Gen Z schwört auf „Bed Rotting“: Auch Taylor Swift begeistert – doch Experte sieht TikTok-Trend kritisch
Der Trend „Bed Rotting“ erobert die Gen Z. Auch Superstars wie Taylor Swift nutzen ihn. Doch Experten warnen vor potenziellen Gefahren.
München – Ein neuer Trend namens „Bed Rotting“ erobert das Netz und die Gen Z. Doch was genau ist das? Der Begriff beschreibt das bewusste Verbringen von Zeit im Bett, ohne dabei produktive Tätigkeiten auszuüben. Es geht darum, zu entspannen, Serien zu schauen, zu lesen oder einfach nur zu dösen – alles ohne den Druck, etwas erreichen zu müssen.
Prominente wie Superstar Taylor Swift haben öffentlich zugegeben, Tage im Bett zu verbringen, um sich von den Strapazen ihrer Tourneen zu erholen. Diese führte Taylor Swift kürzlich auch nach München.
TikTok-Trend „Bed Rotting“: Gen Z und Taylor Swift schwören drauf – „Es braucht solche Tage“
Auf Plattformen wie TikTok hat sich „Bed Rotting“ schnell verbreitet. Junge Menschen teilen Videos, in denen sie die Vorzüge dieses Trends hervorheben. Sie betonen, wie wichtig es sei, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, insbesondere in einer Welt, die ihrer Ansicht nach ständig Höchstleistungen fordert.

Die Psychotherapeutin Belinda Sidhu unterstützt den Trend als eine Form der Selbstfürsorge. „Es braucht solche Tage, vor allem bei Jugendlichen“, erklärte Sidhu der Daily Mail: „Viele junge Leute haben Sunday Scaries, also Angstzustände an Sonntagen, weil die kommende Woche bevorsteht. Keine Pläne zu haben und nichts zu tun, könnte helfen, Burn-outs vorzubeugen.“
Experte für Schlafforschung warnt vor potenziellen Risiken von „Bed Rotting“
Trotz der möglichen Vorteile gibt es auch Bedenken unter Experten hinsichtlich des „Bed Rotting“. Prof. Klaus Junghanns ist Schlafforscher, er leitet am Zentrum für Integrative Psychiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein die Schlafmedizinische Station. Der Experte warnt besonders Menschen, die zu Depressionen neigen, vor diem Trend.
„Wenn Sie körperlich so wenig machen, geht das schon in Richtung depressive Stimmungslage“, sagte der Junghanns dem NDR. „Wenn Sie dazu veranlagt sind, ist das („Bed Rotting“; Anm. d. Red.) sicher keine gute Idee.“ Der Fachmann empfiehlt vielmehr, das Bett vorwiegend zum Schlafen zu nutzen und tagsüber für ausreichend Bewegung zu sorgen. Laut Junghanns kann die Schlafqualität in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn das Bett für Dinge wie Essen, Serien schauen oder jobbezogene Aktivitäten – zum Beispiel E-Mails checken – genutzt wird.
Der Experte rät vielmehr dazu, „Bed Rotting“ in Maßen zu praktizieren – also beispielsweise an einem Wochenende mal bis zum Mittag etwas Schlaf nachzuholen. Dies kann durchaus revitalisierend wirken, solange man danach auch aufsteht und aktiv wird. „Bed Rotting“ kann also in deutlich abgespeckter Variante eine wertvolle Auszeit bieten, wenn es bewusst und dosiert eingesetzt wird. Es ist nicht der einzige TikTok-Trend, bei dem Experten kritisch hinsehen – auch vor „Legging Legs“ wurde zuletzt gewarnt.