News-Ticker

Corona in Deutschland: Künstler*innen fordern monatliches Existenzgeld

Zum Schulstart in Corona-Zeiten sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft viele Schulen und Lehrkräfte immer noch nicht ausreichend auf digitalen Unterricht vorbereitet. Kunstschaffende demonstrieren in Berlin.

  • Die Zahl der Corona*-Infektionen steigt in Deutschland wieder stärker an.
  • In vier Bundesländern fängt kommende Woche die Schule wieder an.
  • Demonstrierende in Berlin fordern aufgrund der Corona-Pandemie ein monatliches Existenzgeld.

+++ 15.04 Uhr: In Berlin gehen Kunstschaffende auf die Straße, um für mehr Unterstützung zu protestieren. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Absage aller Veranstaltungen sehen sich kunstschaffende Personen in einer existenzbedrohenden Lage. Die Initiative „Künstler! Hilfe! Jetzt!“ sowie die Demonstrierenden fordern daher ein monatliches Existenzgeld. Dieses soll es ihnen ermöglichen, Unterhaltskosten zu decken. Außerdem verlangen sie mehr Wertschätzung für ihre Arbeit.

Corona in Deutschland: Mangelnde Vorbereitung auf digitalen Unterricht

+++ 13.25 Uhr:  Viele Lehrkräfte und Schulen sind nach Gewerkschaftsangaben auch weiterhin nicht auf digitalen Unterricht vorbereitet. Zwar dürften die meisten Lehrerinnen und Lehrer das Werkzeug Videokonferenzen beherrschen, „weil sie sich selber fortgebildet und ausprobiert haben“, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, der „Wirtschaftswoche“. „Aber wirklich gut vorbereitet sind viele Schulen weiterhin nicht.“ Die Landesregierungen hätten die Ferienzeit zu wenig für die konzeptionelle Arbeit genutzt, kritisierte Tepe. Sie erwarte daher ein Schuljahr „mit viel Improvisation“.

Der digitale Unterricht scheitere nicht etwa am Willen der Lehrer, sondern an der fehlenden Infrastruktur, sagte Tepe: „Die digitale Ausstattung der Schulen ist in der Regel katastrophal.“ Nur etwa zehn Prozent der Lehrkräfte würden die notwendigen Geräte wie Tablets und Laptops durch ihre Schulen gestellt bekommen, private PCs dürften aber nicht genutzt werden. „Mutig agierenden Kollegen sind wie in Thüringen sogar Bußgelder vom Datenschutzbeauftragten angedroht worden.“

In den Schulen selbst müssten sich teils 1000 Kinder 100 Laptops teilen. „Wie soll man denn da seine Stunde planen, wenn man überhaupt nicht weiß, ob man die Tablets abbekommt?“ Um die Lehrkräfte besser vorzubereiten, forderte die GEW-Chefin mehr Ausbildung in digitaler Didaktik. „Natürlich erwarten wir, dass die Lehramtsanwärter im Studium und im Referendariat lernen, mit digitalen Medien zu arbeiten.“

So langsam geht die Schule überall wieder los. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Ärzteverband sieht DFL-Fußballpläne skeptisch

+++ 10.40 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund hat Bedenken gegen eine Teilzulassung von Zuschauern bei Spielen der Fußball-Bundesliga auch mit Corona-Schutzauflagen. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie Fußballfans mit zwei Metern Abstand ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Nachrichtenagentur dpa. Das sei einfach nicht sehr realistisch. „Wenn Fans im Stadion sind, dann wollen sie auch zusammen sein und gemeinsam feiern, was ja menschlich nachvollziehbar ist“, erläuterte die Ärztin und Hygienespezialistin. „Insofern bin ich da eher kritisch.“

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) hatte mehrheitlich ein Konzept für den Fall einer Fan-Rückkehr beschlossen. Dazu gehören ein Alkoholverbot sowie die Streichung der Stehplätze bis 31. Oktober. Bis zum Jahresende sollen zudem keine Gästetickets verteilt werden und Maßnahmen getroffen werden, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten möglich machen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Pläne begrüßt, pocht aber auf passgenaue Lösungen für jedes Stadion. Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Montag weiter über die geplanten DFL-Maßnahmen beraten. I

Die DFL will wieder Fans bei den Bundesligaspielen zulassen.

Corona in Deutschland: Altmaier hält Zahl der Neuinfektionen für alarmierend

Update, 8.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat angesichts von steigenden Corona-Infektionszahlen eine Überprüfung der bisherigen Maßnahmen gefordert. „Wir müssen einen zweiten Lockdown mit aller Macht verhindern. Deshalb brauchen wir zielgenauere Maßnahmen und Korrekturen statt flächendeckender Rundumschläge“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Nach einem halben Jahr Erfahrung mit dem Virus brauchen wir eine medizinische Einordnung dessen, was falsch gelaufen ist und geändert werden muss.“

Der Anstieg der Neuinfektionen auf deutlich über 1000 pro Tag sei alarmierend. „Wir müssen diesen Trend abflachen und umkehren, denn es geht um die Gesundheit aller, die Rückkehr der Kinder in die Schulen und den Aufschwung unserer Wirtschaft“, so Altmaier.

Corona in Deutschland: R-Wert steigt wieder an

Erstmeldung: Berlin - Deutschland schien in der Corona-Krise hinsichtlich der Fallzahlen deutlich glimpflicher wegzukommen als andere Länder in Europa und weltweit. Doch seit einigen Tagen bewertet das Robert-Koch-Institut (RKI) die Lage auch hier wieder als „beunruhigend“: Drei Tage hintereinander wurden mehr als 1000 tägliche neue Corona-Infektionen registriert, am 6., 7. und 8. August.

Das hat sich jetzt wieder geändert. Am 9. August haben die Gesundheitsämter in Deutschland nur 555 neue Corona-Infektionen* innerhalb eines Tages gemeldet. Dass die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu den Werten der Vortage etwa nur halb so hoch ist, könnte daran liegen, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln.

Peter Altmaier fordert zielgenauere Corona-Maßnahmen.

Corona-Eindämmung in Deutschland: Testpflicht für Urlauber in Risikoländern

Damit zählt Deutschland mittlerweile insgesamt 215.891 Corona-Infektionen. 9196 Menschen sind hier im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, 196.800 Menschen gelten dem RKI zufolge als genesen. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 8.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,32 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) führt als eine Ursache für den starken Anstieg aus Risikoländern zurückkehrende Urlauber an. Um dieses Risiko einzudämmen, müssen sich seit Samstag (08.08.2020) Rückkehrer aus Risikoländern einem Corona-Test* unterziehen.

Corona in Deutschland: Die aktuellen Zahlen am 9. August

Bundesland Bestätigte Infektionen
Baden-Württemberg37.767
Bayern 51.803
Berlin 9688
Brandenburg 3626
Bremen 1803
Hamburg 5664
Hessen 12.703
Mecklenburg-Vorpommern936
Niedersachsen 14.943
Nordrhein-Westfalen51.561
Rheinland-Pfalz7771
Saarland 2926
Sachsen5632
Sachsen-Anhalt2057
Schleswig-Holstein3586
Thüringen 3425
Gesamt 215.891

(Quelle: Robert Koch-Institut)

In Deutschland waren die Schwelle von 1000 Corona-Neuinfektionen am Tag zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. (ial)*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Joe Giddens

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