Schaf im Visier

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Mähnenschafe dürfen in der Region Murcia bis zum 17. Februar abgeschossen werden. Fotos: Carm

Murcia – sg. Sie sind äußerst geschickte Kletterer und fallen durch ihre langen Haare an Kehle, Brust und Beinen auf. Wer sie schon einmal eine steile Felswand rasend schnell hinauf steigen gesehen hat, ohne einen Stein aus dem Hang zu lösen, kann nur staunen. Die bis zu einen Meter großen Mähnenspringer imponieren in ihrem beigebraun bis rötlichbraun gefärbten Fell, mit ihrer namensgebenden Mähne und mit ihren bis zu 80 Zentimeter langen über den Rücken gekrümmten Hörnern.
Ihr Kopfschmuck ist eine beliebte Jagdtrophäe, die auch weit über die Grenzen ihrer ursprünglichen Heimat in Nordafrika begehrt ist. So wurde das Mähnenschaf 1970 in die Sierra Espuña in der Region Murcia eingeführt mit der Aufgabe, die Vielfalt des jagdbaren Wilds in dem Regionalpark zu erhöhen. Zuerst wurden fünf Männchen und vier Weibchen aus Marokko angesiedelt, kurz darauf folgten 20 Exemplare aus dem Frankfurter Zoo.
Der Mähnenspringer (auf Spanisch arruí), der sich in trockenen, wüstenartigen Regionen bestens auskennt, passte sich schnell und problemlos seiner neuen Umgebung an. Die marokkanisch-deutsche Kolonie gedieh prächtig und mit ihr auch die Kontroverse um das importierte Tier, die auch fast 50 Jahre später noch geführt wird.

Zum Abschuss freigegeben
Ist das Schaf ein exotischer Eindringling, bedroht es die heimische Tier- und Pflanzenwelt und gehört ausgerottet? Oder wirkt sich seine Anwesenheit vorteilhaft auf das Ökosystem aus? Und ist der Mähnenspringer ein Wirtschaftsfaktor, dessen Jagd für Einnahmen sorgt? Die Meinungen von Wissenschaftlern, Umweltschützern, Jägern, Landwirten und Politikern gehen weit auseinander. Einig sind sie sich nur darüber, dass es keine einfachen Antworten gibt, die Situation äußerst kompliziert ist und noch eine Menge Untersuchungen und Daten über das Schaf mit dem charakteristischen Bart ausstehen.

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