Spaniens Schätze

Santander: Wertvolle Vase reist nach Nordspanien - Wie Picasso die Iberer entdeckte

  • Stefan Wieczorek
    vonStefan Wieczorek
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Spaniens große Schätze aus verschiedenen Epochen begegnen sich im Norden des Landes: Werke von Pablo Picasso treffen auf iberische Kunst - und haben eine Menge gemeinsam.

Santander/Elche - Weltberühmt ist die Kunst des Pablo Picasso mit der unverkennbaren Formenwelt des Kubismus. Doch kaum jemand weiß, wer den Spanier auf die Kunstform brachte: Ein Volk, das einst die iberische Halbinsel bevölkerte, die Iberer. Nicht in Spanien, sondern während seiner Zeit in Frankreich entdeckte der Künstler aus Málaga das kreative Erbe der Schätze aus iberischen Zeiten. Davon erzählt in Santander in Nordspanien nun die Ausstellung „Picasso Ibero“ der Stiftung Fundación Botín, zu dem unter anderem eine wertvolle Vase von Küste zu Küste reiste - von der Costa Blanca nach Kantabrien.

SantanderStadt in Spanien
Fläche: 36,08 km²
Höhe: 15 m

Santander: Wertvolle Vase reist nach Nordspanien - Wie Picasso die Iberer entdeckte

In der Ausstellung „Picasso Ibero“ in Santander, zu der nun die wertvolle Vase nach Nordspanien reiste, spielt unter anderem die abenteuerliche Geschichte um einen Raub und zwei Büsten eine bedeutende Rolle. Bis zum 12. September können Besucher der aufregenden Schau an der Küste von Kantabrien erfahren, wie Pablo Picasso am Anfang des vergangenen Jahrhunderts viele prähistorische iberische Kunstwerke auf seine Weise völlig neu interpretierte. Zu sehen sind einerseits Werke des genialen Künstlers aus Spanien. Andererseits aber auch wertvolle Stücke aus iberischen Zeiten.

Eine Wiege der iberischen Kunst ist in Spanien die Küste am Mittelmeer. So verwundert nicht, dass etwa von der Costa Blanca ein wertvolles Stück zur Ausstellung des „iberischen“ Pablo Picasso nach Nordspanien reiste. Aus Elche, der famosen Palmenstadt, stammt das genannte Stück. Man könnte vermuten, dass es sich um die Dama de Elche handelt, das berühmteste iberische Kunstwerk aus der Region Valencia, dessen Original allerdings in Madrid weilt. Es handelt sich tatsächlich aber um eine iberische Vase, die das Archäologiemuseum Mahe für die Ausstellung in den Norden Spaniens schickte.

Santander: Vase auf Reisen nach Nordspanien - Replika für sehbehinderte Besucher

Auf dem Bild unten präsentiert Elches Kulturstadträtin Marga Antón die wertvolle Vase an der Costa Blanca. Kurz danach schickte die Stadt sie auf Reisen zur Ausstellung nach Santander in Nordspanien. Schaut man sich die Verzierung auf dem über 2.000 Jahre alten Gefäß an, ist zu erahnen, wie die uralte Kunstform den „Guernica“-Schöpfer Pablo Picasso zu inspirieren wusste. Der geniale Spanier erschuf den Kubismus und damit eine bahnbrechende Ausdrucksform seiner Zeiten. Aber dabei schöpfte er tief in den kulturellen Wurzeln seines Landes Spanien.

Santander: Vase reist von Costa Blanca nach Nordspanien. Kurz vor Abreise in Elche.

Von der iberischen Inspirationsquelle für Pablo Picasso können sich im Museum Mahe an der Costa Blanca derweil Besucher überzeugen, obwohl die wertvolle Vase von Küste zu Küste nach Santander reiste. Denn als Ersatz für das Original-Gefäß erhielt Elche eine Replika, die erstens ökologisch hergestellt ist und zweitens extra für sehbehinderte Besucher angepasst ist. Übrigens steht in der Ausstellung in Santander auch eine Kopie der Dama de Elche. Allerdings eher als Kontrast zum Kubismus des genialen Künstlers aus Spanien. Denn auf die klassisch daherkommende Figur aus Elche stand Pablo Picasso nicht so.

Rubriklistenbild: © Rathaus Elche

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