Grammatik der Hoffnung

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Fliegender Codorniú: das Titelbild des Kinderbuches, das der Esperantist schrieb.

Stefan Wieczorek
Guardamar del Segura

In einer Stadt im Osten stockt der Bau eines Turmes. Die Bauarbeiter streiten. Sie sprechen verschiedene Sprachen, Missverständnisse entstehen. Der Bau, ein Fiasko. 1867 schrieb der zehn Jahre alte Ludwik Zamenhof ein so handelndes Theaterstück. Der Titel: „Turm Babel“. Multi-Kulti erlebte der Junge jeden Tag. In Białystok sah er Polen, Juden, Russen, Weißrussen, Litauer und Deutsche. Ideal war das Miteinander nicht. Zumal Ressentiments wuchsen. Antisemitismus flammte auf. Als Arzt in Warschau kam Zamenhof die heilsame Idee: Eine Sprache, die kulturelle Konflikte beseitigen würde – das Esperanto.
Vom Wort für „Hoffnung“ kam der Name. Zwei Jubiläen, 130 Jahre Esperanto und hundert nach Zamenhofs Tod feiern seine Nachfolger, die Esperantisten, im Moment. Weltweit – und in Guardamar.
Das derzeit nicht nur eine Ausstellung zum Esperanto bietet. Am Sonntag war die Sprache auch ein wichtiges Element des Baumfests. Die besondere Beziehung zu Zamenhofs Erfindung verdankt Guardamar einem Bauingenieur. Und einem Residenten aus Kassel.

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