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Forschungsteam identifiziert Ursache von Haarausfall – Hoffnung auf neue Behandlungsmethoden

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Bei einem Medikamententest identifizierten Forschende eine Ursache für Haarausfall. Dieses Wissen könnte helfen, wirksame Behandlungen zu entwickeln.

Manchester – Haarausfall: Etwa 85 Prozent der Männer im mittleren Alter und fast die Hälfte der 70-jährigen Frauen leiden bereits darunter. Und es gibt nur wenige effektive Behandlungsmöglichkeiten. Lichtet sich die Haarpracht langsam aber unweigerlich, ist das natürlich alles andere als erfreulich. Nicht zuletzt deshalb gibt es zahlreiche Präparate, die Abhilfe versprechen. Die Wirksamkeit ist allerdings oft fraglich. Nun haben Forschende jedoch eine Ursache für Haarausfall identifiziert, die dazu beitragen könnte, eine wirksame Behandlung zu finden.

Forschende identifizieren eine Ursache für Haarausfall: Auslöser ist eine Stressreaktion

Ein Team von Forschenden der Universität Manchester hat die Stressreaktion in menschlichen Haarfollikeln untersucht. Die Studie, die ursprünglich ins Leben gerufen wurde, um ein Medikament zu testen, das das Wachstum der Haarfollikel der menschlichen Kopfhaut fördern sollte, führte zu interessanten Ergebnissen. „Die Entschlüsselung der menschlichen Kopfhaut könnte neue Einblicke in die Steuerung des Haarwachstums liefern und neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Haarausfallerkrankungen bieten“, heißt es in der Studie.

Der Hinterkopf eines jungen Mannes mit einer Halbglatze.
Ein Forschungsteam der Universität Manchester hat eine mögliche Ursache für Haarausfall identifiziert. Dies könnte neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. © Michael Bihlmayer/Bihlmayerfotografie/IMAGO

Die sogenannte integrierte Stressreaktion (ISR) ist der Mechanismus, der das Haarwachstum negativ beeinflussen soll. Durch stressähnliche Bedingungen wird die normale Aktivität der Zellen unterbrochen, was das Wachstum der Haarzellen beeinträchtigt. Bei vielen Menschen ist dies im Alter eine reguläre Reaktion der Haarfollikel, was zu einem erhöhten Haarausfall führt. Eine besonders starke ISR-Reaktion verlangsamt jedoch nicht nur das Wachstum der Haarzellen, sondern führt auch zum Zelltod. Haarausfall ist auch eine häufige Nebenwirkung von Chemotherapien.

„Bemerkenswert, wie konsistent die Reaktion ist“ – Forschungsteam plant weitere Tests

Die Entdeckungen des Forschungsteams aus Manchester könnten den Weg für neue Behandlungsmöglichkeiten ebnen. Zwar konnte bisher nicht festgestellt werden, ob eine Heilung möglich ist, eine Abschwächung der Stressreaktion könnte den Haarausfall aber zumindest reduzieren.

Die Forschenden sind optimistisch hinsichtlich zukünftiger Medikamente. „Wenn wir Haarfollikel unter dem Mikroskop betrachten, ist es bemerkenswert, wie konsistent die Reaktion bei Haarfollikeln verschiedener Menschen ist“, erklärte einer der Forschenden. Das Team plant, aufgrund der positiven Ergebnisse einige Medikamente zu testen und zu untersuchen, wie diese die Stressreaktion beeinflussen. Allerdings wird erwartet, dass erblich bedingter Haarausfall dadurch nicht verhindert werden kann. (rd/sp)

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