Ein Mann steht an einem Rednerpult und wendet sich an sein Publikum.
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Der Kinder- und Jugendklinik-Chefarzt Sven Armbrust hält Schulschließungen für unzumutbar.

Mediziner hält Schließungen für gefährlich

Chefarzt rechnet mit Corona-Maßnahmen bei Kindern ab: „Es ist am Ende alles Mist“

Der Kinder- und Jugendarzt Sven Armbrust fordert in einer Rede die baldige Öffnung von Schulen. Sein rund 25-minütiger Vortrag geht im Netz viral.

Neubrandenburg - Auch Babys und Kinder können sich mit dem Coronavirus Erreger SARS-CoV-2 anstecken und diesen weitergeben. Derzeit testet das US-Unternehmen Moderna einen Corona-Impfstoff an unter Zwölfjährigen (*FNP berichtete), um das Coronavirus bei Kindern zu bekämpfen.

Bund und Länder versuchen mit Kita- und Schulschließungen das Infektionsgeschehen in Deutschland weiter einzudämmen. Der Heimunterricht belastet sowohl Schüler, Lehrer, als auch die betreuenden Eltern*. Inzwischen gibt es immer mehr Menschen, die sich gegen die Schließung von Kitas und Schulen aussprechen.

Der Kinder- und Jugendmediziner Sven Armbrust hat kürzlich einen Vortrag gehalten, der sich jetzt im Netz verbreitet. Seine knapp 25-minütige Rede war Teil einer Veranstaltung des Kreiselternrats Mecklenburgische Seenplatte am 11. März. Darin rechnet der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg: „Kinder sind keine Treiber der Pandemie”. Armbrust fordert die Öffnung der Schulen.

Chefarzt Sven Armbrust: Schulschließungen schaden Kinderpsyche

Er weist darauf hin, dass es bedingt durch die Pandemie und die Schulschließungen vermehrt psychische Probleme unter den jungen Menschen gebe. „Sie haben ganz viele Sorgen und Ängste“, so Armbrust. „Es gibt Depressionen und psychische Auffälligkeiten“.

Zudem weist er darauf hin, dass die Verschreibung von Brillen bei Kindern und Jugendlichen um 80 Prozent gestiegen sei, bedingt durch den Heimunterricht. Die durch die Pandemie entstandene neue Unterrichtsform schade den Kindern - dazu nennt er einige Studien, unter anderem auch solche zur scheinbar fehlenden Wirksamkeit von Atemschutzmasken.

Zum Thema Distanzunterricht ist seine Meinung eindeutig: „Es ist am Ende alles Mist, weil es eine Krücke ist“. Denn „die Hälfte der Kinder“ würden durch den Fernunterricht „nicht beschult“, so Armbrust. Es führe unweigerlich zu „einer Halbierung der Schulzeit“.

Viele Nutzer stimmen den Aussagen und Forderungen des Arztes zu und kommentieren. „Toll, dass es auch noch Menschen mit Mut gibt, die sich trauen...“, schreibt ein User. Oder: „Endlich mal ein Arzt, der sagt, wie es ist“. Ein weiterer Nutzer sagt: „Kinder haben keine Lobby, sie glauben und vertrauen uns und wir enttäuschen sie seit einem Jahr, jeden Tag“. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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