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Behörden bestätigen: Alle Flugzeuginsassen bei Absturz in China gestorben

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Von: Sven Hauberg

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Rettungskräfte sind an der Absturzstelle des Flugzeugs im Kreis Tengxian in der südchinesischen autonomen Region Guangxi im Einsatz.
Rettungskräfte sind an der Absturzstelle des Flugzeugs im Kreis Tengxian in der südchinesischen autonomen Region Guangxi im Einsatz. © Lu Boan/Xinhua/dpa

Nach dem Absturz einer Boeing 737 in China rätseln Experten weiter über die Unglücksursache. Die Maschine ist offenbar senkrecht und mit Schallgeschwindigkeit zu Boden gerast.

Update vom 27. März, 6.22 Uhr: Rund eine Woche nach dem Absturz einer Passagiermaschine in China ist auch der zweite Flugschreiber gefunden worden. „Die zweite Blackbox des China Eastern-Flugs MU5735 wurde am 27. März geborgen“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Das Flugzeug befand sich am Montag auf einem Flug zwischen den Städten Kunming und Guangzhou, als es mit 132 Menschen an Bord in einer bewaldeten Bergregion abstürzte.

Die Unglücksursache ist weiterhin unklar. Aufschluss sollen die beiden Flugdatenschreiber aus dem Cockpit und dem hinteren Teil der Passagierkabine geben, die die Stimmen der Piloten sowie technische Flugdaten aufzeichnen.

Update vom 26. März, 16.35 Uhr: Rund eine Woche nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing 737 in China, bestätigen Medienberichte, dass alle 132 Insassen bei dem Unglück ums Leben gekommen. Das meldete der chinesische Sender CCTV. "Alle 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder des Fluges MU5735 der China Eastern Airlines sind am 21. März an Bord ums Leben gekommen", heißt es am Samstag unter Berufung auf den stellvertretenden Generaldirektor der Zivilluftfahrtbehörde, Hu Zhenjiang.

Flugzeugabsturz in China: Identität von 120 Toten geklärt

Update vom 26. März, 13.36 Uhr: Erste Gewissheiten für Angehörige nach dem Flugzeugunglück in China: Fünf Tage nach dem rätselhaften Absturz einer chinesischen Verkehrsmaschine mit 132 Menschen an Bord ist die Identität von 120 Toten geklärt. Der Chef der Feuerwehr der Region Guangxi, Zheng Xi, berichtete am Samstag, dass die Identität von 114 Passagieren und sechs Crewmitgliedern genau zugeordnet worden seien.

Spuren von Explosivstoffen seien bei Laboruntersuchungen aber nicht unter Trümmerteilen entdeckt worden. Immer noch dauern die Bergungsarbeiten an der Absturzstelle an. Sie liegt in einer hügeligen Gegend nahe der südchinesischen Stadt Wuzhou. Allerdings sei der Daten-Flugschreiber bislang nicht gefunden worden, lediglich der Sprachrekorder. Er war beschädigt, aber relativ vollständig. Die Ermittler erhoffen sich von der Blackbox technische Informationen und andere wichtige Daten zur Absturzursache der Boeing 737-800.

Flugzeugabsturz in China: Unglücksursache weiterhin unklar

Erstmeldung vom 25. März: München/Wuzhou – Nach dem Absturz einer Boeing 737-800 im Süden Chinas* ist die Unglücksursache weiterhin unklar. Die Maschine der China Eastern Airlines war am Montag (21. März) mit 132 Menschen an Bord in der Nähe der Stadt Wuzhou in der Provinz Guangxi abgestürzt*. Überlebende konnten bislang nicht geborgen werden.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg gibt es nun Hinweise darauf, dass das Flugzeug in der Luft zerbrochen ist. Demnach haben Ermittler ein etwa 1,3 Meter mal zehn Zentimeter großes Flugzeugteil rund zehn Kilometer von der Absturzstelle entfernt gefunden. Sollte das Teil tatsächlich von der Unglücksmaschine stammen, könnte dies auf eine Art Auseinanderbrechen der Boeing hindeuten. Unklar ist laut dem Bericht derzeit aber noch, ob sich das Teil während des Absturzes gelöst hat oder ob es bereits davor von der Maschine abgebrochen war. „Es stellt sich die Frage, um welches Teil es sich genau handelt und wann es sich gelöst hat“, sagte Jeff Guzzetti, ehemaliger Leiter für Unfalluntersuchungen bei der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA), gegenüber Bloomberg.

Flugzeugunglück in China: Absturz fast mit Schallgeschwindigkeit

Die Maschine, die auf dem Weg von Kunming (Provinz Yunnan) nach Guangzhou (Provinz Guangdong*) war, wurde bei dem Absturz komplett zerstört. Suchtrupps konnten bislang nur einzelne Wrackteile bergen, außerdem menschliche Überreste. Ermittler gehen davon aus, dass alle 132 Insassen bei dem Unglück ums Leben gekommen und vollständig verbrannt sind. Der Absturz hatte einen Waldbrand ausgelöst, der wenig später gelöscht werden konnte.

Flugdaten zeigen, dass der Flug mit der Nummer MU5735 um 13.15 Uhr (Ortszeit) vom Flughafen Kunming startete. Bis 14.19 Uhr war das Flugzeug demnach in einer Höhe von 8869 m unterwegs. Doch dann verließ es plötzlich seine Reiseflughöhe und ging mit einer Geschwindigkeit von etwa 845 km/h in den Sinkflug. Laut chinesischen Medien sagte ein Augenzeuge namens Li, die Maschine sei „senkrecht vom Himmel gefallen“. Ein Video, das unter anderem von der staatlichen People‘s Daily verbreitet wurde, soll den Absturz der Maschine oder Teile des Flugzeugs zeigen.

Laut dem FAA-Experten Guzzetti ist das Flugzeug innerhalb von nur etwa anderthalb Minuten abgestürzt. „Meiner Meinung nach hat das Flugzeug während des Absturzes Teile abgeworfen“, so Guzzetti zu Bloomberg. Auch Flugdaten des Tracking-Dienstes Flightradar24 deuten darauf hin, dass das Flugzeug während des Absturzes nicht vollständig auseinanderbrach, da es bis zu einer Höhe von 983 Metern noch Daten sendete. Die Daten zeigen laut Bloomberg auch, dass das Flugzeug möglicherweise fast mit Schallgeschwindigkeit abstürzte. Da normale Passagiermaschinen für derartige Geschwindigkeiten nicht ausgelegt seien, könnten sich dabei relativ leichte Bauteile an Flügeln und Leitwerk lösen. Das hätten Untersuchungen nach dem Absturz einer Boeing 737 in Indonesien 1997 gezeigt.

China: Erster Absturz mit Todesopfern seit über zehn Jahren

Der chinesische Luftfahrt-Professor Hu Xiaobing sagte dem Staatssender CGTN, der Absturzhergang sei „sehr ungewöhnlich“, weil die Boeing offenbar vertikal mit der Nase voraus vom Himmel stürzte. Es sei möglich, dass der Pilot während des Sturzfluges bewusstlos war. Man müsse aber weitere Untersuchungsergebnisse abwarten.

Die Fluggesellschaft China Eastern hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass kein Verdacht auf den Piloten und seine zwei Co-Piloten falle. Nach ersten Erkenntnissen hätten diese ihren Dienst „üblicherweise sehr gut“ geleistet, und ihre familiäre Situation sei „harmonisch“ gewesen. Die Unglücksmaschine soll knapp sieben Jahre alt gewesen sein. Flugzeugabstürze sind in China sehr selten, die chinesische Luftfahrt gilt als sicher. Zuletzt hatte es in China im Jahr 2010 ein schweres Flugzeugunglück gegeben: Beim Absturz einer Embraer E-190 der Henan Airlines waren 44 Menschen ums Leben gekommen.

Flugzeugunglück in China: Suche nach Daten-Flugschreiber geht weiter

Aufschluss über die Unglücksursache könnten die beiden Flugschreiber der Maschine geben. Am Mittwoch hatten Ermittler den Sprachrekorder gefunden und zur Untersuchung nach Peking geschickt. Der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte der Chef der Flugsicherheitsabteilung von Chinas ziviler Luftfahrtbehörde, Zhu Tao, es sei allerdings möglich, dass der Sprachrekorder beschädigt wurde.

Meldungen, auch der Daten-Flugschreiber sei bereits gefunden worden, wurden am Freitag wieder zurückgenommen. Laut einem Bericht der South China Morning Post wurden am Freitagvormittag (Ortszeit) allerdings orangefarbene Trümmerteile geborgen, die zu einem der beiden Flugschreiber gehören könnten. „Es ist wahrscheinlich, dass sich die zweite Blackbox irgendwo in der Nähe des Fundortes der orangefarbenen Trümmer befindet“, zitierte das chinesische Staatsfernsehen CCTV einen Experten.

Flugzeugunglück in China: Corona und schlechtes Wetter erschweren Bergungsarbeiten

Die Sucharbeiten in der nur schwer zugänglichen Bergregion im Süden Chinas wurden zuletzt von hohen Temperaturen und starkem Regen erschwert. Hinzu kommen offenbar strikte Corona-Regeln*, die den eingesetzten Arbeitern zu schaffen machen. Aufnahmen im chinesischen Staatsfernsehen zeigen Männer mit Masken und in Schutzanzügen. „Es ist heute sehr schwül“, berichtete laut South China Morning Post ein CCTV-Moderator vom Unglücksort. „Angesichts des Regens und der hohen Temperaturen ist die Vorbeugung von Covid-19 sehr wichtig. Deshalb trägt jeder, der am Tatort arbeitet, einen Schutzanzug.“

Nach dem Unglück entschied die Fluggesellschaft China Eastern, alle ihre Maschinen vom Typ Boeing 737-800 vorerst am Boden zu belassen. Der US-Flugzeugbauer Boeing kündigte seine Unterstützung bei den Ermittlungen an. „Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Besatzung von China Eastern Airlines Flug MU 5735“, teilte der Konzern mit. Technische Experten stünden bereit, um bei der Untersuchung der Unglücksursache unter der Führung der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde zu helfen. (sh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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