Strich für Strich

0
138
Tiere spielen im Leben von Alba López eine große Rolle: privat und in ihrer Kunst. Fotos: Ángel García (3), privat (2)

Benissa – at. Wenn Alba López zeichnet, ist das Ergebnis weit mehr als eine Zeichnung. Die 31-jährige Illustratorin aus Benissa will mit ihrer Kunst Geschichten erzählen, ihre Protagonisten interagieren lassen und Botschaften übermitteln. In ihrem Atelier, das sie sich neben ihrem Landhaus auf dem Campo von Benissa mit viel Licht, Raum und Ruhe vor Kurzem neu eingerichtet hat, liegen einige dieser angefangenen Geschichten auf dem Arbeitstisch, fertige Geschichten hängen an den Wänden, andere zieren Etiketten von Wein- oder Bierflaschen, T-Shirts oder CD-Cover. Die meisten zeigen Naturmotive, meist Tiere. Und eben das gewisse Etwas mehr.
So ist der Wolf nicht einfach nur ein Wolf, der Bär nicht nur ein Bär, der Tiger nicht nur ein Tiger. In einer ihrer bisher erfolgreichsten Serien mit dem Titel „Animalades“, die unter anderem im Frühjahr 2017 im Corte Inglés in Valencia ausgestellt wurde, zeigt López die Antithese von Natur und Menschlichem – mit bis ins feinste Detail gezeichneten Tierköpfen, die mit Hemd, Schlips und Kragen bekleidete Oberkörper verfremden. „Das war eine riskante Arbeit“, sagt Alba López. „Für mich war es fast schon therapeutisch. An einem Tierkopf habe ich sicherlich 20 Stunden mit dem Bleistift gearbeitet, den Anzug habe ich dann in fünf Minuten mit Pinsel und Tinte gemalt. Die 20 Stunden Arbeit hätte ich in wenigen Minuten zerstören können.“

Natur und Mensch
Hätte sie können, hat sie aber nicht. Stattdessen schuf sie eine beeindruckende Kombination von minutiös gezeichneten, würdevollen, erhabenen, mächtigen, aber auch freundlichen Tieren, denen die menschliche, von uns oft als einengend empfundene formelle Kleidung nichts anhaben kann. „Ich möchte damit das Vermenschlichte in der Natur zeigen. Die Natur an sich ist perfekt, aber der Mensch will sie humanisieren, obwohl das eigentlich gar nicht nötig wäre“, sagt sie, ohne jedoch dem Betrachter ihre eigene Ansicht aufzwängen zu wollen. „Eigentlich erkläre ich meine Zeichnungen nicht gerne. Jeder sollte seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen, das bereichert dann auch mich.“

Mehr in der Printausgabe

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.