Rot gewinnt im ganzen Land

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Grund zum Grinsen: Mit seinem fulminanten Wahlsieg kann niemand mehr Pedro Sánchez’ Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten anzweifeln. Fotos: dpa

Madrid – sk. Die politische Landkarte in Spanien hat sich rot gefärbt. Was nach der Parlamentswahl 2016 blau und in den Farben der Volkspartei erschien, leuchtet nun im sozialistischen Rot. Die PSOE und ihr Spitzenkandidat Pedro Sánchez haben die Parlamentswahl am Sonntag, 28. April, klar gewonnen. Sie luchsten der Volkspartei (PP) auch im Senat die absolute Mehrheit ab, gingen bei der Landtagswahl in Valencia erstmals seit 28 Jahren wieder als stärkste Partei hervor und raubten dem Erzrivalen in allen seinen Hochburgen von Galicien über Madrid und Murcia bis Valencia seine Hegemonie.
Mit 123 Mandaten reichte es aber bei weitem nicht zur absoluten Mehrheit von 176 Parlamentssitzen. Doch die braucht Pedro Sánchez nicht zum Regieren. Anders als 2016 kommt außer ihm niemand als künftiger Ministerpräsident Spaniens in Frage. Diesmal heißt es Sánchez oder – was als unwahrscheinlich gilt – Neuwahlen. Bleibt also die Frage, wie oder mit wem das politische Stehaufmännchen erneut an die Macht gelangt.

Rechtsblock verliert Wahl
Dies sind die Eckdaten, die sich aus der Parlamentswahl am Sonntag ziehen lassen: Die Sozialisten gewannen erstmals nach elf Jahren wieder und das mit einem Riesenvorsprung von 123 Sitzen beziehungsweise 28,7 Prozent gegenüber den 66 Mandaten und 16,69 Prozent der Stimmen der PP. Die konservative Volkspartei brach erdrutschartig ein und verlor 71 Mandate gegenüber 2016 während die Sozialisten 48 dazugewannen. Und Wahlverlierer Pablo Casado zog auch die beiden anderen Mitstreiter des sogenannten Rechtsblocks – nämlich die liberal-konservativen Ciudadanos (57) und den rechtspopulistischen Parlaments-Debütanten von Vox (24) – trotz deren guter Ergebnisse mit auf die Verliererseite.
Weit verfehlt das erklärte Ziel der Drei, Pedro Sánchez aus dem Regierungssitz Moncloa zu vertreiben. Ein strategischer Rohrkrepierer die bisweilen geschmacklose Verteufelung des politischen Gegners, der Katalonienpolitik und des Dialogs mit den Separatisten. Die drei Rechten erreichten damit genau das Gegenteil von dem, was sie wollten: Sie mobilisierten die linksnationalistischen Wähler.

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