilar Virtudes, Journalistin und Vizepräsidentin der Akademie der Gastronomiekultur von Castilla-La Mancha, kürzlich bei einer Podiumsdiskussion in Torrijos, Toledo. Diese „Unsichtbarkeit schmerzt umso mehr, da die Küche eine weibliche Erfindung“ sei, „doch bis heute sprechen wir von der männlichen Küche“.

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