Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie im Landtag: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bedauert Fehler beim Krisenmanagement.
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Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie im Landtag: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bedauert Fehler beim Krisenmanagement.

Menschen mussten einsam sterben

Corona: Laschet bereut „gravierende Fehler“ – CDU-Vorsitzender will sich Verantwortung stellen

Armin Laschet (CDU) spricht über „gravierende Fehler“ in der Corona-Pandemie. Er entschuldigt sich „von ganzem Herzen“ bei den Angehörigen.

Düsseldorf - „Die Entscheidungen, die dazu geführt haben, dass Menschen einsam sterben mussten, waren ein gravierender Fehler“, sagte Armin Laschet* (CDU*) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag mit Blick auf Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheime. In der Corona*-Pandemie seien manche Vorschriften zur Kontaktbeschränkung nicht richtig gewesen.

„Gravierende Fehler“ in der Corona-Pandemie - Armin Laschet (CDU) will dafür gerade stehen

Während der Pandemie sind viele Menschen in Alten- und Pflegeheimen verstorben. Auch Einsamkeit und soziale Isolation hätten zum Tod geführt, glaubt Laschet. Er bat die Angehörigen „von ganzem Herzen“ um Verzeihung. „Auch dem müssen wir, die wir Verantwortung tragen, uns stellen“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat*, „auch, wenn die Schrecken der Pandemie einmal verblasst sein werden, die Erinnerung an die Opfer wird es nicht.“

Corona in Deutschland: „Keiner von uns war vorbereitet auf das, was über uns gekommen ist“

In Nordrhein-Westfalen sind seit Beginn der Pandemie mehr als 17.000 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion* gestorben. „Und die Zahl wächst täglich“, merkte Landtagspräsident André Kuper an. Die ganze Welt sei erfasst von Trauer und Schmerz.

„Keiner von uns, weder in Deutschland noch in einem anderen Land der Welt war vorbereitet auf das, was seit März 2020 über uns gekommen ist“, gestand auch Kuper Fehler ein, „niemand von uns hatte Erfahrung mit einem Krisenmanagements diesen Ausmaßes.“

Corona: Übersterblichkeit phasenweise bei 81 Prozent - viele Menschen konnten keinen Abschied nehmen

Aus dem kürzlich veröffentlichten Kranken- und Pflegeberichts der AOK geht hervor, dass die Todesrate in der zweiten Corona-Welle um 30 Prozent erhöht war. Um Weihnachten 2020 lag sie sogar 81 Prozent über dem Mittel der Vorjahre. Zu diesen Hochphasen der Pandemie galten besonders strenge Kontaktbeschränkungen und dadurch Besuchsverbote in Kranken- und Pflegeheimen. Viele Menschen konnten keinen Abschied nehmen.

„Unser Land trauert mit ihnen“, sagte der nordrhein-westfälische Landtag nun. Ministerpräsident Armin Laschet, Landtagspräsident André Kuper und Barbara Dauner-Lieb, Präsidentin des Verfassungsgerichts, zündeten zusammen mit Angehörigen Kerzen im Plenarsaal an. Im ganzen Bundesland wehten die Flaggen am Mittwoch auf Halbmast. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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