Zuerst die Decke, dann der Boden, schließlich die Zarge: Oscar Testa erklärt Schritt für Schritt, wie eine Gitarre gebaut wird. Fotos: Ángel García

Meister der Klänge

Altea - fin. Wenn Oscar Testa den Mund öffnet, geraten alle anderen Geräusche in den Hintergrund. De...

Altea - fin. Wenn Oscar Testa den Mund öffnet, geraten alle anderen Geräusche in den Hintergrund. Der Argentinier singt von einem verheirateten Mann, der seine verheiratete Nachbarin liebt, lässt die ganze Verzweiflung des Paares, das keins sein darf, fühlbar werden und entlockt der Gitarre dazu beinahe magische Klänge. Vollkommen unbemerkt haben sich zwei französische Touristen an das weit geöffnete Fenster in Altea gestellt, angelockt von der kleinen Gratis-Kostprobe eines großen Sängers. „Ein Gedicht des Poeten Rafael de León über eine verbotene Liebe“, sagt Testa anschließend und hängt die Gitarre, die seinen Namen trägt, zurück an die Wand der kleinen Werkstatt, in der der Musiker Gitarren und weitere Zupfinstrumente baut, repariert und sein Wissen an Schüler weitergibt. „Die meisten Luthiers machen aus ihrem Beruf ein Staatsgeheimnis und wollen ihr Können mit niemandem teilen“, bedauert Testa. Seine Philosophie ist eine ganz andere: Je mehr Leute sich für den Beruf des Gitarrenbauers interessieren, desto länger wird dieser überleben.

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