Bittersüße Heimkehr

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Das Abschiednehmen von besonderen Menschen und Orten in der Gastheimat ist wichtig, um eine neue Phase beginnen zu können. Fotos: Ángel García/privat

Spanien – se. Irgendwann ist es für manche soweit: Die schöne Zeit in Spanien ist vorbei, und es heißt Abschied nehmen, Koffer packen und zurück in die alte Heimat. Für die meisten Residenten ist es ein schmerzlicher Tag, und es fällt ihnen nicht leicht, sich in ihrem früheren Zuhause wieder einzuleben.
Christine Schuppener aus Landsberg am Lech ist Coach und psychologische Beraterin für Menschen, die nach einem Auslandsaufenthalt heimkehren. „Der Rückkehrer findet seinen Weg nicht so ohne weiteres wieder“, sagt sie. „Viele denken, sie können einfach wieder da einsteigen, wo sie vor dem Auslandsaufenthalt waren – auch im sozialem Umfeld. Doch das hat sich verändert. Und auch sie selbst haben sich verändert.“
Zu den Dingen, die eine Person mit nach Hause bringt, gehöre auf jeden Fall eine erweiterte Perspektive. „Eine andere Sicht auf das eigene Leben und Erleben, sowie eine Offenheit für Menschen, die anders denken oder handeln“, erklärt Schuppener. „Wir lernen unbewusst sehr viel im zwischenmenschlichen Bereich. Das verändert und prägt uns.“ Wer immer in Deutschland lebe, für den sei die Norm, was die Familie, die Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten dächten. Wer ins Ausland ziehe, strenge sich jedoch in der Regel an, um sich zu integrieren. „Je mehr sich ein Mensch für Neues öffnet, und je mehr ihm die Integration gelingt, umso schwerer ist es später, sich daheim wieder zurechtzufinden“, sagt die psychologische Beraterin. „Die Leute fragen sich dann: Was ist mit mir los, warum komme ich in meinem Umfeld nicht mehr an?“

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2 KOMMENTARE

  1. Wir, meine Frau und ich, 67 und 71 Jahre alt, waren zwar nur 7 Jahre „Residenten“ in Spanien, aber es ist uns durchaus nicht alles leicht gefallen, als wir wieder zu Hause in der „altenHeimat“ angekommen waren. Das leichteste war noch die Wetterumstellung, den das kannten wir ja noch. Viel schwieriger war es, daß die Freunde und Bekannte in Spanien zurückgelassen wurden !! Die lieb gewordenen Treffen mit ihnen, dier quasi über Nacht nicht mehr da waren. Das machte- und macht uns am meisten zu schaffen. Auch die rücksichtslose Autofahrerei in der alten Heimalt. Auch das hatte man zwar „auf dem Schirm“ von früher her – aber – wie schnell sich diese negative Sache noch verschlimmert hatte, wurde uns schlagartig klar, als wir schon auf der „Heimreise“ sofort nach Überqueren der Grenze damit konfrontiert wurden. O.K. auch in Spanien war auch nicht alles nur gut und schön. Aber es war doch deutlich spürbar, daß sich in Deutschland eine grosse Gleichgültigkeit gegenüber allen anderen rasend schnell vergrößert hat. Hauptsach ich – was kümmern mich die anderen. D a s hat es so bei uns jedenfalls ( Orihuela Costa ) nicht gegeben. Leider kann man aber nkct das Positive von beidem miteinander verbinden – außer man kann ein paar Monate da und dann wieder dort leben.
    Aber wir blicken mit überwiegend schönen Gedanken an die zeit in der „neuen Heimat“ zurück und sagen:
    Danke für die schöne Zeit. Danke all den guten Freunden für Eure Freundschaft.

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