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Tierschützer mit sensationellen Aufnahmen: Meerestier galt seit Jahren als „ausgestorben“

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Tierschützer filmen vor der Küste Kroatiens gleich zwei seltene Haie. Der Fund könnte die letzte Hoffnung für die Zukunft dieser Art in der Adria sein.

Zadar – Bei einem Tauchgang vor der kroatischen Küste haben Naturschützer einen äußerst seltenen Engelhai entdeckt. Die Haiart ist nicht nur global gefährdet, sondern wurde in der Adria bereits für ausgestorben gehalten. Nicola Kosanović, ein Taucher des WWF Adria, konnte nun das Gegenteil beweisen. Er filmte zwei Engellhaie in der Näher der kroatischen Insel Molata. Das Video wurde von der Organisation auf Social Media geteilt.

Er galt bereits als ausgestorben: Sichtung von Engelhai in der Adria gibt neuen Grund zur Hoffnung

Der WWF schrieb zu einem auf YouTube veröffentlichten Video: „Die Aufnahme stellt eine der wertvollsten Errungenschaften dar und ist ein direkter Hinweis auf die Notwendigkeit eines weiteren Schutzes dieser vom Aussterben bedrohten Art.“

Das letzte Exemplar eines Engelhais wurde demnach vor einigen Jahren tot auf einem Fischmarkt in Zagreb entdeckt. Der Fund hatte sowohl Hoffnung als auch Besorgnis ausgelöst, da es weder Wissenschaftlern noch Naturschützern seitdem gelungen war, einen lebenden Engelhai in der Adria zu dokumentieren.

Ein Taucher scheint mit der Taschenlampe auf einen Engelhai au einem Stein unterwasser
Seine Farbe und sein Körperbau schenken ihm eine perfekte Tarnung: So kann der Engelhai am Boden auf Beute lauern. © imageBROKER/F. Schneider / Imago

Die Haiart war im gesamten Mittelmeerraum und im Ostatlantik heimisch, bevor sie in der Adria für ausgestorben gehalten wurde. Die jüngste Sichtung legt nahe, dass der Engelhai zwar noch immer in der Adria vorkommt – allerdings nicht mehr überall, sondern nur noch stark reduziert vor den Molata-Inseln. Der WWF bezeichnete den Fund als „letzte Hoffnung für den Erhalt dieser Art“.

Der Engelhai (Squatinidae)

Engelhaie zeichnen sich durch einen sehr flachen Oberkörper und breite Brustflossen aus, sodass sie eher wie ein Rochen als ein Hai aussehen. Die meisten Arten aus der Familie der Engelhaie werden etwa einen bis eineinhalb Meter groß. Sie sind im Ostatlantik und im Mittelmeer heimisch und verstecken sich meist in sandigen oder schlammigen Böden, um auf ihre Beute zu lauern. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleineren Fischen sowie Weich- und Krebstieren.

Quelle: Lexikon der Biologie

In Europa ist zuletzt ein weiteres ausgestorben geglaubtes Tier zurückgekehrt. Sieben Exemplare wurden in Südtirol gesichtet, auch wenn sie da eigentlich gar nicht hingehören. Zuletzt zog ein Fischer ein gefährlich anmutendes Lebewesen mit Zähnen auf der Zunge aus der Adria.

Nach sensationellem Fund im Meer: Was Menschen wissen sollten, wenn sie in der Adria auf Engelhaie treffen

Laut der Tierschutzorganisation stellen die Haie keine Gefahr für den Menschen dar. Dennoch ist es wichtig, bei einer zufälligen Begegnung mit einem Engelhai Abstand zu halten. Die Art ist mittlerweile streng geschützt. Wer die Tiere berührt oder sie nachweislich stört, muss mit einer Strafe rechnen.

Der WWF hofft indes, dass in Zukunft wieder öfter Aufnahmen von Engelhaien auftauchen werden. Die Naturschützer wünschen sich, „dass sich die Menschen, zumindest was diese Art betrifft, freuen werden, einen Hai im Meer zu sehen.“ Haie sind ein wichtiger Bestandteil für ein gesundes Ökosystem im Meer. Anstatt sie zu verzehren, sollte laut dem WWF dringend für einen ausreichenden Schutz der Tiere gesorgt werden. (nz)

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