Warum zwei Mägde in diesem mystischen Tal im Osten Baden-Württembergs zu Stein wurden

Eines der zweifellos schönsten Flusstäler der Ostalb liegt in Eselsburg. Neben einem Streifzug durch unberührte Natur, werden hier auch alte Sagengestalten zum Leben erweckt.
Landkreis Heidenheim – Eingebettet zwischen Wachholderheiden, uralten Burgen und Felsformationen erstreckt sich das malerische Eselburger Tal, das jährlich tausende von Wanderern und Radfahrern in seinen Bann zieht. Besucher können die Schönheit des Tals auf verschiedenen Rundwanderwegen genießen und sich zugleich auf die Spuren sagenumwobener Gestalten begeben.
Einer dieser Wanderwege, der sich als Ausflugstipp für die ganze Familie anbietet, ist der Burgen- und Sagenweg rund um Eselsburg. An sieben Stationen zwischen Anhausen und Herbrechtingen können Wanderer eintauchen in eine geheimnisvolle Welt zwischen mystischem Klosterschatz und den Buigenmännle.
Als Wahrzeichen des Eselsburger Tals haben sich die Steinernen Jungfrauen einen Namen gemacht. Unsere Redaktion hat sich auf Spurensuche begeben und wollte wisse, warum die Jungfrauen am Rande des Fischweihers zu Stein wurden.
Die Sage der Steinernen Jungfrauen

Vor Hunderten von Jahren thronte hoch über Eselburg eine Burg – die Eselsburg. Dort lebte der Sage nach ein wunderschönes Burgfräulein. Die Herrscherin über die Eselsburg war aber stolz und eitel. Kein Freier, der um ihre Hand anhielt, war ihr gut genug.
Die Jahre zogen ins Land und das Burgfräulein wurde älter und älter, ohne einen Mann an ihrer Seite gefunden zu haben und das Burgfräulein bleib allein. Mit dieser Schmach konnte das Burgfräulein nicht leben und sie begann, alle Männer zu hassen.
Auf der Burg dienten der strengen Herrscherin zwei Mägde. Der Hass des Burgfräuleins gegen Männer ging aber so weit, dass sie selbst ihren Mägden verbot, mit Männern auch nur ein Wort zu wechseln und drohte ihnen mit harten Strafen, wenn sie das Verbot missachten würden. Die Dienerinnen waren brav und gehorsam und befolgten den Befehl ihrer Herrin über eine lange Zeit hinweg.
Nun trug es sich aber zu, dass das Burgfräulein den Mägden befahl, jeden Abend ins Tal hinabzusteigen, um aus dem See Wasser zu schöpfen. Als die beiden Mägde nach einem strengen und langen Winter wieder einmal ins Tal hinabstiegen, vernahmen sie liebliche Klänge. Heimlich lauschten sie der anmutigen Musik und erblickten mitten auf dem See einen Fischer. Viele Abende verbrachten sie damit, die Klänge des Fischers zu hören, ohne ein Wort mit ihm zu wechseln, weil sie sich vorm Zorn des Burgfräuleins fürchteten.
Bald aber war das Verbot vergessen. Die Mägde blieben abends lange fort, setzten sich zum Fischer ins Boot und sangen gemeinsam mit ihm Lieder. Weil aber die alte Burgherrin Verdacht schöpfte, stieg sie eines Abends unbemerkt mit ins Tal. Als sie die jungen Mägde dort mit dem Fischer erblickte wurde ihre Miene finster und großer Zorn kam über sie.
„Werdet zu Stein! Das ist Eure Strafe für Euren Ungehorsam!“ schrie sie und die Mädchen verwandelten sich augenblicklich zu Stein. Noch heute stehen die Mägde als Steinerne Jungfrauen am Rande des Fischweihers.
Als das Burgfräulein in der Nacht voller Genugtuung hinab ins Tal blicke, wurde sie vom Blitz getroffen. Mit ihr brannte die gesamte Burg ab.

Neben den Steinernen Jungfrauen können Wanderer auf dem Burgen- und Sagenweg auch die Geheimnisse des Herbrechtinger Klosterschatzes, die Eselsburg, die Sage von Burg Falkenstein, Burg Hürgenstein, Burg Bindstein sowie die Sage des Buigenmännles erfahren.
An verschiedenen Rastplätzen lässt es sich herrlich entspannen und die wundersame Natur mit Brenzlauf genießen. Die Talschenke in Eselsburg bietet die Möglichkeit zur Einkehr.
Übrigens ist nicht nur das Eselsburger Tal immer Sommer einen Besuch wert. Auch in Heidenheim gibt es viele beliebte Ausflugsziele für die Sommermonate.

