Mit 60 wie geleckt

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Gleich im Mund: Kind mit Chupa Chups Lutscher. Fotos: Ángel García

Spanien – sw. Ob das Feuer, das Rad oder der Fußball. Alle großen Ideen des Menschen waren im Grunde nicht komplex. Nötig war nur der entscheidende Schritt eines unruhigen Erfindergeistes, der eins und eins zusammenzählte und etwas schaffte, das die Welt gerade brauchte. Eine solcher Geist, der des Katalanen Enric Bernat, wurde vom folgenden Problem gequält: die klebrigen Hände von Kindern, wenn sie viel zu große Bonbons aßen.
Statt auf „Was hast du denn für Probleme“-Blicke zu achten, formte Bernat kleine Zuckerkugeln in Optimalgröße für den Kindermund und steckte sie auf Holzstäbchen. Fertig war das Produkt, der Lutscher Chupa Chups, den Bernat im WM-Jahr 1958 noch Gol taufte.
Erdbeere, Zitrone, Orange, Cola und Minze waren vor 60 Jahren die ersten Sorten der aufgespießten Süßigkeit, mit der Bernat eine pleitegegangene Marmeladenfabrik in Asturien flott machen wollte. Da kein Investor an den Erfolg glaubte, finanzierte Bernat seine Vision durch einen innovativen Selbstvertrieb mittels einer Handelsgesellschaft – und sicherte sich alle Patente für seinen Lolli.
Für den setzte er eine Peseta als Preis fest – ein horrender Betrag für die Zeit. Doch so verlieh Bernat seinem Leckerli die Wirkung eines Qualitätsproduktes, das er mit manch „Guerilla-Methode“, wie man heute sagen würde, in die Läden gebracht haben soll. Demnach ließ Bernat Pesetas an Grundschüler verteilen und diese in Geschäften nach dem Lutscher fragen, der so nach und nach an jeder Ladenkasse erschien.

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