Schweiz, Camorino: Die zum Ceneri-Basistunnel führende Bahnbrücke.
+
Die zum Ceneri-Basistunnel führende Bahnbrücke.

Gotthard-Schnellroute

Tunnelmeister Schweiz eröffnet Ceneri-Basistunnel - Deutschland hinkt hoffnungslos hinterher

Die Gotthard-Schnellroute in der Schweiz ist vollendet. Der Ceneri-Tunnel ist 15 Kilometer lang - Bundespräsidentin Sommaruga spricht von einem „Jahrhundertprojekt".

  • Die Gotthard-Schnellroute in der Schweiz ist vollendet.
  • Nun wurde der 15 Kilometer lange Ceneri-Tunnel eröffnet.
  • Deutschland hinkt mit dem eigenen Projekt hoffnungslos hinterher.

Update vom 5. September, 8.49 Uhr: Die Schweiz hat am Freitag den 15 Kilometer langen Ceneri-Basistunnel im Tessin eröffnet (siehe Ursprungsmeldung). Er war der letzte fehlende Bauabschnitt der neuen Zuglinie durch die Schweizer Alpen, die den Hafen Genua am Mittelmeer in Italien mit dem Hafen im niederländischen Rotterdam an der Nordsee verbindet. Die Bahnbetreiber erhoffen sich von der Verbindung kürzere Reisezeiten sowie eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.

Anders als Deutschland hat die Schweiz damit ihren Teil zur europäischen Vision eines umweltfreundlichen Eisenbahntransports auf der Schiene durch Europa damit erfüllt. Der Ausbau in beiden Ländern war 1996 in einem Staatsvertrag festgehalten worden, aber die deutschen Bauarbeiten hinken weit hinter dem Zeitplan her. 

Schweiz eröffnet Ceneri-Basistunnel: „Das Jahrhundertprojekt für unser Land“

Bei der Eröffnungszeremonie mit der Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bliesen Musiker Alphörner, um die neue Nord-Süd-Verbindung durch das von zahlreichen Gipfeln zerklüftete Land zu feiern.. „Es ist die größte Investition, die wir je getätigt haben“, sagte Sommaruga der Nachrichtenagentur AFP

Diese neue Bahnlinie durch die Alpen ist das Jahrhundertprojekt für unser Land.

Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga

„Dies ist die finale Verbindung, die uns eine gerade Linie durch die Alpen ermöglicht“, sagte Vincent Ducrot, Generaldirektor der Schweizerischen Bundesbahnen, am Donnerstag. „In Zukunft werden wir Güterzüge mit einer Länge von 750 Metern haben, die bis zu 2100 Tonnen Güter transportieren können“, sagte er. Pro Tag könnte der Güterzugverkehr auf der Strecke rund 3000 Lastwagen ersetzen und so den Kohlendioxidausstoß um 900 Tonnen reduzieren.

Dem Schweizer „Jahrhundertprojekt" Ceneri-Basistunnel ging ein Volksentscheid voraus

Der neue Tunnel soll im Dezember in den regulären Betrieb gehen. Dann könnten täglich 170 Güterzüge und 180 Passagierzüge die Strecke nutzen. Zwischen Zürich und Mailand bedeutet die neue Verbindung eine Verkürzung der Fahrtzeit um 40 Minuten auf drei Stunden.

Die neue Zugverbindung durch die Alpen war 1992 durch einen Volksentscheid beschlossen worden. Das gesamte Projekt kostete die Schweiz 24 Milliarden Franken (22,7 Milliarden Euro). Neben dem neuen Ceneri-Tunnel umfasst es auch den 2007 eröffneten, rund 35 Kilometer langen Lötschberg-Basistunnel sowie den 2016 eröffneten, rund 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel, den längsten Tunnel der Welt.

Tunnelmeister Schweiz eröffnet den Ceneri-Basistunnel - Deutschland hinkt hoffnungslos hinterher

Ursprungsmeldung vom 5. September: Genf - Die Schweiz wäre riesig, wenn das Gelände nicht so aufgefaltet wäre - so lautet ein gängiger Scherz. Um trotz Bergen gutes Durchkommen zu haben, sind die Schweizer Tunnelmeister. Als Meister in der Tunnel-Kategorie haben sich die Schweizer spätestens 2016 hervorgetan, als sie den längsten Eisenbahntunnel der Welt einweihten: 57 Kilometer führt der Gotthard-Basistunnel unter den Alpen hindurch. Am Freitag wurde ein weiteres unterirdisches Bauwerk übergeben - der 15 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel im Tessin. Damit vollenden die Schweizer ihren Teil der Gotthard-Schnellroute.

Gotthard-Schnellroute: Ceneri-Tunnel eröffnet freie Fahrt ans Meer

Die Schnellroute soll die transeuropäische Güterverbindung zwischen Amsterdam und Genua erleichtern - eine Flache Route durch die Alpen ermöglichen. Deutschland dagegen hinkt mit den eigenen Bauten für die Route hinterher. Hoffnungslos sagen Kritiker, daher erwägen die Schweizer jetzt eine Ausweichroute mit den Franzosen. Das berichtet die Badische Zeitung.

Die Tunnelmeister im Nachbarland machen ihrem inoffiziellen titel alle Ehre, die Berge sind durchlöchert wie ein Schweizer Käse: Mehr als 550 Auto-, Eisenbahn-, Wasser- und andere Tunnel gibt es schon. Auf den Tag der Eröffnung des Ceneri-Tunnels folgt am nächsten Tag das 40-jährige Bestehen des alten Gotthard-Straßentunnels. (nai mit dpa und AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare