Reisewarnungen ausgeweitet

Corona: Steigende Infektionszahlen in deutschen Nachbar- und Urlaubsländern - „Müssen jetzt handeln“

Die Lage Europas in der Coronavirus-Pandemie scheint sich erneut zu verschlechtern. Die Infektionszahlen steigen rasant. Eine Ausweitung der Reisewarnungen ist die Folge.

  • Die Coronavirus-Lage in Europa scheint sich erneut zuzuspitzen.
  • In mehreren europäischen Ländern steigen die Infektionszahlen rasant an.
  • Das Auswärtige Amt reagierte bereits am Mittwoch (9. September) mit einer Ausweitung der Reisewarnungen.

München - Die Erinnerungen an die enorm steigenden Infektions- und Todeszahlen der Corona-Pandemie in Europa haben sich ins Gedächtnis gebrannt. Besonders die Mittelmeerregion um Spanien, Frankreich und Italien war stark vom Coronavirus* gezeichnet. Auch in Kroatien spitzte sich die Lage zu. Die Pandemie stellte die Gesundheitssysteme vor eine große Herausforderung. Doch schien das Schlimmste vorerst überstanden, scheint sich nun eine Verschlechterung der Lage in vielen europäischen Ländern abzuzeichnen. Rutscht man direkt in eine zweite Welle* hinein? Ein Überblick über die Entwicklungen und die Maßnahmen in Europa.

Coronavirus-Pandemie: Lage in Europa spitzt sich zu - Infektionszahlen steigen in Großbritannien rasant

Die Infektionszahlen in Europa steigen, was vielerorts eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen nach sich zieht. In Großbritannien werden aus Furcht vor einer zweiten Coronawelle Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Die neue Obergrenze soll ab Montag (14. September) gelten. „Wir müssen jetzt handeln, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen", erklärte Premierminister Boris Johnson. In den vergangenen Tagen verzeichnete Großbritannien jeweils fast 3000 bestätigte Neuinfektionen, was dem höchsten Stand seit Ende Mai entspricht.

Corona in Europa: Italien verlängert Corona-Maßnahmen

In Italien wurden indes die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für einen weiteren Monat verlängert. Die Vorschriften, wozu beispielsweise die Maskenpflicht und die Abstandsregeln zählen, gilt nun bis zum 7. Oktober. Mit mehr als 1700 neuen Corona-Fällen vergangenen Freitag (4. September) hatte Italien den höchsten Wert seit Anfang Mai zu verzeichnen. Nichts desto trotz zog man in Italien in Erwägung die Quarantänedauer zu verkürzen.

Coronavirus: Lage in Europa verschlechtert sich - Niederlande verzeichnet höchsten Tageswert seit April

Auch in den Niederlanden steigt die Zahl der registrierten neuen Coronavirus-Fälle enorm. Wie Gesundheitsminister Hugo de Jonge mitteilte, sei die Zahl in den letzten 24 Stunden auf 1140 gestiegen, was dem höchsten Tageswert seit dem 10. April entspricht. Damals wurden 1335 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen gab der niederländische Gesundheitsminister während eines Live-Videostreams bekannt, wie „tagesschau.de“ berichtete. „Es läuft nicht richtig“, bewertete er die Situation. Indes warnen Forscher bereits vor einer anderen besorgniserregenden Gefahr: „Wenn Sie glauben, Corona sei schlimm...“

Coronavirus: Auswärtiges Amt weitet Reisewarnungen aus - besonders Frankreich und Kroatien betroffen

Hinsichtlich der sich ebenfalls zuspitzenden Lage in Frankreich und Kroatien reagierte nun das Auswärtige Amt und weitete bereits bestehende Reisewarnungen aus. Einer Mitteilung von Mittwoch (9. September) zufolge wurde vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d‘Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten aufgrund der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur an der Mittelmeerküste.

Auch in Kroatien kamen neben den Regionen Zadar, Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien weitere Gebiete hinzu: Dubrovnik-Neretva und Požega-Slawonien. Des Weiteren stehen aktuell auch die tschechische Hauptstadt Prag und die beiden Schweizer Kantone Genf und Waadt auf der Liste der Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

Video: Auswärtiges Amt erklärte ganz Spanien zum Risikogebiet

Spanien ist indes aufgrund der hohen Infektionszahlen komplett als Risikogebiet eingestuft worden. Beschränkten sich die Angaben des Auswärtigen Amts zunächst wie nun in Frankreich auf ausgewiesene Orte des Landes, gilt die Reisewarnung mittlerweile für ganz Spanien. Und auch die Zahlen in Österreich lassen nichts Gutes erahnen.

Indes hofft man auf einen Durchbruch der Forschung* hinsichtlich eines Impfstoffs. Doch ein Pharmakonzern musste einen herben Rückschlag einstecken. Indes lässt sich nach fast neun Monaten eine Corona-Bilanz ziehen: so tödlich ist das Virus in Deutschland, Europa und weltweit. In einer Studie aus Innsbruck wurden die Langzeitschäden einer Covid-19-Erkrankung untersucht - mit teils positiven Ergebnissen. Indes schlägt die WHO Alarm: So viele Neuinfektionen gab es noch nie. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks (mbr)

Rubriklistenbild: © Antonio Calanni/AP/dpa

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