Zwei Pilotinnen haben die immer gleichen Flug-Mythen satt und reden Klartext. (Symbolbild)
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Zwei Pilotinnen haben die immer gleichen Flug-Mythen satt und reden Klartext. (Symbolbild)

Flug-Mythen

Macht die Luft im Flugzeug krank? Pilotinnen enthüllen Mythen rund ums Fliegen

Macht der Autopilot heutzutage die ganze Arbeit und ist die Luft im Flugzeug eine Gesundheitsgefahr? Pilotinnen klären auf.

Frankfurt – Rund um das Fliegen ranken sich allerlei Mythen. Wie gefährlich sind Turbulenzen und Gewitter für Flugzeuge und fliegen Pilotinnen und Piloten überhaupt noch selbst oder verschlafen sie den Flug?

Fluzeugpilotin Zoya Agarwal arbeitet bei Air India und kennt sich mit den vielen Theorien und Mythen bestens aus. Zusammen mit Co-Pilotin Rajalakshmi Eshwar deckt sie gegenüber Science Insider auf, was dahinter steckt.

Flug-Mythos 1: Kann das Flugzeug durch einen Blitz abstürzen?

Wie gefährlich ist ein Flug bei Gewitter? Diese Frage werden sich viele schon einmal gestellt haben, vor allem dann, wenn sie selbst schon einmal betroffen waren. Ein Flug durch Gewitter ist kein Zuckerschlecken. Doch Copilotin Eshwar findet beruhigende Worte. „Heutzutage sind die Flugzeuge so konstruiert, dass sie mit Blitzeinschlägen umgehen können“.

An den modernen Flugzeugen sind Vorrichtungen angebracht, die die Blitze ableiten können, sogenannte „Entlader“. Pilotin und Co-Pilotin sind sich einig: Die Aussage, dass Blitze Flugzeugen heutzutage tatsächlich gefährlich werden können, ist ein Mythos.

Flug-Mythen 2 und 3: Fliegt der Autopilot alleine und schläft der Pilot während des Flugs?

Was machen Piloten eigentlich während des Fluges? Viele Passagiere scheinen zu glauben, dass der Autopilot inzwischen die ganze Arbeit alleine macht. Doch das stimmt auf keinen Fall, betonen die Pilotinnen. „Wir sagen dem Autopiloten permanent, was er tun soll“, erklärt die Co-Pilotin. Wie schnell das Flugzeug fliegen soll, in welcher Höhe, das alles muss durch Piloten festgelegt werden. Einige Aufgaben bekommen sie zwar durch den Autopiloten abgenommen, doch sie müssen die ganze Zeit die Lage im Blick behalten.

Deshalb ist auch der dritte Mythos vollkommener Quatsch, finden beide. Außer auf extremen Langstreckenflügen, bei denen in Schichten gearbeitet wird, „haben wir diese Möglichkeit nicht“ erklären beide einstimmig.

Flug-Mythos 4: Macht die Luft im Flugzeug krank?

Unwohlsein während des Flugs lässt einige grübeln, ob das an der Luft im Flugzeug liegen könnte. Aber Zoya hat auch hier eine klare Antwort parat: „Die Luft in der Kabine macht niemanden krank“. Passagiermaschinen sind in der Regel mit effizienten Luftfiltern ausgestattet. Diese sorgen auch dafür, dass die Luft in der Kabine permanent zirkuliert und mit frischer Luft ausgetauscht wird. Symptome wie Unwohlsein oder Schwindel könnten dagegen andere Gründe haben. Copilotin Eshwar erklärt, das könne durch Höhen- oder Reisekrankheit erzeugt werden.

Flug-Mythos 5: Können Turbulenzen einen Flugzeug-Absturz verursachen?

Auch hier sind sich die Pilotinnen einig, dass ein Flugzeug wegen Turbulenzen abstürzt, ist extrem unwahrscheinlich. Oftmals würden diese durch eine Änderung des Luftstroms ausgelöst. Auch wenn sich die Richtung oder die Stärke der Winde abrupt ändert, kann das Flugzeug ins Wackeln geraten. Doch das sei kein Grund zur Sorge.

Größere Turbulenzen werden laut den beiden bereits durch die Pilotinnen und Piloten vermieden. Mithilfe von Überwachungssystemen können sie einfach umflogen werden. Kleinere Turbulenzen sind meist unumgehbar. Hier empfehlen die Pilotinnen ganz einfach: Ruhe bewahren. Denn meist ist die holprige Flugepisode nach wenigen Augenblicken schon wieder überstanden.

Ein Model ist während eines Condor-Flugs nach Frankfurt* derart ausgerastet, dass Kampfflugzeuge aufsteigen und das Flugzeug zu einer Zwischenlandung in Denver eskortieren mussten. (slo) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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