Kurz vor Gerichtstermin über mögliche Haftverlegung: Wurde Josef Fritzl in einem Kaffeehaus gesichtet?
Ist Josef Fritzl bald auf freiem Fuß? Am Donnerstag wird über neue Haftbedingungen des österreichischen Straftäters verhandelt. Zuvor soll er in Freiheit gesichtet worden sein.
Krems – Seit rund 15 Jahren sitzt Josef Fritzl im Hochsicherheitsgefängnis in Krems-Stein. Der heute 88-Jährige ist mit seinen unfassbar grausamen Taten vielen nur als das „Inzest-Monster von Amstetten“ in Erinnerung geblieben. Von 1984 bis 2008 hielt er seine Tochter in unterirdischen Räumen in dem niederösterreichischen Ort gefangen, wo er sie unzählige Male missbrauchte und insgesamt sieben Kinder mit ihr zeugte. Eines von ihnen starb direkt nach der Geburt, drei Kinder waren – wie ihre Mutter gezwungen – im Keller zu leben, drei weitere mussten bei dem Täter in der Wohnung wohnen.
2009 wurde Fritzl zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Trotz der grausamen Taten könnten sich die Haftbedingungen des Straftäters nun bald ändern. Im Raum steht eine mögliche Verlegung vom Maßnahmen- in den Normalvollzug. Dafür wird Fritzl am Donnerstag, 25. Januar, von einem Drei-Richter-Senat angehört. Zudem sorgen Berichte über eine mögliche Sichtung in Freiheit des Straftäters im Vorfeld der Verhandlung für Hysterie, wie oe24.de berichtet.
Straftäter Fritzl für mögliche Haftverlegung vor Gericht – Anwältin spricht von „Formsache“
Die Verlegung werde verhandelt, weil laut einem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen keine strafbaren Handlungen mehr des 88-Jährigen zu erwarten sein. Ein Grund dafür sei auch, dass Fritzl, der mittlerweile seinen Nachnamen geändert hatte, an fortschreitender Demenz leidet. Seine Anwältin Astrid Wagner sei sogar der Auffassung, dass nur eine endgültige Entlassung in Erwägung kommen würde und sie deshalb bereits dabei sein, nach geeigneten Pflegeplätzen zu suchen.

Für die Anwältin sei die Verhandlung am Donnerstag demnach lediglich nur noch eine „Formsache“, da es im Normalvollzug scheinbar keinen geeigneten Platz für demente Insassen, die Extra-Betreuung benötigen, geben würde. Somit würde es laut Anwältin im nächsten Schritt nur noch um eine mögliche Freilassung gehen.
Verschiedene Personen wollen Fritzl in Freiheit gesehen haben – Sichtung eher unwahrscheinlich
Bereits am Dienstag vor der Verhandlung berichtet die Daily Mail, dass Fritzl bereits mehrfach beim Kaffeetrinken in Krems in der Öffentlichkeit gesehen worden sei und beruft sich dabei auf eine Autorin des lokalen „Bezirksblatts“. Demnach zitiert die Daily Mail, dass verschiedene Personen „unabhängig voneinander“ den Mann gesehen hätten.
Auch Anwältin Wagner meldete sich daraufhin in der Öffentlichkeit zu Wort und erklärte gegenüber oe24.de: „Ich wüsste davon“. Zudem seien die Sichtungen unwahrscheinlich, weil Bürger gar nicht einschätzen könnten, wie sich Fritzl in 15 Jahren Haft optisch verändert habe. Außerdem sei es schwierig für ihn, längere Strecken zu Fuß zu gehen, da er unter anderem auf einen Rollator angewiesen sei.
Bislang ist also stark davon auszugehen, dass es sich bei den Sichtungen nicht um Fritzl handelt und dieser sich zu mindestens noch bis zur Verhandlung am Donnerstag im Maßnahmevollzug ohne Freigang befindet. (bk)