Sind alle Arten gefährlich?

Tipps gegen Wespen - So schützen Sie sich vor den nervigen Plagegeistern

Im Sommer machen sich Wespen gerne im Garten breit. Aber sind alle Arten gefährlich? Und was hilft wirklich gegen die Nervensägen? Ein Experte verrät Tipps.

  • Nicht jede Wespenart ist für den Menschen gefährlich
  • Ein Experte äußert sich und gibt Tipps zum friedlichen Umgang
  • Im Sommer sollte man gewisse Dingen beachten

Kassel - Wer kennt es nicht? Beim Grillen oder Kaffeetrinken macht man es sich gerade gemütlich, als schon die ersten schwarz-gelben Plagegeister auftauchen: Wespen. Doch sind wirklich alle Wespenarten lästig oder sogar gefährlich?

Plagegeister im Sommer: Zwei Arten der Wespen sorgen für den schlechten Ruf

Zunächst einmal sei gesagt, dass Wespen Raubtiere sind. Daher stellen sie hauptsächlich eine Gefahr für Insekten, insbesondere Fliegen und Mücken, dar. Allerdings ist für Wespen auch menschliche Nahrung, wie etwa Grillfleisch, interessant. Das mit den Mundwerkzeugen herausgeschnittene Fleisch wird dann von der Königin an die Larven verfüttert.

Die Arbeiterinnen unter den Wespen lieben Süßes, weswegen die lästigen Nervensägen im Sommer gerne angeflogen kommen, wenn Kuchen, Marmelade oder Limonade auf dem Tisch stehen. Aber auch Baumsäfte und Fallobst können Wespen anlocken. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Lesen Sie auch: In einem Haus in Baldham haben die Bewohner im Dachstuhl ein riesiges Hornissen-Nest entdeckt. Das Ehepaar ist beeindruckt.

Ab August: Wespen werden im späten Sommer lästig

Gegenüber der WLZ* erklärt Bernd Hannover, Insektenexperte des NABU Waldeck-Frankenberg, dass Wespen für gewöhnlich erst im späten Sommer lästig werden, da sich zu diesem Zeitpunkt neue Drohnen und Königinnen entwickelt haben. Zudem sagt Hannover: „Es ist auch die Zeit, in der langsam das Sterben der Völker beginnt. Das macht sie nervöser und aggressiver. Eigentlich aber sind sie ganz friedlich – wenn sie sich nicht bedroht fühlen.“

Darüber hinaus betont der 73-Jährige, dass Stiche sowieso nur im Mund- und Rachenraum gefährlich seien. Sowie natürlich für Allergiker. Lässt man Wespen in Ruhe, würden diese auch nichts tun, so der Experte.

Verwandt mit Wespen: Auch Hornissen sind im Sommer unterwegs - und sind ungefährlich

Auch Hornissen gehören zur Familie der Wespen. Die größeren Insekten gelten oft als besonders gefährlich, dabei handelt es sich bei ihnen eher um sanfte Riesen. Die Königin wird üblicherweise zwischen 30 und 40 Millimeter groß, die männlichen Drohnen hingegen 21 bis 28 Millimeter und die Arbeiterinnen 18 bis 25 Millimeter groß.

Hornissen sind im Gegensatz zur Gemeinen Wespe wesentlich scheuer und berechenbarer. Auch kommen sie im Sommer nicht in die Nähe des Menschen, um Nahrung zu erbeuten. Um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, müsste man sie schon ziemlich ärgern, so Experte Bernd Hannover. Andere Insekten müssen sich vor Hornissen jedoch in Acht nehmen: Ein großes Volk der nachtaktiven Tierchen fängt am Tag etwa ein halbes Kilo Insekten, darunter Fliegen, Motten und sogar Wespen.

Sollte man doch einmal von einer Hornisse gestochen werden, ist dies kein Grund zur Beunruhigung. Zwar ist ein Stich aufgrund des großen und langen Stachels recht schmerzhaft, aber auch nicht so giftig wie der Stich von Wespen und Bienen.

Nester im Sommer: Wespen stehen unter Artenschutz - Hohe Geldstrafen möglich

Wer bei sich zu Hause ein Wespennest entdeckt, sollte unbedingt einen örtlichen Imker oder einen Kammerjäger zurate rufen. Viele Menschen wissen nämlich nicht, dass fast alle Wespenarten und auch Hornissen unter Artenschutz stehen. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet „Lebensstätten wildlebender Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“.

Nicht nur Hornissen sind geschützt. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Auch beim Entfernen von Nestern der Wespen droht eine Strafe.

Ein eigenständiges Entfernen und Töten von Hornissen, Wespen und Bienen kann mit Strafen von bis zu 50.000 Euro belegt werden. Da Wespenvölker nur ein Jahr leben, besteht auch kein Grund zur Sorge, dass im nächsten Sommer an derselben Stelle ein neues Nest gebaut wird. Hornissen und Wespen nutzen ein Nest „nie zweimal“, so Experte Bernd Hannover.

Sommer: Experten-Tipps für einen friedlichen Umgang mit Wespen

Für ein friedliches Zusammenleben und eine erfolgreiche Abwehr von Wespen im Sommer, rät der Nabu-Experte unter anderem zu folgenden Tipps:

  • Am Tisch: Schnelle Bewegungen vermeiden, da Wespen stechen wenn sie sich bedroht fühlen
  • Nicht Pusten: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal
  • Ablenkfütterung: Fünf bis zehn Meter entfernt eignen sich beispielsweise überreife Weintrauben, um Wespen abzulenken. Unverdünnte Marmeladen machen die Insekten allerdings aggressiv
  • Bunte Kleidung und Düfte wie Parfum, Cremes und Möbelpolitur vermeiden
  • Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen, besonders im Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern
  • Direkt nach einem Stich sollte man die Stichstelle mithilfe von heißem Wasser und einem Waschlappen unter leichtem Druck abtupfen
  • Die Schwellung sollte man mit kaltem Wasser oder Kühlkompressen kühlen
  • Zwiebelsaft wirkt entzündungshemmend: Eine Zwiebel halb aufschneiden, auf die Stichstelle legen und sanft reiben

Neben Wespen ist diesen Sommer auch die Kriebelmücke unterwegs. Eine Frau kämpfte nach einem Biss sogar um ihr Leben. Auch die ungefährliche Holzbiene, oder auch blaue Biene genannt, findet man immer öfters in Nordhessen. Menschen aus Kassel entdeckten das schöne Tierchen bereits mehrfach in ihren Gärten. *wlz-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte / dpa

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