Enorme Hitze bei Pilgerreise nach Mekka fordert Hunderte Tote
Beim Hadsch sind bereits mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Hohe Temperaturen erschweren die Pilgerfahrt der Gläubigen nach Mekka.
Mekka – Unter Extremtemperaturen hat am Freitag (14. Juni) die muslimische Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien begonnen. Nach saudisch-arabischen Angaben nehmen mehr als 1,8 Millionen Gläubige an der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka teil. Bei Temperaturen von teilweise über 50 Grad Celsius kam es bereits zu mehr als 500 Todesfällen.
Mekka: Mehr als 500 Tote beim Hadsch – Behörden alarmiert
Allein mehr als 300 Ägypterinnen und Ägypter sind beim Hadsch ums Leben gekommen. Lediglich einer der insgesamt 323 ägyptischen Toten sei kein Hitze-Opfer, sagten zwei arabische Diplomaten am Dienstag (18. Juni) der Nachrichtenagentur AFP. Wie eine AFP-Zählung ergab, stieg die Gesamtzahl der Toten bei der Pilgerfahrt auf mindestens 577. Nach Angaben der Diplomaten starben auch mindestens 60 Jordanierinnen und Jordanier. Zuvor hatten bereits der Iran, Tunesien, Indonesien und der Senegal Tote gemeldet. Saudi-Arabien machte zunächst keine Angaben zu Todesopfern.

Dem saudischen Zentrum für Meteorologie zufolge wurden in Mekka in der Großen Moschee am Montagmittag 51,8 Grad Celsius gemessen und an weiteren heiligen Stätten in der Umgebung ähnlich hohe Temperaturen. Behörden riefen Gläubige dazu auf, Sonnenschirme zu tragen, sich zur besonders heißen Mittagszeit nicht draußen aufzuhalten und genügend Wasser zu trinken. Der Nachrichtenkanal Sky News zeigte einen Pilger, der sich in einem Getränkekühlschrank abkühlte.
Pilgerfahrt nach Mekka: Millionen Muslime Extremtemperaturen ausgesetzt
Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam. Er soll von jedem gesunden Muslim, der es sich leisten kann, mindestens einmal im Leben unternommen werden. Die Temperaturen in der Region waren in den vergangenen Tagen auf deutlich über 40 Grad Celsius gestiegen. Viele der Rituale werden unter freiem Himmel und zu Fuß vollzogen, was vor allem für ältere Menschen eine Herausforderung ist. Busse und Züge helfen bereits, die vielen Gläubigen zu den heiligen Stätten zu bringen.
Die großen Menschenmengen und große Hitze bedeuten für die Pilger und Ordnungskräfte aber trotzdem eine Herausforderung. In den vergangenen Jahrzehnten kam es auch zu mehreren großen Tragödien mit jeweils Hunderten Todesopfern durch Gedränge. Im letzten Jahr nahmen rund zwei Millionen Pilger an der Wallfahrt in Saudi-Arabien teil. Den Behörden zufolge mussten rund 10.000 Menschen behandelt werden – zehn Prozent davon hatten einen Hitzeschlag erlitten. (vk/afp/dpa)
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