Glibberige Hingucker

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Faszinierend anzuschauen: Quallen haben auch ihre schönen Seiten. Fotos: Ángel García

Valencia – at. Irgendetwas Kleines treibt da im Aquarium. Dreck, könnte man meinen. Oder Plastik-Partikel. Erst beim genaueren Hinschauen sieht man das winzige Wunder. Hunderte millimeterkleine Schirme, aus denen kaum sichtbare Fäden hängen. Es sind Baby-Quallen.
„Sie wachsen sehr schnell“, sagt Miguel Candelas und zeigt weitere Becken, in denen man sie schon eher als Quallen erkennt. Noch bevor sie als Miniaturschirmchen herumtreiben, sind sie übrigens noch keine Quallen, sondern Polypen, die hier im Oceanográfico in einem anderen Becken winzig-klein an Plastikscheibchen kleben. Sie sind das erste Stadium dieses komplexen und zugleich einfachen Lebewesens, vor dem wir Menschen einerseits die Flucht ergreifen, das uns aber andererseits so faszinieren kann.

Jede Art für sich
Seit April 2017 stellt das Meeresaquarium Oceanográfico in Valencia Quallen aus. In 16 verschiedenen Becken, mal größer, mal kleiner, mal farbig, mal transparent, aber immer ein Zuschauermagnet. Zurzeit bekommen die Besucher hier auf das Museum verteilt insgesamt 14 verschiedene Quallenarten aus aller Welt zu sehen. Jede hat ihr eigenes Becken, „sonst würden sie sich gegenseitig auffressen“, sagt Miguel Candelas und schließt die Tür zu dem kleinen Ausstellungsraum wieder zu, in dem die Entwicklung vom Polypen zur Qualle und das Wachsen der Nesseltiere in Gefangenschaft demonstriert werden.
„Eigentlich war die Schau auf zwei Jahre angelegt, aber der Erfolg war so groß, dass wir sie als Dauerausstellung aufgenommen haben“, sagt Candelas. Der Biologe aus Pego ist seit 2006 im Oceanográfico beschäftigt. Mit dem Einzug der Quallen wurde er zum Experten für die Nesseltiere. Kaum einer kann so detailliert und engagiert über diese Tiere berichten wie er.

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