Antonio Banderas spricht bei einer Veranstaltung ins ein Mikrophon.
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Heimatverbundener Hollywood-Star: In seiner Geburtsstadt Málaga betreibt Antonio Banderas ein eigenes Schauspielhaus, das Teatro del Soho.

Premiere im November

Kulturelles Highlight in Málaga: Musical von und mit Antonio Banderas

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Im Herbst 2019 startete Antonio Banderas in seiner Heimatstadt Málaga eine zweite Karriere als Theaterbesitzer und Kulturmäzen. Im kommenden November meldet er sich nach Corona wieder zurück in seinem Teatro del Soho – mit einem Broadway-Musical, in dem er Regie führt und auch die Hauptrolle spielt

Málaga - Als Stadt der Kunst ist Málaga mit seiner Auswahl an erstklassigen Museen, allen voran das Museo Picasso, das Centre Pompidou oder auch das Museo Carmen Thyssen bereits bekannt. Der spanische Filmschauspieler Antonio Banderas, selbst gebürtiger Malagueño und überzeugter Andalusier, schickt sich an, die Metropole an der Costa del Sol auch als Stadt des Theaters zu etablieren. Wozu er sogar ein eigenes Schauspielhaus erworben hat, mit dem er seither das Kulturangebot seiner Heimatstadt bereichert - und das vor allem mit einem Genre, in dem er selbst schon 1996 die Filmwelt überraschte, dem Musical. Nicht auf der Bühne, sondern im Kino glänzte der Hollywood-Star damals schauspielernd, aber auch singend und tanzend an der Seite von Madonna in „Evita“.

MálagaStadt in Andalusien
Fläche398 Quadratkilometer
Einwohner578.460 (Stand 2020)
ProvinzMálaga

Das einstige Teatro Alameda im Stadtzentrum von Málaga, das nach mehr als fünf Jahrzehnten wenige Tage vor Weihnachten 2018 seinen Vorhang zum letzten Mal herunterließ, kaufte Antonio Banderas noch vor seinem Aus auf, um darin ein neues Theater, das Teatro del Soho zu eröffnen. Dessen erfolgreiche Eröffnung stand ein knappes Jahr später, im November 2019 an, und zwar mit einer Adaption des legendären Broadway-Musicals „A Chorus Line“. Keine vier Monate später sorgte das Coronavirus jedoch dafür, dass das Musical nicht mehr aufgeführt werden konnte und das Theater seinen Betrieb bis auf weiteres einstellen musste. Im August 2020 erkrankte Antonio Banderas dann selbst an Covid-19, ausgerechnet zu seinem 60. Geburtstag. Ab dem 8. Oktober wird „A Chorus Line“ nun wieder dargeboten, allerdings nicht mehr in Málaga, sondern im Teatro Calderón in Madrid. Bevor es zum Frühjahr nächsten Jahres nach London weiterzieht und in der Folge auch noch in New York zu sehen sein wird.

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Für sein eigenes Theater in seiner Heimatstadt Málaga hat Antonio Banderas indes mit „Company“ bereits ein weiteres Musical in den Startlöchern, ein zwar weniger bekanntes, dafür aber mit Kultstatus. Angestoßen hatte er das neue Projekt bereits vor einem Jahr, mit dessen Aufführung hatte Banderas aber warten wollen, bis die Schauspielhäuser wieder voll ausgelastet werden dürfen, weil ein Musical ansonsten kaum rentabel inszeniert werden kann. Das von Antonio Banderas für das Comeback des Teatro del Soho nach Corona auserwählte Stück, eine Komödie von Stephen Sondheim mit Libretto von George Furth, gilt als ein riskantes Unterfangen. Es gehört nämlich nicht zu den besonders populären und zugkräftigen Musicals, ist für Banderas jedoch ein sehr einflussreiches und für die Geschichte des Broadway wichtiges Stück, was auch sechs Tony-Auszeichnungen, der Oscar des Theaters, sowie zwölf Nominierungen für den Preis belegen.

„Company“ hat auch keinen richtigen Handlungsstrang, sondern ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Sketchen, die durch die Protagonisten des Stücks miteinander verbunden sind. Das 1970 uraufgeführte Stück spielt im New York jener Jahre und handelt von einem Freundeskreis, der zum Geburtstag von Bobby, Hauptfigur und einziger Single des Zirkels, eine Überraschungsparty organisiert. In Flashbacks werden die Beziehungen aller Protagonisten untereinander durchleuchtet. Das Stück, das in Málaga erstmals in spanischer Sprache dargeboten wird, ist eine Reflexion über die Liebe, die Freundschaft und die Einsamkeit, also all jene Dinge, denen die Menschen gemeinhin die größte Bedeutung beimessen.

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Die Musik wird von 26 Musikern des eigenen Symphonieorchesters des Teatro del Soho live gespielt. Und für die Inszenierung hat Antonio Banderas ein Ensemble zusammengestellt, dass quasi die crème de la crème der spanischen Musical-Szene auf einer Bühne vereint, gespickt mit Darstellern, die bei den Musical-Aufführungen in Madrid zumeist die Hauptrollen innehaben. Für die Musical-Darsteller will Antonio Banderas außerdem eine Lanze brechen. Diese seien begnadete Sänger, die obendrein ein großes Schauspieltalent in sich bergen und oftmals auch noch sehr gut tanzen können. Anders als etwa in den USA oder in Großbritannien, wo sie berühmte Stars seien, würden sie in Spanien nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdienten – wohl weil man ihnen dann auch mehr bezahlen müsste, meint Banderas.

Den Medien gewährte Antonio Banderas jüngst einen Einblick in Proben zu dem Musical „Company“, in dem er Regie führt und auch die Hauptrolle spielt.

Die Premiere von „Company“ im Teatro del Soho ist für den 17. November angesetzt worden. Das Stück, in dem Antonio Banderas die Hauptrolle spielt und Regie führt, soll zunächst bis März kommenden Jahres zu sehen sein. Für die Aufführungen bis zum Jahresende sind die Eintrittskarten bereits seit Mitte vergangener Woche erhältlich. Zum Frühjahr 2020 wird Banderas dann für mehrere Monate nach London gehen, um dort wieder die Hauptrolle in „A Chorus Line“ zu übernehmen, in der er in Madrid indes vertreten wird. In New York will er die Rolle danach auch noch spielen, wenn auch nicht die gesamten sechs Monate, die das Stück dort aufgeführt werden soll.

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Bis Mitte November stehen für ihn aber erst noch die Proben für „Company“ im Teatro del Soho an, die Banderas indes mit anderen Verpflichtungen unter einen Hut bringen muss. Noch im Oktober wird er nämlich zehn Tage lang fehlen, wegen der noch ausstehenden Dreharbeiten für den fünften Teil von „Indiana Jones“, die sich wegen einer Verletzung von Harrisson Ford verzögert hatten. Und dann muss Banderas auch noch dem Protagonisten des Zeichentrickfilms „Der gestiefelte Kater“, dessen zweiter Teil gerade gedreht wird, seine Stimme leihen. Dies kann er zwar samstagsabends von Málaga aus nebenher machen, stimmlich wird es ihm das parallel zu den Proben für das Musical aber einiges abfordern.

Zu seinen Ambitionen als Theaterbesitzer und Kulturmäzen versichert Antonio Banderas zu guter Letzt, dass er mit der Produktion von Musicals nicht die Absicht hege, reich zu werden – das war er schließlich ja auch schon, bevor er fünf Millionen Euro für ein eigenes Theater ausgab. Zwar wolle er mit „Company“ wie zuvor auch mit „A Chorus Line“ natürlich Geld verdienen, aber nur um dieses in die Produktion weiterer Stücke investieren zu können. Auf diese Weise wolle er sein Theater etablieren, damit es auf lange Sicht auch ohne ihn als Antriebsmotor und Förderer überleben könne. Wobei das Teatro del Soho auch nach ihm weiter eng mit dem Namen Banderas verbunden bleiben könnte, denn in dem Musical „Company“ steht ihm seine Tochter Stella del Carmen erstmals als Regieassistentin zur Seite.

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