Schätze des alten Persiens

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Das wertvollste Stück der Ausstellung ist ein rituelles Trinkgefäß aus zwei Kilo purem Gold. Fotos: Ángel García

Alicante – rs. Wenn der Besucher den ersten Saal betritt, beginnt er eine Zeitreise in das Persien der frühen Siedler, das heutige Iran. Nach wenigen Metern lockt der Duft von Blumen und Blättern in der Luft, und die Augen erfassen uralte Keramiken und Töpferarbeiten im Dämmerlicht. Im vierten Jahrtausend vor Christus haben sich die Einwohner des Gebietes zunehmend der Landwirtschaft gewidmet und ihr altes Leben als Nomaden hinter sich gelassen.
Keramik, eindrucksvolle, hohe Vasen und rötliche Schalen mit aufgemalten Blättermustern schaffen eine Vorstellung vom einfachen und doch so kunstvollen Leben in der damaligen Zeit. Die Techniken sind vielfältig. So sind die Gefäße aus den nördlichen Teilen des Landes meistens rötlich und glattpoliert, während die Keramiken aus den südlichen Gefilden eine beige Grundfarbe und elegante Verzierungen aufweisen. Besonders faszinierend ist das Stück auf der anderen Seite des Raumes. Hier ist eine zierliche Flöte aus dem Jahr 6200 vor Christus zu sehen, die den Wunsch weckt, ihr ein paar Töne zu entlocken.
Die Entstehung von Schrift wird weiter hinten im Saal greifbar. Ein beiger Ball aus Ton mit zylindrischen Stempeln, machte die ersten Aufzeichnungen über Handel zwischen den Völkern möglich.

Internationales Projekt
Der Zeitstrahl führt weiter in den zweiten von drei Sälen der Ausstellung „Iran-Wiege der Zivilisation“, die noch bis Anfang September im Archäologischen Museum in Alicante (Marq) zu sehen ist. „Dies ist ein Projekt auf internationalem Niveau zwischen dem Iranischen Nationalmuseum (MNI), dem Drents Museum im niederländischen Assen und dem Marq“, erklärt der Leiter des Museums, José Alberto Cortés. Im Drents Museum war die Ausstellung zuvor zu sehen. Organisiert wurde sie gemeinsam. 195 Originalstücke aus über 60 verschiedenen archäologischen Ausgrabungsstätten sind aus dem Iran nach Alicante ausgeliehen worden. Anderthalb Jahre hat die Planung mit komplizierten Zeitplänen, der Koordinierung des Transportes, der Katalogisierung und der Umgestaltung der Räume gedauert. Schließlich zeigt die Ausstellung eine der reichsten Kulturen Asiens.
Die wertvollsten Stücke der Sammlung befinden sich im zweiten Raum, der sich rund um die Residenzstadt Persepolis dreht. Im Fokus steht die Herrschaft von Dareios dem Großen um 510 v. Chr., dessen Reich sich über drei Kontinente und mehr als dreißig Nationen erstreckte. Persepolis war eine der drei mächtigen Hauptstädte unter seiner Herrschaft.

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