Das Coronavirus könnte in mehreren Städten im Ruhrgebiet zu einem Massensterben von Tauben führen.
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Das Coronavirus könnte in mehreren Städten im Ruhrgebiet zu einem Massensterben von Tauben führen.

Folgen der Covid-19-Pandemie

Gefahr für den "Ruhrpott-Flamingo": Wie das Coronavirus die Revier-Tauben bedroht

Tauben in Städten des Ruhrgebiets gelten als schmutzige Müllfresser. Welche Folgen hätte ein Massensterben der Tiere als Folge der Coronavirus-Pandemie?

  • Die meisten Ruhrgebietsstädte haben ein Problem mit Tauben und verbieten daher das Füttern der Tiere.
  • Durch das Coronavirus sind auch viele der grauen Vögel in Städten bedroht.
  • Das Problem mit den Tieren ist ein menschengemachtes.

Ruhrgebiet / NRW - Sie gelten als Ratten der Lüfte, sind aber bei Kindern meist beliebt: Tauben sind im Ruhrgebiet weit verbreitet und auch den meisten Städten ein Dorn im Auge. Durch das Coronavirus könnte sich das Problem mit den grauen Vögeln bald von selbst auflösen, denn den Tieren drohen immense Probleme, wie RUHR24.de* berichtet.

Tauben im Ruhrgebiet: Warum die Vögel durch das Coronavirus bedroht sind

Die Geschäfte sind derzeit im Zusammenhang mit der Coronavirus*-Krise geschlossen und die meisten Innenstädte deswegen leer. Auch Tauben gehen in diesen Zeiten meistens leer aus: Die Ruhrpott-Flamingos finden derzeit viel weniger Lebensmittelabfälle als in belebteren Zeiten. Den Tieren könnte der Hungertod und damit auch ein Massensterben drohen.

Der Verein Stadttauben Bochum fordert deswegen nun die Stadt auf, die Tauben an wechselnden Stellen mit geeignetem Körnern kontrolliert füttern zu lassen, wie die WAZ berichtet. Mitarbeiter des Ordnungsamtes, Tierschützer oder Freiwillige sollten das nach Vorschlag des Vereins übernehmen.

Tierschützer: Tauben im Ruhrgebiet droht wegen Coronavirus der elende Hungertod

In Bochum, Unna und Dortmund sowie weiteren Städten im Ruhrgebiet ist das Füttern von Stadttauben eigentlich untersagt. Wer den Tieren in den Innenstädten dennoch Futter gibt, macht sie rechtlich gesehen zu seinem Eigentum und wird dann auch für sie haftbar. Ausnahmen gibt es bei Gefahren für die Tiere.

In der Bochumer Sicherheitsverordnung gilt so eine Ausnahme beispielsweise bei langen Frost- und Schneeperioden. Der Verein Stadttauben Bochum ist der Meinung, dass die Ausnahme auch in Zeiten des Coronavirus greifen müsste. Andernfalls droht den Tauben ein elender Hungertod. 

Tauben im Ruhrgebiet: Auswirkung bei Massensterben der Tiere wegen Coronavirus

Allerdings beobachtet der Verein auch, dass stellenweise bereits Körnerfutter gestreut wird. Tierfreunde würden sich "aktuell organisieren, um dem Hungerproblem entgegenzuwirken", so Annabell Maehler vom Verein gegenüber der WAZ. Dass das Futter ausreicht, um die meisten Vögel zu retten, dürfte aber fraglich sein.

Welche Auswirkungen ein mögliches Massensterben der Tiere in Folge des Coronavirus bedeuten könnte, darüber gibt es kaum Forschungen. Fest steht allerdings, dass das Problem der Tiere ein menschengemachtes ist, denn die meisten Tauben in den Städten sind eigentlich Haustiere. Sie weisen nur eine niedrige Wanderbereitschaft auf und konnten sich durch die Überflussgesellschaft bestens ausbreiten.

Ruhrgebiet: Haben Tauben einfach nur einen schlechten Ruf?

Wäre eine Reduzierung der Population also automatisch positiv? Jein. Denn wie die Stadt Dortmund aber auch die Tierrechtsorganisation Peta mitteilen, ist es vor allem der Ruf und nicht die Faktenlage, die die "Ratten der Lüfte" so unbeliebt macht. Zwar können Tauben verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen, das tatsächliche Risiko wird aber oft unrealistisch betrachtet und entweder überbewertet oder unterschätzt.

Tauben sind im Ruhrgebiet nicht gerade beliebt. Dabei ist einfach nur der Ruf der Vögel schlecht.

Außerdem seien Maßnahmen zur Taubenabwehr wie etwa Taubenstifte oder -netze schädlicher für Gebäude als ihr Kot: Der ist zwar lästig, aber zerstört laut Peta nicht die Oberflächenstrukturen von Bausubstanzen wie Beton, Sandstein, Klinker, Ziegel oder Nadelholz.

So könnten Tauben in Städten des Ruhrgebiets ideal überleben

Auch unabhängig von der derzeit herrschenden Coronavirus-Krise empfehlen Organisationen wie der NaBu gezielte Konzepte zum Taubenmanagament in Städten - auch im Ruhrgebiet. Beispielsweise betreute Taubenschläge könnten dabei helfen, die Population in den Innenstädten zu kontrollieren. Wenn die Unterkünfte ideale Voraussetzungen erfüllen, ziehen die Tauben von selbst dorthin um.

Video: In Deutschland gibt es über 3,5 Millionen Tauben - aber warum sieht man eigentlich nie Küken?

Wie die Städte im Ruhrgebiet nun konkret mit dem Futtermangel durch das Coronavirus für die Tauben umgehen, ist unklar. Unter anderem die Tierschutzpartei fordert aber zumindest für diese Ausnahme die Aufhebung des Fütterungsverbotes.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.  

lez

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