Fiesta oder Fettnäpfchen?

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Spanien, wie es im Buche steht: Cañas, Lebensfreude und viel gutes Essen auf der Plaza Mayor in Salamanca. Fotos: Ángel García/Stella Kirchner/Pixabay
Finestrat – ste. Fiesta und Playa, – das erwarten die meisten Besucher von Spanien. Doch plötzlich begrüßen die als so freundlich und fröhlich bekannten Spanier einen mit einem unwirschen „¿Qué quieres?“ – Was willst du? – oder melden sich am Telefon lediglich mit einem lauten „Digaaa“ anstelle des Namens. Was kann das nur bedeuten? Sind sie womöglich genervt? Solche Herausforderungen hält das Land nicht nur für Besucher bereit, sondern auch für Residenten, die schon eine Weile unter der südlichen Sonne leben.
Welche sind die riskantesten Fallen, warum tappen wir immer wieder hinein und gibt es einen Weg hinaus? Um diese Fragen dreht sich der „Fettnäpfchenführer“ von Lisa Graf-Riemann. Die Hauptfiguren ihres Buchs, Lena und Tom, die gerade frisch von Deutschland nach Spanien ausgewandert sind, erleben dabei alle möglichen typischen Situationen und tappen, ohne es zu wollen, in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Das bleibt natürlich auch ihren neuen spanischen Freunden und Bekannten, die mal belustigt, mal ärgerlich reagieren, nicht verborgen.
Im Nachgang wird den beiden Neuankömmlingen auch gerne erklärt, wie sie sich eigentlich in der Situation hätten verhalten sollen. Bereits bei der Begrüßung werden die kulturellen Unterschiede zwischen den distanzierten Deutschen und den offenen und herzlichen Spaniern offensichtlich. Nicht selten kommt nämlich plötzlich eine völlig fremde Person auf einen zu und gibt einem einen Kuss auf die Wange. Eine ganz normale Begrüßung also, denkt sich der Spanier, während der Deutsche erst einmal überlegt, weshalb der neue Bekannte ihn so schnell so sehr ins Herz geschlossen haben mag.
Damit nicht genug, kann auch beim Kennenlernen einiges schief gehen. Der Beruf ist sicherlich eine wichtige Information über die neue Bekanntschaft, aber wieso über Arbeit reden, wenn es auch wirklich wichtige Themen gibt?
Als Beispiel sind hierfür unter anderem das hervorragende spanische Essen, die Herkunft, die Planung für das Wochenende (Wo kann man sonntags gut Essen gehen?) zu nennen. Zur Not kann auch das deutsche Lieblingsthema Wetter herhalten. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass es den Spaniern generell immer zu heiß oder zu kalt ist.

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