Christian Drosten machte in seinem NDR-Podcast nun eine Ankündigung.
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Christian Drosten machte in seinem NDR-Podcast nun eine Ankündigung.

Jetzt teilt der Virologe aus

Corona-Podcast: Zuhörer erwarten das Schlimmste, als Drosten eine Ankündigung macht

Diese Ankündigung traf die treuesten Zuhörer des NDR-Podcasts über die Corona-Krise von Virologe Christian Drosten hart.

Update vom 5. Juli: Seit Virologen durch die Corona-Krise in der Öffentlichkeit stehen, werden sie auch von allen Seiten kritisiert. Ein Kardiologe teilte gegen Christian Drosten und Co. aus. Entfacht er damit einen neuen Experten-Streit?

Corona-Podcast: Zuhörer erwarten das Schlimmste, als Drosten eine Ankündigung macht

Update 24. Juni 2020, Update 11.30 Uhr: Jetzt hat Virologe Christian Drosten über Twitter erläutert, wieso er eine Podcast-Auszeit braucht. Ein Zuhörer hatte zuvor gepostet, dass Drosten erstmals „dünnhäutig“ gewirkt habe und er ihm die Pause sehr gönne. Daraufhin polterte Drosten erneut gegen die Bild: „Das sind die nicht endenden, unterstellenden und aggressiven Anfragen der Bild-Zeitung. Fast jeden Tag kostet das mich, die Pressestelle der Charité, sowie zwei Medienanwälte Stunden unserer Arbeitszeit. Seit über einem Monat geht das so.“

Ab Juli 2020 gibt es für Verbraucher, Rentner und Urlauber nicht nur wegen der Corona-Krise wieder zahlreiche Änderungen in Deutschland.

Video: Die fragwürdigen Methoden der Bild-Zeitung

Drosten: Kein Corona-Podcast mehr bis Ende August - Fans besorgt

Update 24. Juni 2020, Update 9.50 Uhr: Nach 50 Folgen wird es nun eine lange Sommerpause geben: Der NDR-Podcast mit Virologe Christian Drosten pausiert nun bis Ende August. Ausgerechnet jetzt, könnte man sagen, denn in den vergangenen Tagen häuften sich wieder neue Ausbruchsmeldungen in Deutschland. Drosten selbst hält es für möglich, dass durch die Urlaubssaison eine zweite Infektionswelle ins Land schwappt (siehe Erstmeldung unten), wenn Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten werden.

Seine treuen Zuhörer befürchten bereits das Schlimmste: Drosten könnte bis August endgültig die Lust auf eine Fortsetzung verlieren, weil er zahlreiche Drohungen erhält und angefeindet wird. Außerdem beklagt er häufig, dass seine Aussagen von Medien zu verkürzt dargestellt werden. So retweete er beispielsweise am Mittwoch ein lückenhaftes Zitat aus seinem Podcast mit dem Kommentar: „Ich bin es auch leid.“ 

Eine weitere Befürchtung seiner Fans: die Corona-Lage könnte sich bis dahin wieder verschärfen. So schreibt ein Twitter-Nutzer: „Ich hoffe, es geht Ende August weiter und wir stecken dann nicht bis zum Hals im Schlamassel.“ 

Andere zeigen sich traurig, dass sie nun rund zwei Monate auf das informative Format aus erster Hand verzichten müssen. Für viele sind die Podcast-Folgen ein fester Bestandteil ihres Lebens geworden: „Fühle mich leer“, antwortet eine Twitter-Nutzerin, eine andere: „Ich will meine Dienstagabende nicht anders verbringen.“ Ob dieser Zuspruch den Virologen darin bestärkt, seine Medienarbeit tatsächlich fortzusetzen? 

Coronavirus: Drosten mit düsterer Sommer-Prognose - „Friedliche Situation wie jetzt“ schon im Juli vorbei?

München - In Deutschland macht sich der Hochsommer breit. Es wird für viele Bürger wohl der merkwürdigste ihres Lebens, denn nach wie vor herrschen im Zuge der Corona-Pandemie* Einschränkungen. Etwa im Hinblick auf Kontakte zu Freunden und Bekannten* oder zahlreiche Freizeitaktivitäten. Dabei erleben wir aktuell wohl so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm - zumindest schätzt Christian Drosten* die Lage so sein.

Der renommierte Virologe warnt in der 50. Ausgabe des NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ unter dem Titel „Das Virus kommt wieder“ vor den bald wohl wieder verstärkt zu spürenden Auswirkungen durch Sars-CoV-2: „Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemie-Tätigkeit angeht.“ Schon im Hochsommer müssen wir uns also wohl wieder auf eine andere Normalität einstellen.

Alles andere als normal: In Berlin wurden die Abi-Zeugnisse mit Abstandsregeln auf dem Sportplatz ausgebeben.

Drosten im Corona-Podcast: „Jetzt alle Alarmsensoren anschalten“

Für Drosten ist klar, dass schnellstmöglich entsprechend gehandelt werden muss: „In zwei Monaten werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt alle Alarmsensoren anschalten und wenn wir nicht einsehen in der Bevölkerung, dass die Gesundheitsbehörden Unterstützung und Konsens brauchen.“

Zugleich lobt der Institutsdirektor der Berliner Charité die bisherige Eindämmung der Pandemie in Deutschland. Die derzeitige Entspannungsphase sei nicht nur dem „Sommer-Effekt“ wie den gestiegenen Temperaturen zu verdanken. Vielmehr handele es sich um die „Ruhe, die wir uns jetzt genommen haben durch das sehr effiziente Bremsen“. Dabei spielte auch die Disziplin der Bundesbürger eine entscheidende Rolle, denn: „Wir hatten ja gar keinen drastischen Lockdown, weder lang noch sehr einschneidend.“

Drosten im Corona-Podcast: „Furchtbare Situation in südlichen US-Staaten - Intensivstationen schon voll“

Dass sich Deutschland auf dem Erreichten keinesfalls ausruhen dürfe, verdeutliche allerdings schon ein Blick über den großen Teich. „Wir sehen ja jetzt in den südlichen amerikanischen Staaten, dass wir trotz hoher Umgebungstemperaturen in eine furchtbare Situation reinlaufen. Also, die Intensivstationen in manchen Gebieten sind jetzt schon voll“, verweist Drosten auf die USA, die seit dem ersten Ausbruch ununterbrochen neue Virusherde zu bekämpfen haben.

Doch auch in Deutschland würden sich die Anzeichen mehren, „dass das Virus jetzt wieder kommt“. Nach mehr als 1000 Infektionsfällen im Zusammenhang mit dem landesweit größten Fleischbetrieb in Gütersloh wurden zwei Landkreise in den Lockdown bis Monatsende geschickt. Auch andernorts verbreitete sich das neuartige Coronavirus wieder rasant. Ob in Hochhäusern wie in Göttingen oder in Berlin. Oder beim auf Geflügelfleisch spezialisierten und über die Bundesgrenzen hinaus bekannten Unternehmen Wiesenhof.

Lockdown verhängt: Im Landkreis Gütersloh steht das Leben bis Ende Juni still.

Drosten im Corona-Podcast: In betroffenen Fleischbetrieben herrschen winterliche Temperaturen - ein Omen?

Immer wieder trifft es Betriebe aus der Fleischverarbeitungsbranche. Weil dort dicht an dicht körperliche Schwerstarbeit in geschlossenen und stark gekühlten Räumen verrichtet wird. Was unweigerlich den Blick in Richtung kältere Jahreszeiten* richtet, denn schon seit Wochen gehen Experten von einem erneuten Aufflammen des Coronavirus in Herbst und Winter aus.

So sieht das auch Drosten: „Wir haben natürlich im Winter eben auch die Situation eines nicht beheizten Raums, in dem eben doch keine Luftbewegung ist, das können ja irgendwelche Wartebereiche sein an Bahnsteigen oder Bushaltestellen.“ Solche unbeheizten Bereiche mit Schutzwänden samt Dach ergäben „vielleicht dann eine Umgebungssituation, die den jetzigen Zerlegebetrieben entspricht“.

Drosten im Corona-Podcast: „Schon jetzt vorsichtig sein mit der Entwicklung einer zweiten Welle“

Wie so viele Kollegen rechnet der gebürtige Emsländer aber nicht mit einem exorbitanten Anstieg: „Ich glaube nicht, dass das am Ende das sein wird, das uns in eine zweite Welle führt. Sondern ich denke, wir müssen schon jetzt ganz vorsichtig sein mit der Entwicklung einer zweiten Welle.“

Und das sieht für Drosten wie folgt aus: „Nicht zu viele Personen, nicht in einem geschlossenen Raum, die Enthemmung durch Alkohol spielt sicherlich eine Rolle, laute Musik, gegen die man laut anschreit, wo dann natürlich noch mehr Aerosol im Rachen gebildet wird - alle diese Dinge sind nicht gut.“ Denn wir alle müssen uns eines bewusst machen: Sars-CoV-2 war niemals wirklich verschwunden und werde „demnächst unbemerkt wieder überall sein“.

Drosten im Corona-Podcast: „Man kann ein Virus nicht wegtesten“

Eben auch in Schulen und Kitas, die ja zur Erhöhung der Chancengleichheit und zur Erleichterung vieler Eltern nach den Sommerferien möglichst wieder flächendeckend Kinder und Jugendliche komplett in den Einrichtungen begrüßen wollen. Auch hier hebt Drosten mahnend den Finger: „Man kann ein Virus nicht wegtesten.“ Und zu viele positive Fälle könnten dazu führen, dass „wir plötzlich feststellen: Die Konsequenz ist, dass wir überall die Schulen wieder schließen müssen.“

Deshalb könne eine Schlussfolgerung so simpel wie niederschmetternd lauten: „Vielleicht können wir keine virusfreien Schulen haben.“ Die daraus abzuleitenden Folgen müssten entsprechend Gegenstand einer zeitnahen Diskussion sein. Wichtig sei laut Drosten, dass bis zum Herbst die „Debatte gesellschaftlich geführt“ sei und „Vorüberlegungen getroffen“ würden.

Unterricht mit Distanz: Blick in einen Klassenraum in Baden-Württemberg.

Drosten im Corona-Podcast: Müssen wir am Ende über Schulpflicht an sich diskutieren?

Sein dringender Appell an zahlreiche Kritiker, die Kindern quasi eine Immunität andichten* wollen: „Wir müssen jetzt wirklich unbedingt damit aufhören, Dinge zu verbreiten, die sagen: ‚Na, die Schüler sind ja gar nicht betroffen, also können doch die Schulen geöffnet werden.‘“ Dabei handele es sich um „eine Fehlinformation“, die uns „auf die Füße fallen“ könne. Vielmehr regt der Wissenschaftler Diskussionen über die generelle Schulpflicht an.

Das könnte ein Thema für die vor der Tür stehenden Sommerferien sein, in denen die Weichen für die Schule der Zukunft gestellt werden sollen. Schon jetzt geht der NDR-Podcast mit Drosten in die Sommerpause bis Ende August. Der Viren-Experte wird sich in diesen Wochen keinesfalls zurücklehnen, sondern seine Forschung vorantreiben. Um in Folge 51 mit neuen Informationen zurückzukehren.

Dann werden wir auch wissen, ob sein Satz zum raschen Ende der aktuell so friedlichen Corona-Situation zutreffend war. Hoffen wir es nicht. (mg)

Besorgniserregend sind derzeit die ersten Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern aus den USA. Sie haben eine Mutation des Coronavirus entdeckt, die das Virus infektiöser machen könnte. Unterdessen wird der Corona-Kurs der österreichischen Regierung immer lockerer. Während die ersten Touristen an den Strand zurückkehren, müssen die Bewohner einer europäischen Hauptstadt zurück in den Lockdown.

Fleischbetriebe stehen nicht erst seit Corona in der Kritik. Agrarministerin Julia Klöckner will mit einer steilen Preiserhöhung für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Derweil werfen die lokalen Ausbrüche in Deutschland Fragen auf. Doch die Gefahr scheint weitgehend unter Kontrolle. Mit Sorge betrachtet jedoche Virologe Hendrik Streeck die Entwicklungen der Pandemie - und spricht vor weiteren Gefahren des Virus. 

In den USA geraten die Corona-Infektionszahlen völlig außer Kontrolle. Präsident Donald Trump spricht von „großartigen Neuigkeiten“.

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