Hoffen auf ein Wunder

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Schwere Maschinen waren am Wochenende im Einsatz, um den Hügel um 30 Meter abzutragen. Foto: dpa

Totalán – nh/dpa. Die Bergung des am 13. Januar bei Totalán in einen mehr als 100 Meter tiefen Brunnenschacht gefallenen zweijährigen Julen steht vor der entscheidenden Phase. Nachdem am Mittwochabend die Stabilisierung des am Montag fertiggestellten Parallelschachts mit Metallrohren abgeschlossen war, konnte das aus Asturien eingeflogene Team von Bergbauexperten am Donnerstagmorgen mit der Ausgrabung eines horizontalen, etwa vier Meter langen Verbindungsschachts beginnen, der zu dem in 72 Metern Tiefe vermuteten Jungen führen soll.
„Jedes Mal, wenn es einen Rückschlag gibt, sind die Helfer natürlich verärgert, aber sie sind stark“, sagte die stellvertretende Delegierte der Zentralregierung in Andalusien, María Gámez. „Ich bin mir sicher, dass wir von hier nicht ohne Julen weggehen werden.“ Offizielle Prognosen gab es nach zahlreichen Rückschlägen in den vergangenen Tagen bis zum Donnerstagmittag entsprechend nicht mehr, doch ein Mitarbeiter des Rettungsteams meinte den Medien gegenüber, dass sich die Arbeiten der Bergbauexperten wohl über 24 Stunden hinziehen könnten.
Diese Arbeiten werden manuell ausgeführt, nachdem für die Ausgrabung des vertikalen Schachts eine tonnenschwere Brunnenbohrmaschine eingesetzt worden war. Die Kumpel sollen sich jeweils in Zweierteams für etwa 30 Minuten vorarbeiten und dann abgelöst werden. Die Bedingungen seien dabei extrem, wegen der Enge könnten die Männer nur kniend oder liegend graben. „Nur mit Spitzhacken und Schaufeln soll der Verbindungsschacht gegraben werden, gegebenenfalls auch mit kleineren Explosionen und Presslufthämmern“, hatte der Sprecher der Einsatzkräfte, der Wegebau-Ingenieur Ángel García Vidal, am Mittwoch erklärt.

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