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Stern, Planet oder Satellit? – Wie Sie herausfinden, was Sie am Nachthimmel gesehen haben

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Von: Tanja Banner

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Ein heller Stern am Himmel, der besonders auffällig ist oder ein unerklärliches Objekt, das Ihnen am Nachthimmel ins Auge sticht – so finden Sie heraus, worum es sich handelt.

Frankfurt – Bei milden Temperaturen im Frühling und Sommer bleibt man gerne länger draußen und richtet in der Dunkelheit den Blick zum Sternenhimmel (hier können Sie nachlesen, was es im Monat Mai zu sehen gibt). Dort gibt es zahlreiche Objekte, die hell leuchten und besonders auffällig sind, wenn man den Himmel nicht oft betrachtet. Egal, ob ein helles Licht, das sich nicht vom Fleck zu bewegen scheint, ein „Stern“, der rasend schnell über den dunklen Himmel zieht oder ein anderes Phänomen Ihre Aufmerksamkeit geweckt hat – die meisten Himmelsbeobachtungen kann man mit relativ wenig Aufwand selbst aufklären.

Die wichtigste Information, die man benötigt, um herauszufinden, was man am Himmel gesehen hat: Die Himmelsrichtung und die Uhrzeit der Beobachtung. Hat man keinen Kompass zur Hand, kann man mithilfe der Sonne ermitteln, in welche Richtung man ungefähr blickt: Geht die Sonne dort am Morgen auf, ist es Osten. Geht sie dort abends unter, ist es Westen. Zieht sie dort im Laufe des Tages vorbei, hat man nach Süden geschaut und steht die Sonne dort nie, meint man den Norden. Sehr schön kann man sich die Himmelsrichtungen auch mit dem folgenden Merksatz herleiten:

Zwei helle Objekte am Abendhimmel – was könnte es sein? In diesem Fall sind es die hellen Planeten Venus (oben) und Jupiter (unten). Zu sehen sind außerdem noch die vier Galileischen Monde des Jupiter, die aber mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. (Archivbild)
Zwei helle Objekte am Abendhimmel – was könnte es sein? In diesem Fall sind es die hellen Planeten Venus (oben) und Jupiter (unten). Zu sehen sind außerdem noch die vier Galileischen Monde des Jupiter, die aber mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. (Archivbild) © IMAGO/Uwe Meinhold

Im Osten geht die Sonne auf, im Süden steigt sie hoch hinauf. Im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen.

Merksatz zu den Himmelsrichtungen

Alleine über die Himmelsrichtung kann man sich bereits einige Dinge leichter erklären – so ist beispielsweise im Frühjahr 2023 der Planet Venus am Abend sehr hell im Westen zu sehen. Haben Sie abends einen sehr hell strahlenden „Stern“ im Westen entdeckt, dürfte es sich daher um den „Abendstern“ Venus handeln.

Ein Überblick über die gängigsten Beobachtungen am Himmel und ihre Erklärung.

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„Helles Licht“ bewegt sich nicht am Himmel: Ist es ein Stern oder ein Planet?

Sie sehen ein „helles Licht“ am Himmel stehen, das sich auch über längere Zeit nicht vom Fleck bewegt? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Stern oder einen Planeten. Auseinanderhalten können Sie die beiden Arten von Himmelskörpern, indem sie genauer hinschauen: Sterne funkeln, Planeten nicht. Das Funkeln der Sterne wird durch die unruhige Erdatmosphäre verursacht, durch die das Licht hindurch muss, um zum menschlichen Auge vorzudringen. Zwar muss auch das Licht von Planeten durch die Atmosphäre der Erde, doch da Planeten deutlich heller sind, fällt das Funkeln in der Regel nicht auf.

Sind Sie sich trotzdem unsicher, ob Sie einen Stern oder Planeten gesehen haben, gibt es weitere Möglichkeiten: Nutzen Sie beispielsweise eine digitale Sternenkarte wie das kostenlose Programm Stellarium (gibt es auch für Smartphones), um herauszufinden, was Sie am Himmel entdeckt haben. Hat man die App installiert, kann man mit dem Smartphone auf den Himmelskörper zeigen, um herauszufinden, worum es sich handelt. Um einen Stern von einem Planeten zu unterscheiden, hilft es auch, den Himmelskörper mehrere Nächte lang am Himmel zu beobachten. Planeten ziehen im Laufe der Zeit über den Sternenhimmel, sie wandern von einem Sternbild ins nächste und wurden deshalb früher auch „Wandelsterne“ genannt.

„Heller Punkt“ zieht über den Himmel: Flugzeug, ISS oder „Starlink“-Satellit?

Haben Sie ein „helles Licht“ gesehen, das schnell über den Nachthimmel zieht, gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten, was Sie beobachtet haben: Es kann sich beispielsweise um einen Satelliten handeln, aber auch um ein Flugzeug. Hier ist die Unterscheidung relativ einfach: Flugzeuge blinken, Satelliten nicht. Blinkt das Objekt, das Sie am Himmel sehen, oder hat es beispielsweise grüne oder rote Lichter, handelt es sich um ein Flugzeug. Einen Satelliten erkennen Sie daran, dass er nicht blinkt, sondern als mehr oder weniger heller Lichtpunkt über den Himmel zieht und wieder verschwindet.

Kurz nach dem Start sind die „Starlink“-Satelliten noch sehr dicht beieinander und kaum zu übersehen am Himmel. Viele Beobachtende beschreiben den Anblick als „Lichterkette“ oder „Leuchtspur“. (Archivbild)
Kurz nach dem Start sind die „Starlink“-Satelliten noch sehr dicht beieinander und kaum zu übersehen am Himmel. Viele Beobachtende beschreiben den Anblick als „Lichterkette“ oder „Leuchtspur“. (Archivbild) © imago images/Belga

Bei den Satelliten kann man mit etwas Erfahrung unterschiedliche Arten unterscheiden: Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX beispielsweise treten meist in einer größeren Gruppe auf – auf einen Satelliten folgen garantiert noch mehrere andere. Die Internationale Raumstation ISS, die man auch gelegentlich über den Nachthimmel ziehen sehen kann, bleibt dagegen alleine. Außerdem strahlt sie deutlich heller als die „Starlink“-Satelliten. Die Flugbahn verschiedener Satelliten können Sie mithilfe von Apps wie Stellarium oder „Heavens Above“ nachvollziehen – dazu benötigen Sie neben der Beobachtungsrichtung jedoch auch die genaue Uhrzeit, zu der Sie Ihre Beobachtung gemacht haben.

Besondere Phänomene am Himmel: „Starlink“-Start, Raketen und mehr

Neben diesen einigermaßen alltäglichen Beobachtungen am Nachthimmel gibt es auch noch Sichtungen, die ungewöhnlich sind. Manche von ihnen sind so ungewöhnlich, dass Beobachtende eine Ufo-Meldestelle anrufen. Die Ufo-Meldestelle des Centralen Erforschungs-Netzes Außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) klärt über diese Phänomene auf – häufig stecken auch Ballons oder Drohnen hinter den Beobachtungen. Am häufigsten verwirren jedoch die „Starlink“-Satelliten die Menschen, die zum Himmel schauen.

Hätten Sie gewusst, was Sie in diesem Fall am Himmel sehen oder hätten Sie die Ufo-Meldestelle angerufen? Zu sehen ist eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX kurz nach dem Start.
Hätten Sie gewusst, was Sie in diesem Fall am Himmel sehen oder hätten Sie die Ufo-Meldestelle angerufen? Zu sehen ist eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX kurz nach dem Start. © IMAGO/Gene Blevins

Das ist kein Wunder: Sie sind nicht nur als einzelne Satelliten zu sehen, die mit Abstand hintereinander herfliegen. Kurz nach dem Start befinden sie sich sehr nah beieinander, was ein beinahe gespenstischer Anblick am Himmel ist. Viele Beobachtende sprechen bei den „Starlinks“ nach dem Start von einer „Lichterkette“ oder einer „Leuchtspur“ am Himmel.

Am Himmel über dem Subaru-Teleskop auf Hawaii ist eine mysteriöse, blaue Spirale zu sehen.
Eine solche Spirale am Himmel kann entstehen, wenn ein Raketenstufe Treibstoff ablässt, der dann von der bereits untergegangenen Sonne angestrahlt wird. © National Astronomical Observatory Japan

Auch verschiedene Phasen von Raketenstarts können am Himmel seltsam aussehen – beispielsweise kann eine Spirale am Himmel entstehen, wenn eine Raketenstufe ihren verbliebenen Treibstoff abgibt. Verglühende Raketenteile oder das Abtrennen einer Raketenstufe kann man gelegentlich ebenfalls am Himmel sehen. Einen natürlichen Ursprung haben dagegen Sternschnuppen, Meteore und Feuerkugeln – hier dringt ein mehr oder weniger große Stein aus dem Weltall in die Erdatmosphäre ein und verglüht. Ob es andere Sichtungen von Feuerkugeln gab, können Sie in einer speziellen Datenbank nachlesen. Ihre eigene Sichtung einer Feuerkugel können Sie dort auch selbst melden. (tab)

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