Kurz mal nach New Orleans

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Die Bourbon Street Stompers treten seit über 25 Jahren auf den größten europäischen Festivals und in berühmten Jazzclubs auf. Fotos: Veranstalter

Teulada/Moraira – se. „Wir bringen den New Orleans-Stil an die Costa Blanca“, sagt Carsten Bernoth, Pianist der deutschen Jazzband Bourbon Street Stompers. Und das mittlerweile schon seit elf Jahren. Viele Fans pilgern alljährlich zum Konzert, das eine einzigartige Stimmung hat.
„Denn wir spielen ja nicht nur Musik, das Publikum begibt sich praktisch auf eine Reise nach New Orleans“, berichtet der Musiker. „Unser Sänger, der Tenor Joshua Steward kommt daher und leitet jeden Song ein, indem er Geschichten aus New Orleans erzählt. Das verleiht dem Ganzen eine sehr persönliche Note. Und die Musik reißt die Leute dann wirklich mit.“ Die Liveauftritte sind so packend, dass die Füße nicht still halten und Musiker wie Publikum im Takt zu stampfen (auf Englisch to stomp) beginnen – ganz so wie bis heute in New Orleans.
Da sei zum Beispiel das Beerdigungslied „Just a closer walk“. Joshua Stewart erzählt von den langen Jazz-Leichenzügen, die mit einer Brassband durch die Stadt ziehen. Er selbst hat als kleiner Junge dort gesungen. Die Melodien der Blaskapelle sind sehr traurig, doch wenn der Tote unter der Erde ist, wird eine große Party gefeiert. Der Song spiegelt diesen Kontrast mit einem langsamen, melancholischen Einstieg wider, der sich zu frenetischer Begeisterung steigert.
„Das Publikum in Teulada geht dabei voll ab und das ist für uns motivierend“, berichtet Bernoth. „Eine Aufnahme von ‚Just a closer walk‘ ist das absolut meistgesehene Video der Band im Internet. Es hat über 800.000 Klicks.“
Die seit 26 Jahren bestehenden Bourbon Street Stompers treten dieses Jahr das fünfte Mal mit Joshua Stewart in Spanien auf. „Unsere Managerin in Spanien, Wilhelmina Hardee, hat ihn uns vorgestellt“, sagt der Pianist. „Die Holländerin hat lange in den USA an der bekannten Curtis-School of Music gearbeitet und Joshua dort kennengelernt, als er noch in Ausbildung war.“ Seither hat auch der Tenor einen langen Weg zurückgelegt. So hatte er eine Hauptrolle im Opernhaus München.
Und die Bourbon Street Stompers? Nomen est Omen: Wie ein guter Bourbon reift die seit 1995 in dieser Besetzung unverändert bestehende Band mit jedem Jahr. Seit jeher Garant für gepflegten New Orleans Jazz und Swing ging sie in ihrem Repertoire konsequent ein um das andere Jahr in der Jazz Chronologie zurück bis zu den Wurzeln – zum wahrhaften Ursprung der klassischen, schwarzen New Orleans Musik der 1920er und 1930er Jahre. Idole der Band sind zum Beispiel Jelly Roll Morton, King Oliver, Louis Armstrong oder Duke Ellington.

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