Stolz der Valencianer

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Zum Regionalfeiertag konnten Besucher den Palau de la Generalitat besichtigen. Foto: Ángel García

Valencia – fin/sk. Natürlich ging es um Geld, als vor 600 Jahren die Generalitat gegründet wurde, jene Institution, die wir heute als Landesregierung kennen. Dabei waren die Aufgaben damals sehr eingeschränkt: Die Behörde diente ausschließlich dazu, Steuern einzutreiben. Es ging also nicht wie heute um Autonomierechte, Länderfinanzierung, Bildungshoheit, eigenes Gesundheitswesen, sexuelle Freiheit oder andere Gründe, warum am Regionalfeiertag am 9. Oktober wieder zigtausend Menschen die verschiedenen Facetten der valencianischen Identität bei Demonstrationen zur Schau trugen – vor den Augen des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und des valencianischen Regierungschefs Ximo Puig.
Dabei ging es dieses Jahr auffällig ruhig zu bei den Feierlichkeiten in der Landeshauptstadt, trotz zahlreicher angemeldeter Demonstrationen – wohl auch dank der erhöhten Polizeipräsenz nach den Ausschreitungen im vergangenen Jahr. Lautstark von sich hören ließen nur die Löschtruppen der Brigadas Forestales, die seit Monaten für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Leise – und enttäuschend – waren dagegen die Worte von Pedro Sánchez.
Der spanische Ministerpräsident sprach über Europa, Feminismus und sozialen Zusammenhalt, versprach aber nichts Konkretes zu dem Thema, das der valencianischen Politik am stärksten unter den Nägeln brennt: der Länderfinanzierung. Sánchez deutete lediglich an, man müsse eine Lösung finden. Auch sagte er keinerlei Investitionen zu außer für den Mittelmeerkorridor, der schließlich für ganz Spanien strategisch wichtig sei. Darüber hinaus erging sich der Sozialist in Lobeshymnen auf Valencia und die Valencianer, nannte die Region dynamisch und brüderlich und lobte die Bürger für ihren Unternehmergeist und ihren Stolz auf die Sprache.

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